Vom Bruder inspiriert und trainiert PDF Drucken

Auf dem Wasser ist Stefan Lambracht (15, links) voll in seinem Element - und hat beim Training eigentlich immer Bruder Markus (rechts) an der Seite. Fotos: Bernd BöhnerStefan Lambracht ist einer der talentiertesten Ruderer der Region - Als Ausgleich spielt er Trompete

Sieben bis acht Trainingseinheiten pro Woche, 60 bis 120 Minuten pro Einheit, bei denen er 16 bis 20 Kilometer zurücklegt: Das ist das Pensum des 15-jährigen Stefan Lambracht aus Erlangen-Büchenbach. Stefan fährt kein Rad und läuft auch nicht – er rudert.

Der Bruder war schuld. Durch ihn kam Stefan überhaupt erst zu seinem Sport. Seit seinem zehnten Lebensjahr (früher darf man nicht mit Rudern anfangen) ist er beim Ruderverein Erlangen aktiv, trainiert wird er unter anderem von seinem Bruder Markus, vier Jahre älter als Stefan. „Ich wollte schon immer rudern, weil ich es von kleinauf von meinem Bruder so kannte“, erzählt Stefan, dessen lange Locken unter dem Basecap hervorschauen.

Er sitzt ein paar Meter von seiner Trainingsstrecke entfernt, direkt am Main-Donau-Kanal. Dort rudert er seit fünf Jahren stets zwischen den Schleusen Erlangen und Kriegenbrunn. „Da merkt man, ob man sich verbessert“, findet Stefan, „weil es Tage gibt, an denen man die Strecke locker und leicht und viel schneller als sonst bewältigt“.

Es kann aber auch mal vorkommen, dass man keinen Bock mehr hat und am liebsten auf dem Wasser stehenbleiben möchte: „Wenn es sich anfühlt, als ob man nicht voran kommt. Aber man muss ja irgendwann weiterrudern, um wieder an Land zu kommen.“ Dennoch: Der Kanal gehört zu Stefans Lieblingsgewässern, „weil es eher ruhiges Wasser ist“: flaches Wasser, kaum Wind und Wellen, keine Strömung. „Da kann man sich besser auf die Technik konzentrieren.“ Denn die Ruderer sitzen viel wackliger als man denkt: in bis zu 30 Zentimeter breiten Booten. Umgekippt ist Stefan bisher nur einmal, bei einem seiner ersten Wettkämpfe in Nürnberg.

Der Main-Donau-Kanal in Erlangen zählt zu Stefans Lieblingsgewässern, hier trainiert er bis zu acht Mal pro Woche. Foto: Bernd BöhnerMittlerweile ist der 15-Jährige, der als Ausgleich Trompete spielt, viel erfahrener und bei internationalen Regatten dabei gewesen. Für einen Ruderer ist Stefan relativ schmächtig. Er ist zwar bereits 1,80 Meter groß, wiegt aber keine 65 Kilo. Deshalb rudert er im sogenannten leichten Doppelzweier. Am vergangenen Wochenende war er in dieser Disziplin bei den Deutschen Meisterschaften und wurde dort — zusammen mit seinem Partner Matthias Königseder — Achter. Im vorigen Jahr war Stefan in der Altersklasse 12 bis 14 Bundessieger, „mein größter Erfolg bisher“. Auch dank des Trainings, findet er: „Wir sind nur mit einer wirklich guten Technik und Kondition schnell.“ Und die kriegt man durch ein ausgewogenes Training. Deshalb rudert der Neuntklässler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums nicht nur, sondern trainiert auch Ausdauer und Kraft.

Auch in anderen Sportarten hat sich Stefan schon versucht: viele Jahre beim Fußball oder mit Inlinern im Skatepark, auf dem Mountainbike oder im Winter beim Skilanglauf. Aber vor allem in der Gemeinschaft der Ruderer fühlt er sich wohl — nicht nur wegen seines Bruders.

JOHN HENNIG

In der Rubrik Extra-Talent stellen wir Jugendliche vor, die mit irgendetwas besonders erfolgreich sind. Ihr kennt jemanden, über den wir mal berichten sollten? Dann schickt euren Talent-Tipp an redaktion@ jugend-extra.de

+/-
Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:
 
:angry::0:confused::cheer:B):evil::silly::dry::lol::kiss::D:pinch:
:(:shock::X:side::):P:unsure::woohoo::huh::whistle:;):s
:!::?::idea::arrow:
 
Please input the anti-spam code that you can read in the image.
+/- Kommentare
Neuer Kommentar RSS

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."