Beste Stimmung beim Winterball PDF Drucken

Beste Stimmung herrschte beim Winterball der Hochschulen. Foto: Horst Linke1600 Gäste feierten in der Nürnberger Meistersingehalle

Bei bester Stimmung haben sich 1600 Gäste haben beim gemeinsamen Winterball der Universität Erlangen-Nürnberg und der Nürnberger Hochschulen in der Meistersingerhalle vergnügt.  Uni-Rektor Prof. Karl-Dieter Grüske betonte in seiner Begrüßungsrede, dass das gesellschaftliche Ereignis heuer 60 Jahre alt wird. Im Winter 1950 hatten sich erstmals Professoren in Erlangen zusammengefunden, um — allerdings unverkleidet –  einen Faschingsball zu feiern.

 


1969 verlegte der damalige Rektor Prof. Johannes Herrmann, der Vater des heutigen bayerischen Innenministers Joachim Herrmann, den Ball nach Nürnberg. Heutzutage machen sich die aktiven Professoren eher rar.
Bei der diesjährigen Auflage wurden neben vielen Studenten vor allem pensionierte Dozenten und mittlerweile hochschulferne Absolventen gesichtet, die einfach nur das Tanzbein schwingen wollten. Für vielbeklatschte Programmeinlagen sorgten sieben Damen aus der spanischen Tanzschule von Mari Angeles in Erlangen sowie die Trampolin-Showtruppe „Munich Airriders and Friends“ unter der Leitung von Markus Thiel.
 

Kai (links) und Ena warten auf Tanzherren. Foto:Horst Linke Sie nippt an ihrem Sektglas, da sieht sie ihn. Ihre Blicke kreuzen sich. Er lächelt und kommt auf sie zu. Nach einem kurzen Gespräch entschweben die beiden auf die Tanzfläche: So oder so ähnlich haben sich die Initiatoren des diesjährigen Winterballs der Hochschulen die neu erdachten Treffpunkttische wohl vorgestellt. Ob es auch so funktioniert, hat die Szene-Extra-Mitarbeiterin Kai Kappes getestet.

Eine Meldung auf der Extra-Campus-Seite der NN, eine E-Mail der Uni Erlangen-Nürnberg an die Studierenden – eigentlich müssten tanzwütige Herren ohne entsprechende Partnerin (und umgekehrt) informiert sein, dass sie einen der neuen Kennenlerntisch ansteuern sollen, um eine Dame (oder einen Herren) zum Tanzen aufzufordern.
Meine Freundin Ena und ich wollen uns gleich ins Getümmel stürzen und halten an den Treffpunkttischen Ausschau nach potentiellen Tanzkandidaten. Doch zu Beginn des Abends ist dort vor allem eines anzutreffen: gähnende Leere. Erst nach und nach werden die Tische voll – und schließlich zu Treffpunkten im eigentlichen Sinne: für Jung und Alt, für Freunde und Bekannte – und manchmal auch für Fremde.
Die Stimmung ist prima, es wird viel gelacht. Die rauschenden Ballkleider der flanierenden Damen werden bewundernd und manchmal belächelnd kommentiert. Und so manch einer beginnt bereits hier zur Musik der Partyband Jump 5 mit den Hüften zu wackeln.
Nur leider begegnen sich keine neuen Tanzpaare. Meist treffen sich längst Bekannte zum kurzen Verweilen am Stehtisch. Ena und ich stellen die absolute Ausnahme dar. Wir kommen schnell mit Peter und Thorsten ins Gespräch. Sie sind alte Schulfreunde und besuchen jedes Jahr gemeinsam den Winterball Sie werden unsere Begleiter für diesen Abend und fordern uns nicht nur einmal galant zu Rumba, Foxtrott und Co. auf.
So geht trotz der ausgelassenen Fröhlichkeit an den Tischen das Konzept nicht ganz auf. Viele missverstehen den Begriff „Treffpunkttische“. So auch Serge, der hier mit Getränken auf Julia wartet. Er deutet die Tische als Treffpunkt für all jene Besucher, die sich im Gewimmel aus den Augen verloren haben und sich an diesem Standort wiederfinden können.
Den eigentlichen Zweck der Tische bewerten Julia und Serge positiv. „Männer, die tanzen können und wollen, sind rar. Wenn sich an diesen Tischen ein Tanzpartner auflesen lässt, ist das eine prima Sache“, meint Julia.
Beide sind der Meinung, dass eine bessere Ausschilderung der Tische nötig wäre, um die Bekanntheit der Tanzpartnerbörse zu erhöhen. Auch eine Notiz im Programmheft fänden beide toll. „Vielleicht könnte man eine Art Bedienungsanleitung aufstellen, damit jeder sofort das Prinzip versteht“, scherzt Serge und verschwindet mit seiner Partnerin in Richtung Tanzfläche.
Anna und Sophia haben per E-Mail von den Tischen erfahren – und daraufhin beschlossen, ihre tanzfaulen Freunde zu Hause zu lassen, um am Treffpunkt von tanzbegeisterten Herren aufgefordert zu werden.
Doch der Plan geht nicht auf. Die Kavaliere bleiben aus. Auch um Mitternacht haben Anna und Sophia noch keinen Mann zum Tanzen entdeckt. „Ich bin enttäuscht. Ich wollte hier nicht dem Traummann begegnen, sondern einfach nur einem Tanzpartner für den Abend! Deshalb hatte ich mir sehr viel mehr von den Treffpunkttischen versprochen“, sagt Sophia.
Sie und ihre Freundin lassen sich von der Herrenflaute dennoch nicht den Abend verderben. Mit dem Wahlspruch „Selbst ist die Frau!“ stürmen sie die Tanzfläche, um gemeinsam über das Parkett zu schwofen.
Fazit: Die Gattung „Tanzpartner“ stellt auf dem Winterball eine Mangelware dar. Deswegen der herzliche Aufruf an alle Männer: Kommt nächstes Jahr, stellt euch an die Treffpunkttische und seid nicht zu schüchtern, das vielleicht schon eingerostete Tanzbein zu schwingen! Die Winterball-Damen freuen sich auf euch!
 

+/-
Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:
 
:angry::0:confused::cheer:B):evil::silly::dry::lol::kiss::D:pinch:
:(:shock::X:side::):P:unsure::woohoo::huh::whistle:;):s
:!::?::idea::arrow:
 
Please input the anti-spam code that you can read in the image.
+/- Kommentare
Neuer Kommentar RSS

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."