Weg mit dem Müll PDF Drucken


Mit diesem riesigen Müllgreifer wird der Müll in die Verbrennungsöfen befördert. Foto: Stefanie GoebelEin Besuch in der Abfallverbrennungsanlage

Überall ist er zu finden: Müll. Achtlos weggeworfen auf Straßen, in der Natur. Die überquellenden Mülleimer in den Städten sind ein alltägliches Bild. Aber was passiert eigentlich mit dem Müll, der von der Müllabfuhr abgeholt wird? Wir, die Ferienreporter der Nürnberger Nachrichten haben den Weg des Mülls verfolgt. Dazu haben wir außerdem eine Umfrage, einen Kommentar und ein Interview geführt. Alles, was man über Müll wissen muss, haben wir in einem Extra-Fakten-Artikel zusammengefasst.

Beißender Geruch steigt uns in die Nase. Der Motorenlärm dröhnt in unseren Ohren, als eines der vielen Müllautos an uns vorbeibraust. Wir sehen Männer in orangefarbenen Anzügen. Durch eine offene Luke erkennen wir Plastiktüten, Blumentöpfe, Teppiche und Matratzen auf einem riesigen Müllberg liegen.

 Wir befinden uns in der Anlieferungshalle der Nürnberger Müllverbrennungsanlage und beobachten, wie der ganze Müll in den so genannten Müllbunker geschüttet wird. Das ist eine laute und schmutzige Angelegenheit. Hier liefern täglich etwa 200 Müllautos um die 1000 Tonnen Müll aus Nürnberg, Fürth, Schwabach und dem Nürnberger Land an. „Einmal ist es schon passiert, dass ein Mitarbeiter samt Gabelstapler in die Müllmassen hineinfiel. Er konnte glücklicherweise gerettet werden, jedoch stank er nach seinem unfreiwilligen Müllbad fürchterlich“, erzählt uns Kranführer Klaus Muder.

Den 37-Jährigen treffen wir an seinem Arbeitsplatz, der sich ungefähr 30 Meter über dem Müllbunker befindet. Mit einem Greifer, der aussieht wie eine riesige Metallspinne, befördert Muder die Müllmassen in einen Trichter, der zu den Verbrennungsöfen führt. Durch ein Glasfenster werfen wir anschließend einen Blick auf das „Höllenfeuer“, in dem der ganze Unrat verbrannt wird — allerdings nur einen kurzen Blick, weil das grelle Flammenmeer uns die Augen tränen lässt.

Dabei sehen wir auch, was vom Müll übrig bleibt: die Schlacke. Sie wird in einem Behälter aufgefangen. Bei der Müllverbrennung entsteht aber nicht nur Schlacke, sondern auch viel Rauch. Dieser wird im Kesselraum im Zickzack durch lange Stahlrohre geschleust, in denen die giftigen Stoffe rausgefiltert werden, erzählt uns Peter Fallier, der uns die Anlage zeigt. In diesem Teil der Müllverbrennungsanlage hat es gefühlte 40 Grad — wir kommen leicht ins Schwitzen.

Nach dieser Hitze brauchen wir unbedingt eine kleine Abkühlung. Auf dem 35 Meter hohen Dach des Gebäudes haben wir neben viel frischer Luft auch einen herrlichen Ausblick über die Stadt Nürnberg

MIRIAM BARGINDA, ELINA NEUMANN

 

EXTRA-Fakten zur Müllverbrennung:

In der Nürnberger Müllverbrennungsanlage (MVA) werden täglich 1000 Tonnen Abfall angeliefert. Das entspricht etwa 150 bis 180 Müllautos. Bevor er allerdings in Flammen aufgeht, wird der Müll in einem so genannten Müllbunker gelagert. Dort passen 10 000 Tonnen Unrat rein.

Die zwei Müllkräne befördern mit ihren Greifern jeweils fünf Tonnen Abfall in den Verbrennungsofen. Der Müll verbrennt darin bei 850 Grad Celsius. Wenn er erstmal angezündet wurde, brennt der Abfall übrigens von alleine. Der Heizwert des Mülls entspricht nämlich dem von Braunkohle. Nach der Verbrennung bleiben Reste wie Schlacke, Metalle oder Flugstaub übrig. Die Schlacke wird zum Beispiel im Straßenbau verwendet.

Bei der Müllverbrennung entstehen auch giftige Gase. Diese werden in verschiedenen Abgasreinigungs-Stufen gefiltert, bis alle Gase den zulässigen Grenzwert erreicht haben. Dann wird der Rauch durch den 100 Meter hohen Kamin nach außen geblasen.

Neben der Verbrennung des so genannten Restmülls gibt es auch noch andere Entsorgungswege: Der Inhalt des gelben Sacks, also Verpackungsmaterial, wird größtenteils recycelt. Der Kunststoff wird beispielsweise zu neuem Plastik eingeschmolzen. Der Biomüll kommt auf eine Biomülldeponie. Dort wird er wie auf einem übergroßen Komposthaufen gelagert. Das Altpapier kommt wie der gelbe Sack oder das Altglas in einen Verwertungshof. Der Sperrmüll wird auf den Wertstoffhof gebracht. Ein großer Teil wie alte Matratzen oder Sofas wird wiederum in der MVA verbrannt.

JOHANNES FÜRSATTEL

 
EXTRA-Meinung:

Ich finde Mülltrennung und Recycling gut, wenn es richtig gemacht wird. Bei der Mülltrennung wird der Müll in Bio-, Rest- und Papiermüll getrennt. Außerdem gibt es die Altglas- und die Altkleidersammlung sowie den gelben Sack.

Recycling ist Wiederverwertung von gebrauchten Sachen wie zum Beispiel Altglas; es wird farblich sortiert und zu neuem Glas eingeschmolzen. Produkte mit dem Grünen Punkt kosten im Laden bereits zwei bis drei Cent mehr, weil der Kunde die Recyclingkosten gleich mitbezahlt. So werden mit Recycling die Ressourcen der Erde geschont.

Leider wird der getrennte Müll oft wieder zusammengeschüttet und dann verbrannt. In der Stadt gibt es zum Beispiel nur einen Mülleimer für alles. Bei den Produkten des Grünen Punkts können auch nicht alle Sachen verwertet werden, deswegen wird ein Teil davon trotzdem in der Müllverbrennungsanlage verbrannt. Das ist eigentlich nicht der Sinn des Recyclings.

MICHAEL KEILHOLZ

 
EXTRA-Interview:

In der Müllverbrennungsanlage Nürnberg hat sich NN-Ferienreporter Michael Keilholz mit Klaus Muder über seinen Job unterhalten. Der 37-Jährige arbeitet seit sechs Jahren als Kranführer.

Warum haben Sie diesen Job gewählt, und was haben Sie vorher gelernt?
Klaus Muder: Ich habe diesen Job eigentlich nur, um Geld zu verdienen. Vorher habe ich Maurer gelernt. Also vom Kranfahrer zum Greiferfahrer. Außerdem braucht man in diesem Beruf mindestens einen Baggerschein.

Was war das verrückteste Objekt, das Sie je im Müll gesehen haben?
Muder: (lacht) Ich glaube, das war ein Kollege, der mit seinem Gabelstapler in den Müllbunker gefallen ist.

Wie sicher ist Ihr Arbeitsplatz — Müll gibt es ja immer?
Muder: Ich denke, mein Job ist sicher, aber heute kann man vieles automatisieren.

Was ist schwierig an dieser Arbeit?
Muder: Ich darf nichts kaputtmachen und muss Mauern aus Müll bauen können, weil sonst die Müllautos keinen Abfall mehr abladen können.

Macht Ihnen dieser Job Spaß?
Muder: Ja, auf jeden Fall. Es ist wie Autofahren.
 

EXTRA-Umfrage:

Die NN-Ferienreporter haben in der Nürnberger Innenstadt eine Umfrage gemacht. Sie befragten Passanten, wie sie zu Mülltrennung stehen.

Martha Neff  hält wenig von Mülltrennung. In ihrer Heimat Paraguay verbrennen die Leute ihren Müll selbst, erzählt die 23-jährige Südamerikanerin.
Petra Zabel findet Mülltrennung sinnvoll. Die 37-jährige Nürnbergerin trennt selbst. Ihr Freund dagegen denkt, dass nach dem Sortieren wieder alles auf einen Haufen kommt. Deshalb trennt er den Müll nicht.
Beate Bäumel hält sehr viel von Mülltrennung und Recycling. „Ich war schon in einem Recyclingcenter und habe gesehen, wie der Müll mühsam per Hand aussortiert wird“, erzählt die 52-jährige Neumarkterin. Sie selbst half auch mit.
Maria Herrman meint, dass Mülltrennung in der Stadt schwachsinnig ist. „Am Bahnhof gibt es für jeden Müll einen Behälter, aber jede Stunde kommt ein Mann und schüttet alles zusammen“, sagt die 73-jährige Schwabacherin. Wenn man Müll aber richtig trenne, könne es sehr nützlich sein.
Christine Hedderich trennt ihren Müll wegen der Umwelt und weil sie gläubig ist: „Ich richte mich nach der Bibel. Man soll die Erde ehren und pflegen.“ Das gibt sie auch an ihre Kinder weiter.

JASMIN LUTZ(10), MIRIAM BARGINDA (13), JOHANNES FÜRSATTEL (10), MICHAEL KEILHOLZ (13), WINSTEN KIENER (11), ELINA NEUMANN (13)

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taylor müller   |IP-83.171.156.xxx |30-06-2010 23:06:16
hmm ich hab da mit gemacht xD
war lustich =)

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