| The Mighty Stef: Death Threats |
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In Deutschland würde es wohl nur ein auf dicke Hose machender Hip-Hopper wagen, sich als „der mächtige Stef“ zu bezeichnen. Anders in Irland. Dort tingelt Stefan Murphy als „The Mighty Stef“ über die Bühnen und bläst feinsten Folk-Rock ins Publikum. Sein von Guiness gestählter Gesang ist quasi der Kandiszucker im aromatischen Herbsttee. Wenn er wehmütig auf seiner „Death Threats EP“ (Tonetoaster/Alive) seine Lebensgeschichte erzählt, kippt man in Gedanken das ein oder andere Bier mit.
Auch ein irisches Traditionell fehlt nicht im Repertoire des Tresen-Troubadours. Aber keine Sorge: Nicht esoterisches Gefiedel malträtiert die Ohren, sondern warme, erdverbundene Gelassenheit. Übrigens: Auch ein Akkordeon kann cool sein. Zumindest beim mächtigen Stef. Ob er wirklich zwölf Geschwister hat und einen Vater, der alles versoffen hat, sei dahingestellt. Fakt ist nur, dass es verdammt gut klingt, wenn er zu lockerem Piano-Geklimper davon singt. „Romantic Ireland Is Dead And Gone“, offenbart er melancholisch – und weiß auch gleich, wo es begraben liegt: „It Lays With 2Pac In The Grave.“ Mittlerweile geht die Geschichte vom mächtigen Stef schon wieder weiter. Im Februar ist in Irland sein zweites Album „100 Midnights“ erschienen, unter anderem mit Pogues-Legende Shane MacGowan. In Deutschland ist Stef aber erst seit kurzem mächtig. Deshalb gibt’s hierzulande erst seit Juni sein Debüt aus dem Jahr 2006 zu kaufen. „The Sins Of Sainte Catherine“ heißt es – und bietet noch ein bisschen mehr Kandiszucker. Unsere Bewertung:
Martin Müller
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Musik 

Folkiger Kandiszucker für den Herbsttee
