Ja, Panik: The Angst and the Money PDF Drucken

 

Voller Widersprüche, aber durchaus hörbar: die neue Platte von Morbider musikalischer Rausch aus Österreich
 
„Ja, Panik“ vereinen die ganze Widersprüchlichkeit Österreichs in sich. Ob ohrenbetäubende Kakophonie oder melancholische Harmonie, ob morbider, sarkastischer Weltschmerz, ignoranter Aufruf zum Exzess oder harmloser Hedonismus: die Burgenländer beherrschen die ganze Bandbreite.

Gehetzt, wütend, vertrackt, schräg und schrill rasen sie in englisch-deutschem Kauderwelsch durch den musikalischen Rausch. Mit der Nachtschwärmer-Hymne „Zwischen 2 und 4“ haben sie verwöhnte Bürschchen mit verwegenen Frisuren „Lebe wild und gefährlich“ durch die Indie-Clubs skandieren lassen, mit ihrer zweiten Platten „The Taste and the Money“ Rang drei in den Jahrescharts der renommierten Musikzeitschrift Spex erobert. „The Angst And The Money“ (Staatsakt/Rough Trade) heißt das neue Werk, die Wirtschaftskrise ist auch im Indie-Rock angekommen. Ja, Panik!
 
„Die Luft ist dünn, der Nebel steht mir bis zum Hals“, singt Andreas Spechtl, und „kein Geld ohne Angst“. Doch die Rettung naht: denn Stillstand, Gleichgültigkeit und Gelassenheit sind „Ja, Panik“s Sache nicht. Die Angst wird intellektuell seziert, mit politischen Parolen angeprangert oder schlichtweg weggeschrieen.
 
„Ja, Panik“ laufen weg vor der Angst, vor Österreich. Neuerdings entdecken die fünf Bandmitglieder Berlin. In seiner ganzen Widersprüchlichkeit. Wie sich das auswirkt, kann man am 29. Oktober im Nürnberger Zentralcafé hören. Beängstigend.

 

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MARTIN MÜLLER

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