| In Chile sind Jugendliche mehr wert |
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Während der Schulzeit ein anderes Land, eine andere Kultur kennenlernen – ein Schüleraustausch macht’s möglich. So ist Felipe Salem Gesell (17) aus Chile im vergangenen Jahr in Deutschland zur Schule gegangen. Zwischenzeitlich verbrachte er auch drei Wochen in Mittelfranken, bei der Familie von Jana Wraneschitz (17). Sie war dank einer Schulpartnerschaft selbst bereits einmal drei Monate in Chile zu Gast. Hier sprechen die beiden über ihre Erfahrungen. Was hat euch an eurem jeweiligen Gastland besonders gut gefallen? Felipe: Dass es hier so sicher ist: In Deutschland kann man ganz beruhigt nachts herumlaufen oder seine Tasche liegen lassen. Und es ist immer alles gut organisiert. Außerdem finde ich Heidelberg total schön – diese tollen, alten Gebäude. In Chile sind die Städte gerade mal 70 Jahre alt, hier sind es Jahrhunderte! Habt ihr Unterschiede in der Lebensweise festgestellt? Felipe: In Chile ist man nach zwei Stunden der beste Freund; in Deutschland dauert es viel länger. Und wie war’s, in einem anderen Land in die Schule zu gehen? Jana: Ich finde, die Lehrer sind in Chile toll. Zum Beispiel darf man sie duzen und ihnen ohne Probleme sagen, was man über sie denkt. In Deutschland vergessen die Lehrer einen gleich wieder, wenn sie einen nicht mehr im Unterricht haben. Wie unterscheiden sich die Schulsysteme voneinander? Felipe: Das Tolle am deutschen System ist, dass man die Schule wechseln kann, weil es unterschiedliche Schularten gibt. Ganz anders in Chile: Da müssen alle zwölf Jahre lang auf die gleiche Schule gehen. Es gibt gute und schlechte Schulen – aber man weiß vorher nie, welche Sorte man erwischt. Außerdem können bei uns alle Schüler Abitur machen – es heißt PSU (Prueba de selección universitaria). Dennoch hat derjenige bessere Studienchancen, der auf einer guten Schule war. Jana: Das gute Verhältnis zwischen Jung und Alt. Ich habe Omas kennengelernt, die sich richtig gut mit den Themen und Interessen ihrer Enkel auskannten. In Chile haben Jugendliche einfach einen höheren Stellenwert: Man traut ihnen mehr zu – egal ob arm oder reich. Was hat euch die Zeit im Ausland persönlich gebracht? Jana: Ich habe viel schneller Spanisch gelernt als gedacht. Man darf beim Sprechen einfach nicht ängstlich sein! Ich habe gelernt, dass ich mich überall auf der Welt wohlfühlen kann. Und dass Deutschland sehr, sehr reich ist. Die ganzen Jammereien hier sind Quatsch! Extra-Info: Felipe war mit der weltweit aktiven Austauschorganisation AFS in Deutschland. Der Verein sucht laufend Gastfamilien für junge Gäste aus aller Welt. Mehr Infos unter www.afs.de
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Zwei Schüler aus Deutschland und Chile erzählen über ihre Zeit im Ausland
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