| Seth Troxler - Boogybytes Vol. 05 |
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„It´s about score, about clubs and pubs, about personality and the things that define us (...) it´s about our life, it´s about what we do“, sagt der Amerikaner Seth Troxler am Anfang seines Mixes für die Reihe „Boogybytes“ (BpitchControl). Seth ist Teil der neuen Generation von Detroiter Techno-DJs.
Diese gebeutelte Industriestadt Detroit ist nämlich nicht nur die Heimat von Eminem, es war in den Achtzigern auch die Geburtsstadt des Techno. Dass erste Mal, dass die Pioniere des Labels Underground Resistance europäischen Tanzboden betraten, war um 1990 – im Tresor in Berlin. Und da schließt sich doch der Kreis. Denn fast 20 Jahre später steht erneut ein Typ aus Detroit in einem der angesagtesten Clubs der Hauptstadt – mittlerweile ist es das Watergate - und reiht Platten in einer Art und Weise aneinander, die Berlins Techno-Avantgarde mit der Zunge schnalzen lässt. Der Typ heißt tatsächlich auch noch Seth Troxler und hat sich seine Sporen bereits mit Arbeiten für das Label Spectral Sound verdient. Auf jeden Fall muss Seth so gut gewesen sein an diesem Abend, dass Label-Boss Ellen Allien ihn fragt, ob er nicht die fünfte Ausgabe der genialen Boogybytes-Compilation-Mix-Reihe übernehmen möchte. Seth nahm den Auftrag an und stellte sich die Aufgabe: „Ich wollte etwas machen, was außerhalb aller Trends steht, dabei ein Bild von dieser Stadt zeichnen und sie so darstellen wie ich sie empfinde.“ Herausgekommen ist eine mystisch-melancholische Reise mit Liedern, die sich über Minuten wie Wachs über einen glänzenden Kerzenhalter aus Chrom ausbreiten. Dicke Bassläufe schmusen mit Bleeps und verfremdeten Stimmen und zerren den Zuhörer in den Bann – wer hier einmal einschaltet, ist verloren und muss die 18 Stücke durchhören. Was sich auch deshalb lohnt, weil es am Ende nicht nur discoider wird (mit Tracks von Roman Flügel und Kiki), sondern weil als letztes Stück das wunderbar virtuos mit Streichern und Gesang arrangierte Detroit-House-Stück „Time For Us“ von Nicolas Jaar wartet. Ein Appell? Wenn ja, dann verstehe ich ihn so: Lasst uns wieder mehr Zeit nehmen, um gute, lange Mixe zu hören. Nicht nur auf hektischen Autofahrten durch die Stadt, sondern daheim im Wohnzimmer. Und dabei tropft dann das Wachs einer Kerze langsam auf... na, ihr wisst schon. Unsere Bewertung:
Martin Schano
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Musik 

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