Rugby ist viel mehr als nur Raufen PDF Drucken

Ziel beim Rugby ist es, das „Ei“ — ähnlich wie beim American Football — in die gegnerische Endzone zu tragen und dort abzulegen. Das wollen aber natürlich die Verteidiger verhindern. Ab und an entstehen dabei dann auch mal blaue Flecken, die die Jugendlichen aber schnell wegstecken. „Es macht einfach Spaß“, sagen sie begeistert. Fotos: Eduard Weigert

Ob dick, dünn, groß, klein – für den Sport werden allerlei Körpermaße gebraucht

Die meisten Mütter sind sicher alles andere als begeistert, wenn sie hören: „Mama, ich will zum Rugbyspielen!“ Sofort bekommen sie Angst um „ihre Kleinen“. Dass die Sportart aber wenig mit Raufen zu tun hat und sogar Mädchen bei den Jungs mitspielen, könnt ihr beim TSV Nürnberg sehen.
„Hopp“ – „hopp“ – „hopp“ – „hopp“! So saust das Rugby-Ei von Spieler zu Spieler, meist mit beiden Händen geworfen. Dazu laufen die Angreifer in einer langen Reihe nebeneinander gegen die bärenstarken Verteidiger an. „Das Schwierige ist, den Ball immer nach hinten zu passen, denn das ist die Regel“, sagt Jakob. Der 16-Jährige hat sich mit zehn Freunden gedacht, mal in den Rugbysport hineinzuschnuppern.

„Bamm“ – „bamm“ – „bamm“ – „bamm“! Immer, wenn ein Spieler den Ball fängt, dauert es nicht lange, bis er angegriffen wird. Das heißt hier „tackeln“. Doch die Attacken selbst der erwachsenen Verteidiger tun gar nicht weh: Mit Schaumstoffkissen ausgestattet suchen die Abwehrspieler den Körperkontakt, schieben die Angreifer aus der geordneten Reihe. „Getackelt werden darf immer nur der, der den Ball hat“, hat Daniel gelernt. Im späteren, offiziellen Match wird dann natürlich ohne Schaumstoffkissen gespielt, was durchaus schmerzhaft werden kann. „Blaue Flecken gehören dazu!“, sind sich die Jungs sicher. Ein paar Male haben sie schon gesammelt.

„Mit Raufen hat der Sport trotzdem wenig zu tun“, sagt Jakob. Rugby zählt zu den fairsten, wenn auch härtesten Sportarten. Die Trainerin sagt, in mehr als sechs Jahren Rugby hat sie sich kein einziges Mal ernsthaft verletzt. Nur, klar, „blaue Flecken gehören dazu“, bestätigt sie. Doch die werden durch das Üben weniger, denn man lernt ja den richtigen Kontakt zwischen Angreifer und Verteidiger.

Was auch toll ist: Alle verschiedenen Körpermaße werden in einer Rugbymannschaft gebraucht. Kleine und wendige Spieler in der Verteidigung, mopsige oder gar dicke im Sturm. Denn da ist Kraft und Masse gefragt.
„Es ist super, als Mädchen kann man sich mal mit Jungs messen und ihnen auch mal eine mitgeben“, freut sich Theresa. Sie hat mit 13 Jahren das ideale Einstiegsalter.
Ein weiteres Plus der Sportart: Es bedarf keiner teuren Ausrüstung. Mundschutz und Fußballschuhe sind das einzige Muss, das jeder selbst mitbringen soll. Anfangs aber nicht einmal das: Wer von euch erst mal hineinschnuppern möchte in ein echtes Rugbytraining, für den reichen Sportsachen und normale Joggingschuhe aus.

„Es ist total lustig und vor allem mal eine neue Sportart, die ich bisher noch nie gespielt habe“, sagt Theresa. Außerdem gefällt der 13-Jährigen, dass sie sich „mal richtig auspowern“ kann. In der Schule haben die Jugendlichen zwar schon oft Rugby-ähnliche Sportarten zum Aufwärmen gespielt. Aber mit der echten Sportart hatte das im Nachhinein gesehen rein gar nichts zu tun: „Auf dem Pausenhof wird nach vorne gepasst und vor allem die Zeit genutzt, um zu prügeln und sich zu raufen“, sagt Daniel.
Daher ist es auch keine gute Idee, statt Fußball fortan Rugby auf dem Pausenhof zu spielen. „Auf dem Asphalt ist das schlecht – auch, weil die anderen die Regeln nicht kennen und wieder blöd losprügeln“, sagt Jakob.

Vielleicht wollt ihr jetzt mehr über Rugby wissen, es auch selbst mal ausprobieren, damit es bald mal klappt mit einem regelkonformen Spiel auf dem Pausenhof? Dann kommt entweder montags oder mittwochs von 19 bis 21 Uhr zum TSV 1846 Nürnberg, Weißenseestraße 30 in Erlenstegen. Probiert sie einfach einmal aus, die Sportart mit dem „Hopp“ und dem „Bamm“.

CHRISTOPH BENESCH

+/-
Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:
 
:angry::0:confused::cheer:B):evil::silly::dry::lol::kiss::D:pinch:
:(:shock::X:side::):P:unsure::woohoo::huh::whistle:;):s
:!::?::idea::arrow:
 
Please input the anti-spam code that you can read in the image.
+/- Kommentare
Neuer Kommentar RSS

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."