| Mr. X aus dem Internet |
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Flirten leicht gemacht: Facebook, MySpace oder SchülerVZ sind ideale Bagger-Plattformen. Hier erzählt eine Extra-Mitarbeiterin (20) von ihrer Erfahrung mit einem Blind Date aus dem Netz. Alle meine Freunde waren im StudiVZ, nur ich nicht. Irgendwann habe ich mich dann überreden lassen und mir ein Profil angelegt. Und weil mir gerade langweilig war, habe ich mir Mühe damit gegeben und viele persönliche Dinge angegeben. Ziemlich schnell schrieb ich mir mit Leuten E-Mails, die ich gar nicht kannte. Viel gedacht habe ich mir nicht dabei – auch nicht, als mich ein Sebastian, seiner Seite zufolge 23 Jahre alt, offensiv anflirtete. Wieso auch nicht? Schließlich war ich Single und er wohnte über 200 Kilometer weit weg – was sollte da schon passieren? Doch bei netten Mails blieb es nicht. Irgendwann gab ich Sebastian meine Handynummer und wir telefonierten lange. Ich fand ihn wahnsinnig nett, ihm schien es ähnlich zu gehen. Bald darauf sagte er mir, dass er sich in mich verliebt habe und mich gern kennenlernen würde. Soviel Offenheit hätte ich nicht erwartet. Aber um ehrlich zu sein, ging es mir ebenso. Also schoss ich alle Argumente gegen ein Blind Date in den Wind. Ich wollte eh gerade in den Urlaub fahren. Deshalb vereinbarte ich mit dem Unbekannten aus dem Netz, dass wir uns in Kehl an der französischen Grenze treffen. Ich war nie vorher dort gewesen, und ich war allein unterwegs. Da meine Eltern mir garantiert von diesem Treffen abgeraten hätten, habe ich nichts erzählt. Auch keiner meiner Freunde wusste Bescheid. Ich wollte nur noch Sebastian treffen. Schließlich wollte der extra für mich nach Kehl fahren! Vor dem Treffen wurde ich dann doch nervös. Was wusste ich eigentlich über den Jungen, mit dem ich verabredet war? Zumindest nichts, was ich hätte nachprüfen können. Schließlich hätte jeder das Profil mit den netten Fotos und den flotten Sprüchen erstellen können. Ja, am Telefon war er nett – aber vielleicht war das alles nur Taktik? Ich hatte Glück: Der Mensch, der auf mich wartete, war tatsächlich jener Sebastian, mit dem ich mich so gut verstanden hatte. Aber es hätte auch ein x-beliebiger Typ oder ein Verbrecher sein können. Und was dann? Niemand hätte gewusst, wo ich bin. Keiner wäre auf die Idee gekommen, mich in Kehl zu suchen. Diese Gedanken kamen mir allerdings erst, als es schon hätte zu spät sein können. Heute weiß ich: Im Internet flirten – schön und gut. Aber mit einem völlig Unbekannten werde ich mich ganz sicher nie wieder verabreden! Und schon gar nicht, ohne jemandem Bescheid zu sagen, wo ich bin und was ich vorhabe.
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