Tokio Hotel: Humanoid PDF Drucken

altNegative Aspekte des verrückten Starlebens

Die einst belächelte Band Tokio Hotel, deren Musik stets als frisierter Kinderpop heruntergespielt wurde, überzeugt selbst ehemalige Kritiker mit ihrem im Oktober erschienenen Album „Humanoid". 

„Menschenähnlich", so lautet der universell verständliche Titel ihres lang ersehnten dritten Albums, das dem Hörer auf eindrucksvolle Weise die Schattenseiten des Ruhmes darlegt. Während die Songs der ersten beiden Alben „Schrei" und „Zimmer 483" weitgehend eigene, nicht zueinander gehörende Geschichten erzählten, so steht „Humanoid" für vollkommene Abrundung. Jedes Stück beleuchtet einen anderen negativen Aspekt ihres verrückten Starlebens, es geht um Falschheit, das Gefühl des alleingelassen seins und um eine verdrehte, unbeständige Welt. Ein wichtiges Thema spielt dabei auch die Sehnsucht nach Liebe, die in melancholischen, treibenden Songs verzweifelt besungen wird. 

Verglichen mit ihren ersten beiden Alben hat sich die Band nicht vor einer musikalischen Weiterentwicklung gescheut, was sich vor allem im Sound bemerkbar macht. Insgesamt schlägt das Album gitarrenlastigere, düstere Töne an und ist durch die Verwendung von Synthesizern elektronisch geprägt, ohne dabei jedoch den Charakter Tokio Hotels völlig zu entstellen. Herzstück ist wie immer Bill Kaulitz’ unverkennbar emotionaler Gesang, der flehender, verzweifelter, herzzerreißender nicht sein könnte.

Leider wissen bisher nur wenige Erwachsene den musikalischen Wert Tokio Hotels zu schätzen, doch mit „Humanoid" wird ihnen eine weitere Chance gewährt.

Unsere Bewertung:

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Carina Blank

 

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Rapunzel   |IP-109.120.66.xxx |27-02-2011 12:10:08
Boah, was ist denn das für ein super positiver Artikel über Tokio Hotel und
ihre Musik? Ist man ja leider nicht gewöhnt hier in Deutschland, was mich des
öfteren maßlos ärgert, denn es ist genau so, wie oben so treffend
beschrieben, "leider wissen nur wenige den musikalischen Wert von Tokio
Hotel zu schätzen", weil die meisten außer Monsun kaum einen ihrer Titel
kennen. Wäre hilfreich, wenn sie denn auch mal im Radio gespielt werden
würden, um sie dem breiten Publikum zugänglich zu machen, dann würden es
sicher noch mehr erkennen, was wirklich in den Jungs steckt. Auch als
Erwachsener (so wie ich z.B.^^) kann man durchaus seine Freude an den
energiegeladenen, ergreifenden und einfach wundervollen Songs von Tokio Hotel
haben
Nemo   |IP-85.176.49.xxx |28-02-2011 11:44:48
Vielen Dank für diesen unvoreingenommen Artikel , der mich hoffen lässt,
dass die Band eines Tages wirklich so gesehen wird, wie sie es verdient.
Nämlich als ernst zu nehmende Musiker, die den Kinderschuhe schon lange
entwachsen sind und neue Wege wagen. Die eine Vision haben und sich Ziele
stecken.

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