| „Festung Erlangen — offen aus Tradition ?“ |
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Die gelbe Kerze mit dem Stacheldraht wies den Weg: Als die Hochschulgruppe von Amnesty International in Erlangen mitten auf dem Hugenottenplatz kurze Szenen aus dem Alltag von Flüchtlingen spielte, hatte das einen handfesten Hintergrund.
Vielen Flüchtlingen drohen zu Hause Haft, Misshandlung, Folter oder gar der Tod. Doch wer sich glücklich in ein anderes Land gerettet hat, ist nicht unbedingt in Sicherheit: Viele Menschen dürfen nicht einmal Asyl stellen, werden noch an der Grenze der „Festung Europa“ abgewiesen – ohne, dass sich jemand ihr Schicksal und ihre Situation überhaupt anhört. Geschichten von Zwangsabschiebungen, bei denen Menschen sterben, sind bekannt, Euphemismen wie „Ausreisezentrum“ für ein Abschiebelager sprechen Bände. Doch auch, wer es ins vermeintliche Paradies schafft, findet sich oftmals in überfüllten Asyl-Unterkünften wieder, muss mit zugeteilten Essenspaketen vorliebnehmen, darf keine Arbeit annehmen, sich nicht frei bewegen und vieles an Auflagen mehr. Damit es gar nicht erst soweit kommt, drängt laut Berichten von Amnesty International (AI) unter anderem die EU-Grenzschutzagentur Frontex Schiffe mit illegalen Einwanderern gerne noch auf hoher See ab – ohne groß zu überprüfen, ob jemand an Bord Anspruch auf Asyl hat. Mit Erfolg: Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gehen die Zahlen der Menschen, die in Deutschland Asyl beantragen, stetig nach unten. „Wer in der Europäischen Union Schutz sucht, hat kaum die Möglichkeit, überhaupt auf deren Boden zu gelangen“, erklärt Svenja Dambon, Sprecherin der Erlanger AI-Hochschulgruppe. Mit der Straßentheateraktion „Festung Erlangen“ wollten die Studenten gegen die soziale Kälte an den Grenzen der EU anspielen. „Offen aus Tradition“ – der Untertitel der Straßenaktion sollte an die erfolgreiche Straßenaktion vom vergangenen Sommersemester anknüpfen. Diesmal wurde auf dem Hugenottenplatz ein Tor errichtet, das den Eingang zur „Festung Erlangen“ markiert. Doch davor steht ein Schreibtisch, an dem die Neuankömmlinge erst einmal vorstellig werden und sich ihren Stempel abholen müssen. Den zu bekommen, ist alles andere als einfach: Da geht es um Bildung, um die finanzielle Ausstattung und ganz sicher nicht nur um Gerechtigkeit und Nächstenliebe. Dazu erklärte Svenja Dambon: „Wir wollen deutlich machen, dass da keine namenlose Masse auf uns zustürmt, sondern dass das alles einzelne Menschen sind, die mit ihren Schicksalen Schutz bei uns suchen.“ STEFAN GNAD
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Mit Straßentheater machte die Hochschulgruppe von Amnesty International auf Flüchtlingsschicksale aufmerksam 
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