| Tokio Hotel: Humanoid |
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Die einst belächelte Band Tokio Hotel, deren Musik stets als frisierter Kinderpop heruntergespielt wurde, überzeugt selbst ehemalige Kritiker mit ihrem im Oktober erschienenen Album „Humanoid". „Menschenähnlich", so lautet der universell verständliche Titel ihres lang ersehnten dritten Albums, das dem Hörer auf eindrucksvolle Weise die Schattenseiten des Ruhmes darlegt. Während die Songs der ersten beiden Alben „Schrei" und „Zimmer 483" weitgehend eigene, nicht zueinander gehörende Geschichten erzählten, so steht „Humanoid" für vollkommene Abrundung. Jedes Stück beleuchtet einen anderen negativen Aspekt ihres verrückten Starlebens, es geht um Falschheit, das Gefühl des alleingelassen seins und um eine verdrehte, unbeständige Welt. Ein wichtiges Thema spielt dabei auch die Sehnsucht nach Liebe, die in melancholischen, treibenden Songs verzweifelt besungen wird. Verglichen mit ihren ersten beiden Alben hat sich die Band nicht vor einer musikalischen Weiterentwicklung gescheut, was sich vor allem im Sound bemerkbar macht. Insgesamt schlägt das Album gitarrenlastigere, düstere Töne an und ist durch die Verwendung von Synthesizern elektronisch geprägt, ohne dabei jedoch den Charakter Tokio Hotels völlig zu entstellen. Herzstück ist wie immer Bill Kaulitz’ unverkennbar emotionaler Gesang, der flehender, verzweifelter, herzzerreißender nicht sein könnte. Leider wissen bisher nur wenige Erwachsene den musikalischen Wert Tokio Hotels zu schätzen, doch mit „Humanoid" wird ihnen eine weitere Chance gewährt. Unsere Bewertung:
Carina Blank
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