| The Coral: Butterfly House |
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Wie muss sie sich wohl angefühlt haben, eine Welt ohne Internet, Mobiltelefon und Billigflüge? Langweilig? Nicht, wenn man sich sein eigenes Schmetterlingshaus bauen kann, in dem die Fantasie erblüht und in dem man wohlig warm in seinen eigenen Träumen baden kann. „The Coral“ können das. Der Fünfer aus der Nähe von Liverpool hat mit seinem sechsten Album „Butterfly House“ (Cooperative Music/Universal) wieder einmal wunderbare Welten des Merseybeat geschaffen, voller psychedelischer Gesänge und blumiger Gitarrenklänge. Nach ihrem schlicht „The Coral“ betitelten Debüt mit dem Überhit „Dreaming Of You“ legten sie einige famosen Alben vor, verloren zuletzt aber etwas an Durchschlagskraft – auch weil Ex-Gitarrist Bill Ryder Jones nicht mehr richtig mitzog und die Band dadurch fast zerbrochen wäre. Tat sie aber nicht, zum Glück. Sonst hätte sie nicht ihr Meisterwerk schaffen können. Dieses entführt in eine Welt, die ihre Unschuld noch nicht verloren hat. In der alle in Harmonie und völliger Sorglosigkeit leben und „The Coral“ die Hymnen dazu liefern. „It's all in your mind“ singt James Skelly passenderweise in „Coney Island“, während ihn eine Jahrmarkt-Orgel in ein Universum der Nostalgie schaukelt. Die Seemannsromantik von „Butterfly House“ kennt noch keine Ölpest, das Schmetterlingshaus, Trutzburg gegen die Moderne, ist noch nicht gefallen. Hier kann man einfach abschalten (ja, auch Internet und Mobiltelefon) und sich fallen lassen. Weicher kann man nicht aufgefangen werden. Anspieltipps: „More Than A Lover“, „Butterfly House“, „1000 Years“, „Coney Island“ Unsere Bewertung:
MARTIN MÜLLER
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Musik 

Die Könige des psychedelischen Pop schaffen ihr Meisterwerk
