| Luxusshopping und Lenins Leiche |
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Im Urlaub nach Moskau fahren? Auf diese Idee würden die Einzelhandelsschüler des Berufsausbildungswerkes Mittelfranken normalerweise nicht kommen. Und doch sind vier von ihnen drei Tage nach ihrer Abschlussprüfung in den Flieger gestiegen und in die russische Hauptstadt gereist. Denn ihre Schule war ausgewählt, am EU-Projekt „Europeans for Peace. Medienatlas – Freund- und Feindbilder in den Medien“ teilzunehmen. Wie die angehenden Einzelhandelskaufleute und Lehrerin Doris Labbé Moskau erlebt haben, schildern sie hier. Moskau ist aufregend! Schon kurz nach unserer Ankunft wurde uns bewusst: Hier ist was los. Moskau ist die teuerste Stadt Europas, in der laut offiziellen Angaben 13 bis 16 Millionen Einwohner leben. Die tatsächliche Anzahl wird aber auf etwa 18 Millionen geschätzt. Die historische Palastanlage blieb jedoch nahezu unberührt. Und im Kreml regiert, wie früher einst die Zaren, heute der russische Präsident Medwedew.
Am ersten Abend haben wir uns gleich auf den Weg zum weltbekannten Roten Platz gemacht. Der Anblick war überwältigend. Alles erstrahlte so hell, dass man meinte, Moskau nehme am Casting zur schönsten Stadt teil. Fasziniert waren wir auch vom Kaufhaus Gum. Seine Hunderte von Metern an Schaufenstern waren so stark beleuchtet, dass das ganze Haus fast im Lichtermeer verschwand. Früher war das Gum ein staatliches Einkaufszentrum, in dem die Otto-Normal-Bürger ein- und ausgingen – und zwischen vielleicht vier Jeans- und drei Pullover-Modellen auswählen konnten. Ganz anders heute: Das Gum beherbergt viele internationale Designerlabels. Luxusshopping pur! Ein neuer Tag, ein neues Ziel: das Leninmuseum. Hier wurden wir genauestens durchsucht: Handys und Fotoapparate mussten abgegeben werden, die Taschen wurden durchleuchtet. Und alles nur, um die präparierte Leiche des Staatsgründers Wladimir Iljitsch Uljanow, mit Kampfnamen Lenin, zu besichtigen. Täglich von Hunderten bestaunt, kostet die Körperaufrechterhaltung Lenins über 20 Millionen Euro jährlich. Überrollt von Menschenmassen Eigentlich wollten wir auch die „Nacht der Museen“ nutzen, während der alle Moskauer Ausstellungen kostenlos zugänglich sind. Aber Fehlanzeige: Vor jedem Museum standen hunderte, teilweise tausende Besucher. Um uns in dieser Menschenmasse nicht zu verlieren, nahmen wir uns bei den Händen. Das war auch in der Metro eine gute Strategie. Schließlich fahren die U-Bahnen im Zwei-Minuten-Takt und transportieren täglich bis zu neun Millionen Passagiere. Ein weiteres Wahrzeichen Moskaus durfte bei unserer Stadtbesichtigung nicht fehlen: der Kreml. Wir waren schwer beeindruckt von der Ansammlung von Türmen, Palästen und den vier russisch-orthodoxen Kathedralen mit ihren goldenen Zwiebeltürmen. Eine 2235 Meter lange Steinmauer umgibt den Komplex. Am Ende unserer Reise besuchten wir zwei riesige Parkanlagen – jede Tausende von Quadratkilometern groß. Im Park „Zarizyno“ beeindruckten uns die „Musikfontänen“. Dabei werden klassische russische Melodien eingespielt. Und je nach Höhe der Klänge sprudeln die Fontänen niedriger oder höher aus dem Boden. Kein Wunder, dass wir hier gleich 28 Brautpaare sahen, die sich zwischen den kleinen Seen und vor den monströsen Bauten fotografieren ließen. Unser Fazit der Reise ist eindeutig: Moskau rockt und ist einen Besuch wert! ASTRID PASKA (19), ANGELIKA WENZEL (23), JOHANN SPIES (20), DAVID CZIPES, VEL WISCHNOWITZER (19)
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