| MGMT: Congratulations |
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Dank den euphorisierenden Pop-Songs des Brooklyner Duos MGMT war der Sommer 2008 eine nicht enden wollende Pool-Party, umschwärmt von kunterbunten, unvergesslichen Melodien. Einen jugendlich ungestümen Hit nach dem anderen zauberten sie aus ihren Hippie-Hirnen: Da war „Time To Pretend“, da war „Electric Feel“, da war ihr Über-Hit „Kids“, der alle Kulturpessimisten sich wieder in die Musik verlieben ließ. Ja, „Oracular Spectacular“ war das Album, auf das alle gewartet hatten, ohne es zu wissen.
Der Nachfolger „Congratulations“ (Columbia/Sony Music) dagegen ist ein Album, auf das alle gewartet haben, das aber keiner so erwartet hat. Auf „Congratulations“ ist nämlich kein neues „Kids“, kein neues „Time To Pretend“. Schlimmer noch. Ben Goldwasser und Andrew VanWyngarden wollen gleich ganz auf Single-Auskopplungen verzichten. Sie wollen, das ihr Album als Gesamtkunstwerk wahrgenommen wird – und wundern sich, das sie ihre Plattenfirma diesen kommerziellen Rohrkrepierer aufnehmen hat lassen. Hat die Überraschung über die fehlenden Hits und das nachgelassene Synthie-Gefippe nachgelassen, kommen aber durchaus veritable Pop-Perlen zum Vorschein. Kleine, erst unscheinbare Songs, die man bei wiederholtem Hören lieb gewinnt. Da ist zum Beispiel „It's Working“, das gleich wunderbar losbraust wie ein Western-Soundtrack auf LSD, oder der „Song For Dan Treacy“, der gut gelaunt vor sich hin orgelt und sich als wahres Juwel entpuppt. Die unvergesslichen Melodien sind immer noch da, sie sind nur nicht mehr so publikumswirksam verpackt. Gut, das zwölfminütige „Siberian Breaks“ mag etwas ausufernd sein, „I Found A Whistle“ etwas arg lieblich. Aber MGMT sind eben das, was sie schon immer sein wollten: Charmante, leicht durchgeknallte Pop-Musiker mit schrägen Ideen, die manchmal zu Superhits werden – und manchmal eben nicht. Unsere Bewertung:
MARTIN MÜLLER
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Musik 

Charmante Pop-Perlen statt neuer Superhits
