Gesucht: die Couch für eine Nacht PDF Drucken

 

Ein bisschen Abenteuerlust, Offenheit und eine freie Couch irgendwo auf dieser Welt – das sind die Zutaten, aus denen ihr euch auf www.couchsurfing.com einen erlebnisreichen Urlaub basteln könnt. Foto: Karlheinz Daut"Couchsurfing" garantiert billige Urlaube und spannende Erlebnisse mit fremden Gastgebern

Auch wenn die Sommerferien fast vorbei sind, habt ihr vielleicht Lust, einen Last-Minute-Urlaub einzulegen. Schließlich seid ihr jung und euch steht die Welt offen! Nur am Geld könnte es scheitern. Dann kann das Netzwerk www.couchsurfing.com helfen (siehe auch Info-Text). Dort können sich reiselustige Menschen weltweit gegenseitig ihr Sofa als Übernachtungsmöglichkeit anbieten. Wir haben uns mit zwei Nürnberger „Couchsurfern“ unterhalten.

Als Franziska auf couchsurfing.com das erste Mal um Unterkunft gebeten wurde, hatte sie Skrupel: Einfach einen wildfremden Typen auf ihrer Couch schlafen lassen? Das war der 20-Jährigen ein wenig heikel. Doch es kam anders: Sven aus Leipzig verlängerte seinen Aufenthalt bei Franziska sogar um eine gute Woche, weil die beiden sich so gut verstanden. Auch danach ist der Kontakt nicht abgebrochen. „Und mittlerweile ist Sven mein bester Freund“, sagt Franziska.

Die gebürtige Sächsin, die in Nürnberg gerade eine Ausbildung zur Krankenschwester macht, ist vom Couchsurfing inzwischen überzeugt. Für sie ist es sehr wichtig, dass man sich ein Bild von dem Menschen machen kann, mit dem man Kontakt aufnehmen will. Kein Problem auf der Couchsurfing-Website: Dort beschreiben die Benutzer in ihren Profilen ihre Person und Wohnsituation, können Fotos hochladen und auch Bewertungen von anderen Couchsurfern erhalten.

Offen, spontan, nett

Franziska teilt sich eine Wohnung mit einer Freundin und bietet die Schlafcouch in ihrem Zimmer für Urlauber aus aller Welt an. Bisher hatte sie fünf Couchsurfer zu Gast. „Das ist einfach ideal, um neue Leute kennenzulernen“, schwärmt sie. Dabei sei es natürlich wichtig, offen auf die Menschen zuzugehen.

Das sieht auch Frank, passionierter Couchsurfer und Sozialpädagoge aus Nürnberg, so. Der 26-Jährige glaubt aber, dass Couchsurfer per se offene und spontane Menschen seien, die Lust hätten, neue Kulturen und Orte kennenzulernen. Er selbst ist schon in Mexiko, Ungarn, Malaysia oder Indonesien „couchgesurft“ – und hat durch den direkten Kontakt mit Einheimischen ganz andere Ecken des Landes zu Gesicht bekommen als ein normaler Tourist.

Bei einer Reise in Malaysia zum Beispiel hatte er Kontakt zu einer Couchsurferin, die ihn spontan zu ihrer Großfamilie einlud – und mit der feierte Frank eine Woche lang das chinesische Silvester, Chinese New Year. Dank der Gastfreundschaft der Leute fühlte er sich wie ein Teil der Familie. Und er machte sich so gut, dass Frank von der chinesischen Oma einen Geldschein als Geschenk zugesteckt bekam – so wie alle anderen der Familie eben auch.

Doch der Sozialpädagoge mit dem lässigen Augenbrauen-Piercing nutzt Couchsurfing nicht nur, um die Welt kennenzulernen – er lädt auch regelmäßig andere Leute zu sich ein. So hatte er schon Gäste aus Polen oder Ungarn. Die schlafen dann auf einer Matratze in seinem WG-Zimmer. Und dann legt Frank sich ins Zeug: „Ich will vor allem Menschen aus anderen Ländern zeigen: So schön kann Deutschland, kann Nürnberg sein.“

Brasilianer beim Bardentreffen

Gerne verbringt Frank Zeit mit seinen Gästen, indem er ihnen die Stadt zeigt oder sie auch mal zum Feiern mitnimmt. Als sein erster Gast, ein Couchsurfer aus Brasilien, bei ihm übernachtete, fand praktischerweise an diesem Wochenende das Bardentreffen in Nürnberg statt. „Da sind wir dann einfach in die Stadt losgezogen.“ Manchmal beschränkt sich Franks Gastfreundschaft auch auf Geheimtipps, was sich wo zu sehen lohnt – je nach Wunsch des Gastes.

Denn Regeln gibt es beim Couchsurfen nicht. Die Dauer des Aufenthalts und wie viel Zeit Host und Gast miteinander verbringen, legt jeder selbst fest. Auch kann man mal mit dem besten Freund oder der besten Freundin als Couchsurfer anrücken, findet Frank – man sollte nur vorher mit seinem Gastgeber abklären, ob er mehrere Personen aufnehmen könne. Bei ihm hat das bereits gut geklappt, als er einmal mit einer Freundin auf Reisen in Indonesien war. Auch mit ihr zusammen fand er schnell eine Unterkunft.

Franziska nennt einen weiteren Vorteil am Couchsurfen: Relativ spontan kann man verschiedene Orte bereisen und eine Unterkunft bekommen. Anfragen zum Übernachten sollten ihrer Meinung nach am besten etwa eine Woche vor dem gewünschten Termin an potenzielle Gastgeber verschickt werden.

Bezahlen muss ein Couchsurfer für Übernachtungen natürlich nicht. Doch mal im Haushalt mithelfen oder bei längeren Aufenthalten Essen einkaufen, ist für Franziska selbstverständlich. Auch beim Weggehen einen Drink ausgeben oder mal kochen kämen beim Gastgeber gut an.

Mit ihren Gästen hat die 20-Jährige bisher gute Erfahrungen gemacht. Nur den Auftritt von Couchsurfer Kai fand sie ein wenig grenzwertig: Er hatte sich abends in einer Kneipe so richtig betrunken und brachte allein nichts mehr auf die Reihe. Also hat Franziska ihn in ein Taxi gesetzt, damit er auf ihrer Couch wieder zu sich kommen konnte. „Natürlich hätte ich ihn auch einfach sitzen lassen können“, sagt sie. „Aber als Gastgeber trägt man einfach eine gewisse Verantwortung.“

„Couchsurfing ist pure Vertrauenssache“

Noch ist die 20-Jährige nicht im Ausland „couchgesurft“ – und ist sich auch unsicher, ob sie sich dazu durchringt. Schließlich gehört schon viel Überwindung dazu, sich auf eine vollkommen fremde Person einzulassen. Frank hingegen hat damit überhaupt kein Problem: „Couchsurfing ist einfach pure Vertrauenssache – und Menschen, die Schwierigkeiten damit haben, melden sich erst gar nicht an.“

Bisher ist Franks Vertrauen immer belohnt worden – mit jeder Menge Spaß. „Ich lag mit all den Leuten auf einer Wellenlänge.“ Deshalb empfängt Frank jeden mit offenen Armen – und überlasst den Gästen auch gleich mal seinen Wohnungsschlüssel.

ALESSANDRA BRÜCHNER

EXTRA-INFO: Couchsurfing & Co.

Habt ihr Lust bekommen, auch einmal auf fremden Couches durch die Welt zu surfen? Kein Problem, so einfach geht’s: Ihr füllt auf www.couchsurfing.com ein Anmeldeformular aus, damit ihr euch später mit einem Nickname einloggen könnt. Danach habt ihr euer eigenes Profil, das ihr mit Infos zu eurer Person und Fotos ergänzen könnt. Franziska findet die Aufmachung von couchsurfing.com gut: „Die ganze Seite ist einfach ansprechend und schön aufgebaut.“

Auch andere Websites bieten ähnliche Services an: www.hospitalityclub.org sowie www.bewelcome.com funktionieren nach demselben System. Wichtig ist vor allem, eine korrekte E-Mail-Adresse anzugeben – denn nur so können andere Mitglieder mit euch in Kontakt treten.

Übrigens bietet couchsurfing.com mehr Möglichkeiten als nur kostenlose Übernachtungen: Gibt man in seinem Profil „Meet For Coffee“ an, kann man sich einfach zu Treffen mit anderen Benutzern verabreden. Außerdem werden jeden Monat regionale „Stammtische“ organisiert. Zu denen könnt ihr – auch zusammen mit eurem Gast – gehen und Gleichgesinnte kennenlernen.
 

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randy radim Beck   |IP-84.148.7.xxx |25-07-2010 19:27:48
heys und zwar habe ich eine frage...ich komme aus berlin , bin jetzt in
nürnberg im urlaub
naja mein geldbeutel wurde geklaut... und aus diesem grund
brauche ich eine schlafmöglichkeit in nürnberg...wäre schön wenn ihr euch
melden würdet

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