Die jungen Talente sind „On Air“ PDF Drucken

So schaut ein fröhliches Radioteam aus: Madelanie Bänsch und Jan Fritsche sprechen Text ein, Marco Sommermann bedient das Mischpult.  Michael MatejkaHinter den Kulissen im Medienzentrum Parabol: Jugendliche machen Radio

Ihr denkt, die meisten Radiosendungen sind langweilig und für Erwachsene? Dann kennt ihr „egoFM – Junge Talente“ nicht. Sie beweisen ein Mal im Monat, wie spannend und jung Radio sein kann. Wir haben der Redaktion bei der Vorbereitung einer Weihnachtssendung über die Schulter geschaut.


Laut und lustig geht es in der Besprechung zur kommenden Weihnachtssendung zu. „So läuft das hier bei uns immer“, sagt Radiomacher Alex Loos. „Das größte Kind hier ist unsere Claudia“, meint Kollege Jan Fritsche mit Blick auf eine hochgewachsene Frau mit wilder Lockenmähne. Es ist Claudia Dechant, die Betreuerin des Jugendmagazins.

 

Um einen Plätzchenteller hat sie sich mit acht Jugendlichen versammelt. Sie sitzen in den Räumen des Medienzentrums Parabol in Nürnberg-St. Leonhard und diskutieren. Die Münder voll mit Lebkuchen und Buttergebäck. So kurz vor Weihnachten steht natürlich eine Vorweihnachtsradiosendung an — am Dienstag, 8. Dezember, soll sie um 20 Uhr „On Air“ gehen.

Dafür machen die Jungendlichen alles selbst. Von der Themenwahl über die Produktion bis hin zum Schneiden. Kommende Woche entführen die Jungredakteure ihre Hörer für eine Stunde in eine „Weihnachtswelt“, die den meisten unbekannt sein dürfte.
Sie machen einen Abstecher in ein Leben ohne Gänsebraten und ohne eigenen Weihnachtsbaum: Sie begeben sich in die Welt der Obdachlosen. Was machen die eigentlich am Heiligen Abend?

Außerdem wird Fatih Akin, der Hauptdarsteller und Drehbuchautor des Films „soul kitchen“, der an Weihnachten in die Kinos kommt, interviewt. Die nicht ganz heile Welt einer Restaurantküche in Hamburg dürfte hier im Mittelpunkt stehen. Dann gibt’s — wie in jeder Sendung — die „Wer-Wie-Was-Warum“-Frage. Diesmal: Was ist eine Eierfeile?

Ehe diese Themen im Radio laufen, ist aber noch einiges zu tun: 20 bis 30 Arbeitsstunden werden in eine Sendung investiert. Dazu gehört: Passende Musik auswählen, die Interviews mit den Obdachlosen schneiden, die Moderation einsprechen, und, und, und .. „Das Schneiden ist mühselig“, stöhnt Andrea Wieczorek. Interviews mit angesagten Musikbands hingegen bringen alle ins Schwärmen. „Es ist der absolute Oberwahnsinn, wenn plötzlich die persönliche Lieblingsband vor einem steht. Und dann darf man seine Idole auch noch interviewen“, meint Alex.

Natürlich fällt so ein Interview nicht immer leicht: „Am Anfang war ich total schüchtern. Ich hatte sogar Angst, in den Sender zu gehen“, erinnert sich Kevin Gugel, der Neuzugang in der Runde. Bei einer Veranstaltung im E-Werk haben ihn die anderen einfach angesprochen und gefragt, ob er mitmachen will. Er wollte. Workshops und Radio-Coachings, die der Sender anbietet, haben ihm geholfen, seine Schüchternheit zu überwinden. Wie seine neue, selbstbewusste Stimme klingt, hört ihr am Dienstag ab 20 Uhr auf der Frequenz 103,6 MHz.

SOPHIA SCHUHMANN
 

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