Es glitzert silbern beim Goldschmieden PDF Drucken

Ring an Ring an Ring: Im Goldschmiedekurs hat Selina (12) ein Armband aus Silber gebastelt. Foto: Michael MatejkaSchüler haben gelernt, Schmuckstücke zu basteln

 

Schicke Armbänder, Ohrringe und Ketten aus Gold und Silber: In einem Goldschmiedekurs für Anfänger im Nürnberger Kinder- und Jugendhaus „Linie 6“ haben zehn Schülern gelernt, wie man diese selbst gestaltet.

 

Daniel (13) biegt mit einer Zange aus einem silbernen Draht eine etwa ein Zentimeter große Acht. Anschließend schneidet er die Acht ab. Vor ihm auf dem Tisch liegen bereits vierzig Stück davon.  „Du bist ja echt gut“, lobt seine Lehrerin, Goldschmiedemeisterin Birgit Rotter. „Da kannst du dir jetzt die Schönsten aussuchen und ein bisschen nacharbeiten,“ sagt sie.

Birgit nimmt eine Zange und klopft damit eine Acht in die richtige Form. Daniel soll darauf achten, dass der Draht nicht doppelt übereinander liegt, aber auch keine Lücke dazwischen ist. Der 13-Jährige nimmt jedes Teil und klopft und biegt es zurecht. Am Ende soll aus den einzelnen Stücken ein Armband oder eine Kette entstehen. Das fertige Schmuckstück will Daniel seiner Mutter schenken.

„Birgit, kommst du mal?“, ruft die zwölfjährige Fenja. „Ich weiß nicht, wie ich weitermachen soll.“ Das schwarzhaarige Mädchen kämpft mit dem Draht und der Zange. Es will einfach keine schöne Acht entstehen. Birgit formt noch einmal ein Muster, und nach einigen Minuten hat auch Fenja den Dreh raus. Doch die Zwölfjährige hat noch ein ganz anderes Problem. Der Draht sticht ihr immer in die Finger. Das ist aber normal. Außer bei Birgit. „Ich habe bereits Hornhaut an meinen Fingern“, erklärt die Goldschmiedemeisterin.

Die zwölfjährige Anna hat sich ein anderes Muster für ihre Kette ausgesucht. Sie will ein Armband aus kleinen Notenschlüsseln gestalten, denn ihre Mutter ist Musikerin. Doch Notenschlüssel zu formen, ist gar nicht so einfach. „Was nicht so schön wird, können wir später noch aussortieren“, sagt die Lehrerin. Weggeschmissen wird dies aber nicht. Birgit sammelt alle Silberabfälle. Sie lässt diese einschmelzen und dann wieder zu Silber verarbeiten.

Die Veranstaltung nennt sich zwar Goldschmiedekurs, doch die Jugendlichen basteln Schmuckstücke aus Silber. „Das hat finanzielle Gründe“, erklärt die Lehrerin. Denn ein Gramm Silber kostet nur etwa 1,20 Euro, die gleiche Menge Gold dagegen zwischen 25 und 30 Euro.

Mittlerweile hat Daniel seine Achter nachgearbeitet und formt bereits Ringe aus Draht. Diese braucht er zum Verbinden. Birgit erklärt, wie es funktioniert. Sie nimmt die Zange, biegt einen Ring auf und hängt zwei Achter rein, bevor sie den Ring wieder schließt. Daniel verbindet die Achter nach Anleitung. Am Ende kommt ein Verschluss daran – und fertig ist das Kettchen.

KERSTIN FREIBERGER

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