| Broken Social Scene: Forgiveness Rock Record |
|
|
|
„Alles fließt“, sagte dereinst der griechische Philosoph Heraklit (der dafür allerdings die Worte „panta rhei“ verwendete). In denselben Fluss kann eben keiner ein zweites Mal steigen – und Broken Social Scene erlebt man selten im selben Line-Up. Das kanadische Künstler-Kollektiv hat außer den beiden Band-Gründern Kevin Drew und Brendan Canning als Konstanten nur ein Konzept: den steten Wandel.
Das Line-Up fluktuiert munter vor sich hin. Mehr als 20 Leute haben schon an Broken Social Scene mitgewirkt, 2002 traten sie bei jedem Konzert mit unterschiedlichen Musikern auf. Eifrig wird nebenbei in anderen Bands gewerkelt und an Solo-Projekten geschraubt. Nach fünf Jahren Pause ist nun auch bei Broken Social Scene wieder so weit: Album Nummer 4 ist am Start. Sieben Musiker präsentieren es derzeit angeblich auf der Bühne – so genau weiß das aber wohl niemand. Kein Wunder also, dass Broken Social Scene schon als „Wu-Tang Clan der Indie-Szene“ bezeichnet wurden. Am neuen Album „Forgiveness Rock Record“ (City Slang/Universal) wirkten jedenfalls wieder viele namhafte kanadische Künstler mit. Amy Millan (Stars), Leslie Feist, Emily Haines (Metric) und die Weakerthans etwa. Schwer zu greifen ist auch die Musik des Kollektivs. Kratzbürstig, scheppernd und schräg, aber doch feinfühlig und melodiös messen sich Gitarren, Bläser, Streicher und Keyboards. Heraus kommen nicht immer eingängige Hits (auch wenn zumindest „Chase Scene“ und „Forced To Love“ nahe dran sind), aber immer interessante, unvorhersehbare Arrangements, die manchmal Lust auf mehr machen, sich aber manchmal auch arg in die Länge ziehen. Beim nächsten Mal wird ohnehin wieder alles ganz anders. Alles fließt. Unsere Bewertung:
MARTIN MÜLLER
3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."
|
.gif)





Musik 

Kratzbürstiger Indie-Pop mit Überraschungsmoment
