"Immer wieder beraten lassen" PDF Drucken

Wolfgang Kemmler vom Institut für Medizinische Physik der Uni Erlangen-Nürnberg. Foto: BöhnerTipps zum gesunden Trainieren in Fitnessstudios

Wolfgang Kemmler arbeitet am Institut für Medizinische Physik der Universität Erlangen-Nürnberg. Hier äußert er sich dazu, wann und in welcher Form Fitnesstraining für Jugendliche sinnvoll ist.
Herr Kemmler, ist Fitnesstraining für Jugendliche sinnvoll?

Wolfgang Kemmler:Grundsätzlich ja, denn in der Schule kommt heutzutage der Sport viel zu kurz.

Was genau ist das Gute daran?

Kemmler: Körperliches Training hat nur Vorteile, wenn man es richtig dosiert. Fettleibigkeit, Haltungsschäden und das Diabetesrisiko werden bekämpft, das Herz-Kreislauf-System und die Muskulatur gestärkt. Und man kann sich sogar besser konzentrieren in der Schule, Lernen fällt leichter.

Wann ist das Fitnesstraining richtig dosiert?

Kemmler: So drei- bis fünfmal die Woche kann man trainieren. Koordination, Ausdauer und Kraft gehören gleichermaßen dazu.

Jungs und Mädels trainieren oft für eine bessere Figur. Wie erreicht man die auf gesunde Art?

Kemmler:Mädchen mit einem Aerobic-Kurs und danach ein- bis zweimal die Woche zusätzlich moderatem Krafttraining. Für Jungs gilt Ähnliches – ruhig mal Aerobic ausprobieren, das ist perfektes Ganzkörpertraining! Aber der Schwerpunkt liegt mehr auf Krafttraining.

Wie alt sollte man sein, um mit dem Fitnesstraining zu beginnen?

Kemmler: Man kann früh beginnen, muss aber mit der Belastung aufpassen! Hohe Last sollte erst nach Ende der Pubertät gewählt werden, wenn die Wachstumsfugen geschlossen sind. Ganz wichtig ist eine gute Anleitung, denn oft merkt man im Eifer gar nicht, dass man sich überlastet.

Woran erkenne ich ein professionelles Studio mit guten Trainern?

Kemmler: Es sollte kein Billigstudio ohne qualifizierte Betreuung sein. Ruhig den Trainer nach seiner Qualifikation fragen – und sich nicht von Zertifikaten blenden lassen. Die sind oft schwer zu durchschauen! Dann Ziele setzen und immer wieder kontrollieren lassen. Wer nur eine einmalige Einweisung bekommt, wird schlecht betreut.

Gute Studios sind aber oft teuer.

Kemmler: Bei billigen ist oft die Betreuung gerade für Jugendliche nicht ausreichend und falsche Ziele werden gesteckt. Eine gute Alternative sind Krafträume oder Krafttrainingsgruppen in Sportvereinen.

Schönheitsideale sind bei Training und Ernährung oft Vorbilder.

Kemmler:Das ist nicht ungefährlich. Babyspeck wegtrainieren ist o.k., aber wenn bei Mädels die Periode unregelmäßig wird oder ausbleibt, wird es problematisch. Regelmäßige Kontrolle mit Fettwaagen ist wichtig, da das Körperfett in Beziehung zu diesem Problem steht.

CHRISTOPH BENESCH

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