| Lieber mal was geheim halten |
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Wer chattet, sollte bestimmte Dinge beachten: weder Name noch Adresse oder Telefonnummer verraten, keine freizügigen Bilder veröffentlichen, sich nicht mit Fremden treffen. Diese Regeln kennt so gut wie jeder Jugendliche – und trotzdem halten sich nur wenige daran. Deshalb bietet die Beratungsstelle pro familia in Nürnberg den Workshop „ver_klickt – Neue Medien und Sexualität“ an. Darin wird zum Beispiel besprochen, welche Tücken Profile haben können. Wir haben den Workshop zusammen mit Jugendlichen der Nürnberger Konrad-Groß-Hauptschule besucht. Los geht’s mit einer kurzen Befragung: Klar, alle Workshop-Teilnehmer nutzen das Internet, die meisten täglich. Bis auf ein Mädchen chatten alle auch mit fremden Leuten, die sie nicht persönlich kennen. Die Hälfte hat schon einmal Fotos von sich ins Netz gestellt, ebenfalls die Hälfte hat sich online Sexfotos angesehen. Und die meisten haben ein eigenes Profil bei einem sozialen Netzwerk wie SchülerVZ oder Facebook. Aber wie genau haben sich die Jugendlichen überlegt, was sie dort von sich preisgeben? Im Kurs wird es still. Wie gut, dass die erste Übung sich genau damit beschäftigt: In Gruppen sollen die Jugendlichen ein fiktives Profil erstellen. Welche Kategorien sie ausfüllen und was sie über sich verraten, ist ihnen überlassen. Jessica und ihre Gruppe gehen vorsichtig an die Sache heran: Bei Telefonnummer, Anschrift und E-Mail-Adresse geben sie „ist geheim“ an. Miriams Gruppe hingegen erstellt ein wahres Profil mit realen Daten. Aber sie vermerkt, dass das Profil nur Freunde sehen dürfen. „Das ist okay“, meint Sexualpädagoge Jörg Völlger, der den Workshop leitet. „Wenn ihr das aber öffentlich gemacht hättet, wäre es problematisch. Dann könntet ihr die Infos gleich auf ein Schild malen und damit durch die Fußgängerzone laufen. Persönliche Daten sind der Schlüssel zu eurem Leben.“ Als Profilbild sucht Miriams Gruppe sich zunächst das Motiv aus, auf dem ein Mädchen im Bikini am Strand liegt. „Vorsicht!“, warnt Kursleiterin Julia Rahe. „Wer so ein Bild ins Netz stellt, braucht nichts über sich schreiben, aber hat trotzdem schon zu viel verraten.“ Mit solchen Bildern kann man zum Beispiel Mobbing Tür und Tor öffnen – denn jeder, der will, kann es mit einem blöden Kommentar versehen. Außerdem könnten Hacker das Bild kopieren und den Kopf auf einen nackten Körper montieren. „Echt, das geht?“, fragt Sandra ungläubig. Ja, das geht – und das Internet vergisst nichts und verzeiht keine Fehler. Selbst wenn man etwas löscht, sind die Daten noch irgendwo hinterlegt und damit öffentlich zugänglich. Deshalb sollte man immer vorher überlegen, was man über sich preisgibt. Und bedenkt, wer mitliest: „Wenn ihr euch bewerbt, klickt der Chef ganz schnell mal in euer Profil rein, wenn es öffentlich ist“, sagt Jörg Völlger. Bilder von der letzten Saufparty machen sich dann sicher nicht gut. Am 29. September bietet pro familia den Kurs „Neue Medien und Sexualität“ nochmals für Mädchen und Jungen von 13 bis 15 Jahren an (16.30 bis 20 Uhr, Talfeldstraße 13 in Nürnberg). Die Teilnahme kostet 3 Euro, Anmeldung unter Tel. 09 apk Tipps für sicheres Surfen
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