Fitnessstudio gleich Fitnesswahn? PDF Drucken

 Christian hat neben dem Krafttraining sogar seine Ernährung umgestellt. „Für Schönheitsideale trainiert man“, sagt er. F.: Von Draminski, SpörleinLisa (15) und Christian (21) gehen regelmäßig ins Studio, um ihre Figur zu trimmen

Lisa und Christian sind beide fitnessbegeistert. Hier erzählen sie die Gründe dafür und schildern ihre Eindrücke aus dem Fitnessstudio.
Lisa ist schlank, jung und hübsch. Ein Figurproblem hat die 15-Jährige nun wirklich nicht. Trotzdem geht sie, wenn es die Schule zulässt, bis zu viermal in der Woche in ein Fitnessstudio in Fürth.

„Sport macht mir einfach Spaß“, sagt sie. Und die Bewegung sei ein toller Ausgleich zum Schulstress. Sie sieht das Training im Fitnessstudio in erster Linie „als Sport und für die Gesundheit“. Aber „schon auch für die Figur“, sagt sie und lächelt.

Der Traum, endlich in ein Fitnessstudio gehen zu dürfen, wurde für Lisa im Februar war, zu ihrem 15. Geburtstag. „Meine Mutter hat das zuvor immer nicht gewollt“, erinnert sie sich. Jetzt bezahlt ihre Mama es ihr sogar. Denn ein Fitnessstudio ist nicht gerade günstig, und in ein Billigstudio wollte Lisa nicht gehen. „Mir ist es wichtig, dass ich immer rein kann, wenn mir nach Bewegung ist.“ Das war bei ihrer letzten Sportart, dem Tanzen, nicht so. „Da war man immer auf die Trainingszeiten angewiesen.“
Ihr Bruder geht seit Jahren ins Fitnessstudio, „irgendwie bin ich dadurch dazugekommen“, vermutet sie. Ihre Freundinnen gehen vor allem aus Kostengründen nicht mit. Dafür kennt sie wieder viele Jungs, die regelmäßig im Fitnessstudio auftauchen.

In „ihrem“ Studio zählt Lisa zu den Jüngsten: „Die meisten sind älter – und auch dicker“, sagt sie. Aber die Gymnasiastin findet es „klasse, dass gerade die was für ihre Gesundheit tun“. Sie selbst trainiert vor allem ihre Bauch- und Rückenmuskeln. „Dadurch habe ich keine Schmerzen mehr, wenn ich die schwere Schultasche rumschleppen muss“, sagt sie.

Einen Fitnesswahn dagegen sieht sie bei sich, in ihrem Freundeskreis und im Fitnessstudio nirgends. „Eher die alten Damen haben vielleicht einen, die sind zum Teil richtig dürr.“
Sie selbst trainiert immer genau so viel, wie sie will. Trainer korrigieren die Übungen. „Wichtig ist, dass man sich im Vorfeld gut informiert“, sagt Lisa. Sie selbst hat sechs Studios abgeklappert, bis sie das Richtige für sich gefunden hat. „Die Trainer sollen Ahnung haben“, ist ihr wichtig. Bei Jungs übrigens „stehe ich total auf Muskelkerle“. Nicht auf welche, die zu Hause rumsitzen und faul sind.

 ***

Christian ist eigentlich schon ein alter Hase. Nicht, weil er schon 21 Jahre ist, sondern in Sachen Fitnessstudio: „Seit fünf Jahren trainiere ich regelmäßig“, sagt der junge Mann mit dem breiten Kreuz. „Man kann sagen, ich mache das jetzt schon ziemlich professionell.“ Denn neben dem Stemmen der Gewichte, mit denen er Brust, Bauch, Arme und Rücken bis hin zu den Beinen trainiert, hat er auch seine Ernährung umgestellt.

„Leichtathletik hat mir keinen Spaß mehr gemacht. Ich wollte Muckis haben“, sagt er und grinst. Wie er die bekommt, hat er sich vor allem „von den ,Schränken‘ im Studio abgeschaut. Denn die müssen es ja wissen.“ Jetzt sportelt Christian bis zu viermal in der Woche — je nachdem, wie es mit der Schule hinhaut, denn momentan macht er sein Abitur.

„Krafttraining ist nicht nur gut für meinen Körper, sondern auch für mein Selbstbewusstsein und meinen Ehrgeiz. Das kann man dann auf die Schule übertragen.“ Was Christian gar nicht anrührt, sind Dopingmittel: „Vielen jungen Leuten kann es nicht schnell genug gehen mit den Muskeln. Die greifen dann schon mal zu irgendwelchen Mitteln. Und schon hat das Fitnesstraining einen schlechten Ruf“, ärgert er sich.

Durch das eng anliegende T-Shirt erkennt man, dass der 21-Jährige schon viel von seinem Ziel erreicht hat. „Mir geht es um eine gute Figur. Es macht Spaß zu sehen, wie sich der Körper verändert. Das motiviert weiterzumachen.“ Seiner Freundin und seiner Mutter geht das schon manchmal zu weit: „Klar, die sagen schon mal, dass ich es übertreibe.“ Andererseits gibt es ihm Bestätigung, die er „irgendwie braucht“. Denn: „Schönheitsideale gibt es, die will man auch erreichen.“ Trotzdem sieht er Krafttraining als „Spaß, für die Gesundheit und als Sport“. Denn „wie andere Fußball oder Handball spielen, gehe ich eben meinen Körper trainieren“.

Auf die süßen Seiten des Lebens verzichtet er aber nicht: „Ich bin eine Partybiene. Am Wochenende trink’ ich schon auch ein paar Bier und gehe in die Disco. Ich bin sogar DJ.“ Seine Freundin hat Christian nicht danach ausgesucht, wieviel Sport sie macht. „Da gibt es viel wichtigere Werte“, findet er.

CHRISTOPH BENESCH

Ihr geht selbst gerne ins Fitnessstudio? Hier gibt euch Wolfgang Kemmler von der Universität Erlangen-Nürnberg ein paar Tipps, worauf ihr achten solltet.

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Sokratius  - Lobbyismus   |IP-87.183.29.xxx |27-08-2010 14:46:03
Hört sich ziemlich nach einem Artikeln an, der von der Fitnesslobby angestiftet
wurde!

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