|
Die Könige des psychedelischen Pop schaffen ihr Meisterwerk
Wie muss sie sich wohl angefühlt haben, eine Welt ohne Internet, Mobiltelefon und Billigflüge? Langweilig? Nicht, wenn man sich sein eigenes Schmetterlingshaus bauen kann, in dem die Fantasie erblüht und in dem man wohlig warm in seinen eigenen Träumen baden kann. „The Coral“ können das. Der Fünfer aus der Nähe von Liverpool hat mit seinem sechsten Album „Butterfly House“ (Cooperative Music/Universal) wieder einmal wunderbare Welten des Merseybeat geschaffen, voller psychedelischer Gesänge und blumiger Gitarrenklänge.
|
|
Weiterlesen...
|
|
Musik wie ein Kopfsprung in einen kühlen See
The Drums sind nicht das, was sie zu sein scheinen. Die Viererbande, die selbst nicht so genau weiß, wo sie gerade lebt, hat mit “Let’s Go Surfing” eine der fröhlichsten, unbeschwertesten Hymnen des Jahres geschrieben. Gesurft sind die Musiker aber noch nie. Die naive Leichtigkeit, die ihr Debütalbum “The Drums” (Cooperative Music/Universal) durchweht, ist nur ein Sehnsuchtsort. Noch immer haben die vier an ihrer einsamen Außenseiter-Kindheit zu knabbern und sind von melancholischen oder gar depressiven Anflügen geplagt. |
|
Weiterlesen...
|
|
Funk, Soul, Hip-Pop und ein alter Clubspieler
Wer sich auch nur zaghaft in Nürnbergs Musikszene bewegt, der kennt zumindest den Bandnamen: Carlos Reisch. Die zehnköpfige Combo um Frontmann Rainer Pirzkall hat sich nach dem ehemaligen Clubspieler Stef Reisch benannt, in dessen Lottogeschäft der Bandchef einst Kunde war. Wohltuend unkalkuliert ist diese Gruppe in den vergangenen Jahren ihren Weg gegangen - sie waren immer präsent in Jugendclubs und kleinen Konzertlocations. Während andere Bands ein Album primär als Promotion-Tool produzieren, ihre Myspace-Seite aufpimpen als wären sie die Rolling Stones, obwohl sie erst seit einem halben Jahr zusammen im Probenkeller stehen, ist das bei Carlos Reisch alles total anders.
|
|
Weiterlesen...
|
|
Bezaubernder und versponnener Folk für die Varieté-Bühne
Wer für Versace, Dior, Dolce & Gabbana und Chanel auf den Laufstegen dieser Welt unterwegs ist, dessen musikalisches Talent ist meist nicht größer als das magere Mittagshäppchen. Ganz anders bei Karen Elson. Die 31-jährige Britin mit den feuerroten Haaren und der zerbrechlichen Gestalt war schon immer anders, bizarr, geheimnisvoll. Und so ist auch die Musik auf ihrem Debüt-Album mit dem programmatischen Titel „The Ghost Who Walks“ (XL/Beggars Group/Indigo).
|
|
Weiterlesen...
|
|
Ein Moment zum Mitnehmen
Als die ersten Sonnenstrahlen dieses Frühlings meinten, mich beeindrucken zu müssen mit ihrer Präsenz - also an Ostern. Ich schwang mich aufs Rad, ließ dabei die Jacke offen und fuhr auf den Burgberg. Der Anstieg so steil, der Durst so groß, Endstation Cafe "Wanderer". Obwohl der Albrecht-Dürer-Platz ein Wespennest für Touristen ist, sitzen dort viele Einheimische auf einen Kaffee oder ein Bier. Beim Anblick tiefenentspannter Menschen hinter ihrem Seidlä zucke ich kurz, entscheide mich aber aufgrund der noch frühen Uhrzeit aber für eine Apfelschorle aus Pretzfeld. Hinsetzen, Jacke ganz aus, MP3-Player-Stöpsel ins Ohr, Leute beobachten, ab und zu blendet die Sonne. Im Player läuft: Die neue Compilation des Labels Stereo Deluxe. |
|
Weiterlesen...
|
|
Kratzbürstiger Indie-Pop mit Überraschungsmoment
„Alles fließt“, sagte dereinst der griechische Philosoph Heraklit (der dafür allerdings die Worte „panta rhei“ verwendete). In denselben Fluss kann eben keiner ein zweites Mal steigen – und Broken Social Scene erlebt man selten im selben Line-Up. Das kanadische Künstler-Kollektiv hat außer den beiden Band-Gründern Kevin Drew und Brendan Canning als Konstanten nur ein Konzept: den steten Wandel.
|
|
Weiterlesen...
|
|
Der eigentliche Soundtrack zur WM kommt aus Berlin
Der schrille Stilmix, der auf dem Album "Barefoot Wanderer" von Jahcoozi zu hören ist, hätte meiner Meinung nach zur Eröffnungsfeier dieser Fußball-WM gespielt werden sollen. Oder aber spätenstens nach der Vorrunde. Schließlich ist es ja auch keine gewöhnliche WM. Die Engländer sind weiter, der Weltmeister und der Vize-Weltmeister draußen, der Gastgeber muss zuschauen, keine Bombenattentate, keine großen Skandale (bis auf den Vize-Weltmeister), bei den Deutschen spielt ein Brasilianer namens Helmut und ein Türke wird zum neuen Loddar Maddäus.
|
|
Weiterlesen...
|
|
Kraftwerk tanzt Cha-Cha-Cha in der Tanzschule
Gegensätze ziehen sich an, heißt es in der Liebe. Und in der Musik? Muss nicht, aber kann. Uwe Schmidt, ein Frankfurter Elektro-Tüftler, der unter 60 Pseudonymen remixt und produziert, hat sich an eine Mammutaufgabe gewagt - und gewonnen. Das betone ich deshalb, weil es durchaus auch hätte schief gehen können. Denn er hat ausgerechnet die Musik von Deutschlands Über-Band Kraftwerk geremixt.
|
|
Weiterlesen...
|
|
Charmante Pop-Perlen statt neuer Superhits
Dank den euphorisierenden Pop-Songs des Brooklyner Duos MGMT war der Sommer 2008 eine nicht enden wollende Pool-Party, umschwärmt von kunterbunten, unvergesslichen Melodien. Einen jugendlich ungestümen Hit nach dem anderen zauberten sie aus ihren Hippie-Hirnen: Da war „Time To Pretend“, da war „Electric Feel“, da war ihr Über-Hit „Kids“, der alle Kulturpessimisten sich wieder in die Musik verlieben ließ. Ja, „Oracular Spectacular“ war das Album, auf das alle gewartet hatten, ohne es zu wissen.
|
|
Weiterlesen...
|
|
Ballhaus-Atmosphäre in der Cocktailbar
„Be my sailor, be the captain of my heart“ – was für eine Aufforderung! Sängerin Zeebee weiß, wie sie den Zuhörer um den Finger wickeln kann. Das Album „Be My Sailor“ (Dope Noir) ist bereits ihr drittes Soloalbum, doch auf sie aufmerksam wurde ich erst, als sie dem famosen Wiener Produzenten Klaus Waldeck für das Album „Ballroom Stories“ ihre Stimme lieh. Mit einer ganz eigenen Stimmfarbe, die an amerikanische Sängerinnen der Zwanziger bis Fünfziger Jahre erinnert, philosophiert sie auf Tango-Rhythmen, gesampelte Streicher und Piano oder Downbeat-Effekte, produziert von besagtem Waldeck.
|
|
Weiterlesen...
|
|
Orchestrale Melodievernarrtheit aus Dänemark
Der Grat zwischen süß-klebrigem Pop-Kitsch und orchestraler Melodievernarrtheit ist ein ausgesprochen schmaler. Trotzdem stolpern Horden von Bands jedes Jahr aufs Neue darüber. Anders Efterklang, denen es auf ihrem Album „Magic Chairs“ (4ad/Beggars Group/Indigo) gelingt, schwerelos auf diesem Grat entlangzutänzeln. Reduktion ist die Sache der vier Dänen allerdings nicht, auch wenn sie die Zahl der Gastmusiker im Vergleich zum Voralbum von 30 (!) auf 17 heruntergeschraubt haben.
|
|
Weiterlesen...
|
|
Ein Detroiter DJ beschreibt Berlin
„It´s about score, about clubs and pubs, about personality and the things that define us (...) it´s about our life, it´s about what we do“, sagt der Amerikaner Seth Troxler am Anfang seines Mixes für die Reihe „Boogybytes“ (BpitchControl). Seth ist Teil der neuen Generation von Detroiter Techno-DJs.
|
|
Weiterlesen...
|
|
Seichte Popmusik, die die Welt retten will
Wenn man sich über Sebastian Krumbiegel informiert, könnte man meinen, der Prinzen-Sänger auf Solo-Pfaden wäre so etwas wie der Bono der deutschen Musik-Szene. Denn ähnlich wie der U2-Frontmann setzt sich auch der ehemalige Leipziger Chorknabe gegen Gewalt und Rassismus ein, unterstützt Kampagnen gegen Landminen und erhebt die Stimme gegen die Armut.
|
|
Weiterlesen...
|
|
Tanzen wie Glühwürmchen durch eine liebestrunkene Sommernacht
Wie ein mit tausend rasselnden Schellen besetzter Zottellöwe trotten Fanfarlo triefend vor phantastischen, hirnerweichenden Melodien in ihr Debütalbum „Reservoir“ (Atlantic/Warner). Wildeste Assoziationen setzen ein: Waren das eben Arcade Fire, Beirut, Jeff Buckley, Rufus Wainwright – oder gar die Flaming Lips? Bis es langsam durchsickert: Das ist etwas ganz eigenes, das sind Fanfarlo!
|
|
Weiterlesen...
|
|
Die Sampler "Nigeria Special: Vol.2" und "Nigeria Afrobeat Special"
Afrika. Du undurchschaubarer Kontinent mit deinen eigenartigen Regeln, Sprachen und Regierungen. Und mit deiner ganz eigenen Musik, deinen nie enden wollenden Rhythmen, deinem Hang zur nie enden wollenden Party in deinen nie schlafenden Molochs. Und genau die kann nun auch in Deutschland nachgefeiert werden: mit zwei spitzenmäßigen Compilations.
|
|
Weiterlesen...
|
|
|