Tanz, Mariechen, tanz! PDF Drucken

Jasmina tanzt in der Juniorengarde des Karnevalsclubs Herzogenaurach. Foto: Edgar PfrognerJugendliche engagieren sich im Faschingsgetümmel

Am Rosenmontag und Faschingsdienstag erreicht das närrische Treiben nochmal zwei Höhepunkte, bevor der Fasching dann am Aschermittwoch begraben wird. Die fünfte Jahreszeit ist aber nicht Jedermanns Sache. Wir wollten wissen, was Jugendliche am Fasching mögen, und haben zwei Tanzmariechen gefragt.

„Natürlich find’ ich den Fasching gut.“ Theresa Schaufler ist das genaue Gegenteil eines Faschingsmuffels, ebenso wie ihr Freundeskreis. Sie tanzt seit 15 Jahren in der Garde beim Karnevalsclub Herzogenaurach und freut sich immer auf die Saison, die am 11. November beginnt. Denn dann kann sie die gelernten Tänze und die aufwendig gefertigten Kostüme dem Publikum präsentieren.


Aber auch privat geht sie gerne auf Faschingsfeiern. „Ich habe Spaß am Verkleiden. Ich war zum Beispiel Biene oder auch Hawaii-Mädchen“, erzählt die 20-Jährige, die durch ihre Schwester in den Verein kam. Mit fünf tanzte Theresa bei den Bambinis, die zum Teil sogar „noch mit Windeln auf der Bühne stehen“. Jetzt ist sie „bei den alten Hasen“ in der Elferratsgarde.
Doch damit nicht genug. Neben der klassischen Garde ist Theresa auch als Trainerin, Tanzmariechen und in einer Showtanzgruppe aktiv. „Ich wurde damals von der Trainerin als Tanzmariechen ausgewählt, das ist schon eine besondere Ehre“, sagt sie. Bei den Auftritten ist sie immer noch aufgeregt, „weil alle Augen nur auf mich gerichtet sind und der Mariechentanz ziemlich schwierig ist“.


Um beweglich zu bleiben, ist natürlich regelmäßiges Dehnen Pflichtprogramm. Ohne die Beweglichkeit wäre ein Spagat unmöglich, und das Bein könnte man auch nicht bis ans Ohr strecken. Da die 20-Jährige aber zweimal pro Woche Leistungsturnen betreibt, ist sie körperlich fit genug für den Job.


In der Faschingssaison hat ihre Garde ein volles Programm. Die Mädchen tanzen auf verschiedenen Turnieren und treten auf Veranstaltungen wie Prunksitzungen oder Faschingsumzügen auf. „Bei Meisterschaften sind wir von der Platzierung im guten Mittelfeld bis vorne. Um an der Spitze zu sein, müssten wir aber noch mehr trainieren“, sagt Theresa, die beim Karnevalsclub ihren Ausgleich zu Studium und Turnen findet.

Die 20-Jährige studiert seit Herbst Hauptschullehramt an der Uni in Nürnberg. „Prüfungs- und Faschingszeit fallen leider in den gleichen Zeitraum. Das ist stressig.“ Doch Theresa ist der Fasching so wichtig, dass sie versucht, beides parallel zu schaffen – und notfalls steckt sie auch mal mit dem Lernen zurück.

Wie Theresa ist auch die 13-jährige Jasmina Hajji als Fünfjährige zum Karnevalsclub gekommen. „Ich war damals mit meiner Mutter auf dem Kinderfasching und habe die Garde tanzen sehen. Das gefiel mir so gut, dass ich es auch machen wollte.“

Seitdem trainiert Jasmina einmal pro Wochen mit der Juniorengarde. Doch auch zu Hause wird noch kräftig geübt. „In den Ferien stretche ich mich, um in den Spagat zu kommen“, verrät Jasmina, die auch in der Showtanzgruppe der Junioren tanzt. „In der Garde gefällt es mir aber besser.“


Jasmina freut sich immer auf die Faschingszeit, weil sie sich gerne als Hexe verkleidet und das Tanzen ihr viel Spaß macht. „Letztes Jahr haben wir uns für die Süddeutschen Meisterschaften qualifiziert, und im Garde- und Showtanz haben wir auch gute Platzierungen“, erzählt die Achtklässlerin stolz.


Wie lange sie noch ihr Hobby betreiben möchte, weiß Jasmina nicht. Im nächsten Jahr würde sie in die Elferratsgarde kommen, die ihrer Meinung nach die schönsten Kostüme trägt. Auch Theresa möchte noch ein paar Jahre Tanzmariechen sein. Sie macht das von ihrer Fitness abhängig. „In der Garde zum Beispiel ist die älteste Tänzerin 33, aber manche hören auch schon mit 15 auf, weil die Beweglichkeit fehlt.“

STEFANIE GOEBEL

 

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