Von der wilden Hilde zum großen Kino PDF Drucken

Regisseur Aidin auf der Suche nach neuen Drehorten: Für den Foto-Termin hat er sich extra schick gemacht und die Hornbrille daheim gelassen. Foto: Stefan HippelIm Sommer führt der Nürnberger Gymnasiast Aidin bei einer Krimi-Komödie Regie

Aidin Ahmadi hat einen Traum: Filme machen! Deswegen hat der 19-jährige Gymnasiast vor kurzem seine eigene Produktionsfirma gegründet. Im Sommer steht die erste große Produktion an. Dafür castet er professionelle Schauspieler und Kameraleute.

Auf Aidins Nase sitzt eine riesige schwarze Hornbrille, wie sie gerade bei den Kreativen in Metropolen wie Berlin oder London in ist. Über der engen Röhrenjeans trägt er ein lässiges, blaues Hemd. Aidin Ahmadi sieht nicht nur aus wie der Prototyp eines jungen Filmemachers – er ist einer! Genau genommen ist er Regisseur, Drehbuchautor und Produzent in einem: „Seit ich denken kann, begeistern mich Filme“, sagt der Nürnberger und tippt die Adresse seines Ein-Mann-Unternehmens „Stunny Film Germany“ in seinen Laptop (www.stunnyfilm.de.tf).

Hauptberuflich geht Aidin, dessen Eltern aus Iran stammen, in die 12. Klasse des Martin-Behaim-Gymnasiums Nürnberg. Sein LK-Fach Sozialkunde/Geschichte inspiriert ihn oft zu neuen Filmideen: „Historischen Stoff filmisch aufzuarbeiten, kann unheimlich spannend sein. Filme wie ,Das Leben der Anderen‘ sind ein super Beispiel dafür.“

Neben der Schule ist Aidin Darsteller und Webmaster beim Jugendclub des Staatstheaters Nürnberg. Er hat auch schon Regie bei verschiedenen Theaterprojekten geführt. Seine größte Leidenschaft gilt aber dem Film. Der Dreh seiner neusten Produktion, der Krimi-Komödie „Zurück zum Anfang“, steht in den Sommerferien an.

Das Drehbuch ist schon fertig, dafür hatte er sich zu Recherchezwecken quer durch die Stadtbibliothek gelesen. Momentan ist Aidin damit beschäftigt, die Drehorte, das technische Equipment, die Finanzierung und die Crew zu organisieren.

Diesmal arbeitet Aidin mit Profis: „Ich hatte ein Inserat auf www.regie.de aufgegeben und da haben sich über 100 Schauspieler und Kameraleute gemeldet, die mein Projekt unterstützen wollen.“ Unterstützen heißt in dem Fall: ohne Gage spielen. Denn obwohl Aidin vom Filmbüro Franken und verschiedenen Sponsoren gefördert wird, ist für Schauspielergehälter kein Geld da. Das geht unter anderem für die Ausrüstung und für Reisekosten drauf.

Bis Aidin tatsächlich als Regisseur eines oscarverdächtigen Films im Abspann steht, ist er sich für kommerzielle Fingerübungen nicht zu schade. Gerade hat der Gymnasiast die Anfrage für einen Werbespot auf dem Schreibtisch: „Meerrettich Schamel möchte seine Honig-Senfsauce ,Wilde Hilde‘ bewerben“, erzählt Aidin. Langfristig möchte er aber am liebsten Spielfilme drehen.
Damit er ja keinen Geistesblitz vergisst, hat Aidin immer sein Ideenbuch in der Tasche: „Wenn ich was Spannendes lese oder sehe, wird das sofort notiert oder eingeklebt.“

Neben Notizen für die aktuelle Produktion finden sich in dem dicken Ringbuch auch Einträge zum Thema Amok-Läufe. Damit möchte er sich bald mal filmisch beschäftigen. „Sozialkritische Themen interessieren mich am meisten, auch wenn man damit natürlich nicht so viel Kohle machen kann.“
Aber solange er sich mit der Filmemacherei später mal ein Dach über dem Kopf und was zu essen leisten kann, ist das das Größte für Aidin: „Ich möchte Geschichten erzählen, Leute erreichen, politisch unkorrekt sein!“

ANNA SCHLEINZER

In der Rubrik Extra-Talent stellen wir euch Jugendliche vor, die mit irgendetwas besonders erfolgreich sind. Wenn ihr jemanden kennt, der ein Ass im Trampolinspringen ist oder was Tolles erfunden hat, dann schickt uns euren Talent-Tipp!

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anonym  - ein begnadeter spezialist........   |IP-217.229.211.xxx |28-04-2009 17:55:18
"War die SPD nicht die Partei, der Hitler beigetreten ist?" sinngemäß
nach A.Ahmadi, Sk/G - Kurshalbjahr 12/I
Anonymus  - !!   |IP-77.191.224.xxx |28-04-2009 18:11:25
Ich kann dem Artikel nur zustimmen! Dieser junge Herr, ich habe die große Ehre
gehabt ihn einige Zeit beobachten zu können, ist außerordentlich begabt und
ziel-orientiert. Bemerkenswert ist vor allem ein einverleibtes
Universalinteresse, welches ihn in seiner Wissensbegierde unersättluch macht.
Als ein Beispiel sind seine umfangreichen Geschichts- und Politikkenntnisse zu
nennen, so wie die Autorin es bereits richtig ausgedrückt hat.
Kurz und knapp:
ein wirklich talentierte und eloquente Persönlichkeit. Ach ja, auch ich freue
mich schon darauf eines seiner Werke möglichst bald im Kino sehen zu dürfen!

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