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Johanna Fleischmann hat bei „Jugend testet“ chinesische Kochbücher bewertet
Die Jugend hat fleißig getestet: Beim Wettbewerb der Stiftung Warentest haben 1700 junge Leute zwischen 13 und 19 Jahren mitgemacht und einzeln und in Teams Kurioses und Alltägliches getestet. Johanna Fleischmann aus Nürnberg hat chinesische Kochbücher unter die Lupe genommen und schaffte es mit ihrem Testergebnis unter die besten 50 Teilnehmer.
Chinesische Kochbücher? Der asiatische Schnellimbiss ist in Großstädten doch normalerweise um die Ecke und selbst im ländlichen Raum haben sich schon viele Chinarestaurants niedergelassen. Wer kocht da noch zuhause? Johanna Fleischmann tut es. Aber sie hat ein Ziel: Denn sie will herausfinden, warum das Essen vom Chinesen die Straße runter anders schmeckt als das, was im Reich der Mitte serviert wird.
Die 18-Jährige hat nämlich im Rahmen eines Austauschprogramms ein Jahr in China, genauer gesagt in der alten Hauptstadt Nanjing, verbracht und dort ihre Geschmacksnerven auf das landestypische Essen umgestellt.
Die Idee, verschiedene chinesische Gerichte aus unterschiedlichen Kochbüchern nachzukochen, kam also aus reiner Neugier der Nürnbergerin, ob hierzulande andere Zutaten im Essen landen. Als sie dann durch Zufall vom Wettbewerb „Jugend testet“ erfuhr, hat sie ihre Ergebnisse zusammengefasst und mit Punkten sowie Noten bewertet.
Im Test hatte die 18-Jährige sechs verschiedene Kochbücher, die auf deutsch verfasst sind. Die meisten stammen von chinesischen Autoren, aber auch von deutschen und sogar von einem Italiener. Aus den Büchern hat sich Johanna jeweils zwei Rezepte ausgesucht und nachgekocht. Weil die asiatische Küche aber so vielseitig ist, war es schon mal schwer, gleiche Gerichte zu finden. „Selbst die Frühlingsrollen waren unterschiedlich. Ich habe dann ein Gericht mit Huhn oder Pute genommen und das zweite frei gewählt“, erzählt die Gymnasiastin.
Testsieger mit der Note „gut“ sind schließlich zwei chinesische Autoren geworden. „Die Gerichte haben tatsächlich so geschmeckt wie in China, ich war total baff.“ Doch den Geschmack hat die 18-Jährige gar nicht in die Bewertung aufgenommen, weil dieser „sehr subjektiv ist“.
Einfluss aus Thailand
Die Punkte gingen an die Verständlichkeit der Rezepte: was ist klein, und: ist das Fleisch nicht schon früher gar als erst nach drei Minuten? Weiter hat Johanna die Fotos, die Ausführbarkeit, das Ergebnis und den Preis des Buchs bewertet. Beim Kochen und Essen half der Zwölftklässlerin freilich die gesamte Familie. Der Aufwand hat sich meistens gelohnt!
Aber was machen die Köche in den deutschen Chinarestaurants anders? Johanna vermutet, dass es die Vermischung der asiatischen Kulturen ist. „Der Einfluss aus Thailand ist sehr groß und außerdem passt man sich an die deutsche Küche an.“ In China steht übrigens das Hauptgericht in der Tischmitte und jeder holt sich mit seinen Essstäbchen zu seiner Reisschüssel, was er möchte. Johanna hätte sich gerne noch mehr durch die chinesische Esskultur gefuttert, aber sie konnte das Land leider nicht so weit bereisen.
STEFANIE GOEBEL
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