Die Banane passt nicht in den Kuchen PDF Drucken

Zwei Freundinnen vergleichen Backmischungen für einen Wettbewerb

Sie haben nur Augen für die Sahne, die durch die Rührschüssel wirbelt und ihre Nasen schnuppern am Ofen, aus dem Kuchenduft kommt. Die Freundinnen Miriam Olbrich (16) und Anna Böhme (16) testen für einen Wettbewerb der Stiftung Warentest Backmischungen.

Es ist ein weißer Klecks aus Schoko-Bananen-Creme, der Anna aus der Fassung bringt. Sie schaut auf die Verpackung der Maulwurfkuchen-Backmischung, dann wieder auf das halbfertige braune Kuchenstück, an dem Miriam gerade arbeitet. Und schimpft los: „Die Creme darf den Kuchenrand nicht berühren.“ Miriam greift zum Teigschaber und bessert aus.

„Es ist aber auch viel zu viel Sahnecreme geworden“, rechtfertigt Miriam ihr Malheur. Die Freundin nickt, zückt den Kugelschreiber — „zu viel Sahne“ notiert sie auf einen Zettel, den sie vor sich liegen hat. Das was hier in der kleinen Küche in Pommelsbrunn passiert, ist kein lustiger Backnachmittag. Nicht nur zumindest. Die Freundinnen nehmen am Wettbewerb „Jugend testet“ teil. Dafür wollen sie in drei Monaten sechs Backmischungen ausprobieren. Inzwischen sind sie bei Mischung Nummer drei, einem Maulwurfkuchen, angelangt.
Das süße Stück soll am Ende wie ein kleiner brauner Haufen ausschauen; daher der Name Maulwurfkuchen. Gefüllt wird er mit einer Fertigcreme aus Banane, Schokostreuseln und Sahne.

Künstlicher Geschmack

Ein Löffel davon schmeckt unnatürlich nach Banane, zeigt ein Zwischentest. Für Leute, die nicht gut backen können, kommen aber gut mit so einer Mischung zurecht“, verteidigt Anna die angerührte Masse. Bis der Kuchen damit gefüllt ist, soll es laut Backanleitung eine Stunde dauern. Ob das zeitlich hinhaut, oder ob vielleicht eine Mengenangabe falsch ist — die beiden Schülerinnen des Hersbrucker Paul-Pfinzig-Gymnasiums schreiben alles auf. „Wir machen das sehr detailliert und geben Verbesserungsvorschläge“, erklärt Miriam. Mit diesem Konzept wollen sie die Jury des Wettbewerbs überzeugen.

„Für den ersten Platz bekämen wir 2000 Euro und würden zur Siegerehrung nach Berlin eingeladen werden. Das würde uns schon gefallen“, meint Miriam. Letztes Jahr standen auf dem Siegertreppchen Kaugummi-Tester, zu Ende des Wettbewerbs im Februar hoffen die Mädels oben zu stehen. „Wir wissen nur nicht, ob unsere Idee mit den Backmischungen originell genug ist“, zweifelt Miriam.

Von den Erkenntnissen, die die beiden beim Projekt gewonnen haben, könnten andere Hobby-Kuchenbäcker auf jeden Fall profitieren.
„Bei einen Sandkuchen, den wir gebacken haben, war die Backzeit falsch. 60 Minuten stand da — und dann war er schwarz. Wir empfehlen dem Hersteller, die Zeit auf 40 Minuten umzuändern“, sagt Anna. Und noch eines: Kinder sollten die Sankuchen Backmischung auf gar keinen Fall in die Finger bekommen — die Anleitung ist zu schwer verständlich.

Dickes Minus für den Hersteller

Beim Maulwurfkuchen läuft hingegen fast alles glatt. Bis auf die eineinhalb Bananen, die sich nicht mehr auf den Kuchenboden quetschen lassen und diesen Rest von Schoko-Bananen-Creme. Dafür gibt’s auf Annas Liste noch ein dickes Minus für den Hersteller.

DANIELA RAMSAUER

Bis 31. Dezember könnt ihr euch noch für den Wettbewerb anmelden. Weitere Informationen unter www.test.de/jugendtestet/
 

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