Roman-Autorin aus Idealismus PDF Drucken

Rahel Abebe Foto: Lisa SollfrankNürnberger Studentin hat einen Fantasy-Roman geschrieben

Im Hauptberuf ist Rahel Abebe (20) Studentin im 2. Semester an der Uni Erlangen-Nürnberg. Noch. Vielleicht macht sie auch bald Karriere als Buchautorin.

Wenn man Rahel Abebe das erste Mal sieht, denkt man sich: klein, süß und nett. Was aber hinter dieser unscheinbaren Fassade steckt, ist ziemlich mächtig, ganze 535 Seiten dick. Denn Rahel ist mit 20 Jahren schon Buchautorin.
 

Ihr erster Fantasy-Roman „Die Weltenwandler – Der Verrat“ handelt von der Jugendlichen Kate, die sich mit so einigen Problemen in der Schule und zu Hause rumschlagen muss.
Als wäre das nicht schon genug, muss sie auch noch ihr Doppelleben geheim halten. Denn Kate macht in der Parallelwelt Artanien eine Ausbildung zum Weltenwandler. Ob das gut gehen kann?


Rahel ist in Nürnberg geboren, aber ihre Eltern stammen aus Eritrea. Schon seit ihrer Zeit in der Grundschule Wiesenstraße schrieb Rahel kleinere Gedichte, Texte und Lieder.
„Von Kindesbeinen an hat mich Literatur fasziniert“, sagt sie rückblickend, „die Welt der Dichtung bot mir einen besonderen Einblick in die deutsche Sprache und damit in den deutschen Kulturraum als Ganzes.“
 

Mit 14, als Schülerin des Sigena-Gymnasiums, begann Rahel dann, ein Buch zu schreiben. Sie entwickelte Figurencharakteristika, Konzepte und Handlungsstränge, was langwierige Recherche erforderte.
Und das neben der Schule und anderen Verpflichtungen, etwa als Kollegstufensprecherin, Abi-Zeitungs-Chefredakteurin und Tutoren-Sprecherin. Das hieß für Rahel: immer in den Ferien schreiben oder bis in die Nacht hinein.
 

Aus purem Idealismus, sagt sie: „Ich wollte einen persönlichen Beitrag zur Verbreitung der Leselust leisten, die eine wichtige Rolle im sprachlichen Lernprozess einnimmt.“ Denn ihr ganzes bisheriges Leben lang hat Rahel sehr deutlich gespürt: „Die Beherrschung der deutschen Sprache ist der Schlüssel zu guten Schulleistungen und zu einer erfolgreichen Integration.“
 

Inzwischen studiert Rahel Sozialökonomik – „eine Mischung aus Soziologie, Psychologie, Kommunikationswissenschaften, internationaler Politik und Wirtschaft.“ Und das Buch ist fertig – nach insgesamt sechs Jahren Arbeit.
 

„Mein Ziel war es, ein Buch für Jugendliche zu schaffen, das sie zum Lesen motiviert“, erklärt die Autorin. "Das gilt vor allem für Jugendliche mit Migrationshintergrund, deren Lesemotivation aufgrund der sprachlichen Barrieren nicht immer von den Eltern gefördert werden kann“.
Und außerdem soll „Der Verrat“ zum Nachdenken anregen. Rahel gibt zu, dass dieser Anspruch „ein bisschen größenwahnsinnig ist“.
Aber „ein Stück Idealismus ist immer gut“. Und allen, die auf einen weiteren Band der Weltenwandler hoffen, sei verraten: Es wird ihn geben!

lso/hlo

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Urs F.   |IP-109.41.76.xxx |10-07-2010 17:02:03
Sehr guter, detailierter, ansprechender, aussagekräftiger und zutreffender
Beitrag.

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