Der Ort für das perfekte Konzert PDF Drucken

Erst seit drei Jahren gibt es den Nürnberger MuZ-Club, doch er wird erstaunlich gut angenommen. Foto: MuZDer MuZ-Club in Nürnberg wird drei Jahre alt

 

Unglaublich, aber wahr: Seit drei Jahren gibt es inzwischen den MuZ-Club in der Fürther Straße 63 in Nürnberg. Die hauseigene Bühne der Musikzentrale hat sich schnell einen Namen als schicke neue Spielstätte gemacht – bis weit über die Grenzen der Stadt hinaus. Das wird gefeiert: Am Samstag, 23. Januar, ab 20 Uhr mit den Bands Yohto, Honeymachine, Yapi & Frey und Der Ungeheuer sei Schwester.

250 Veranstaltungen, 450 Livebands, über 26 000 Besucher – das Resümee nach drei Jahren kann sich wahrlich sehen lassen. Wie viele neue Clubs und Veranstaltungsorte öffnen alljährlich mit großen Plänen und noch größerem Pipapo, um wenig später frustriert wieder dichtzumachen? Nicht so der MuZ-Club: Die Bühne im Szeneviertel Gostenhof hat sich schnell etabliert, nicht nur wegen der perfekten Verkehrsanbindung (Bus und U-Bahn direkt vorm Haus), sondern auch dank eines blitzsauberen Programmkonzepts.

 

Der bemerkenswerte Erfolg hat jedoch eine lange Vorgeschichte. Hinter dem MuZ-Club steht die Musikzentrale Nürnberg, die dieser Tage ihr 25-jähriges Vereinsjubiläum feiert. Als sich die Musiker-Selbsthilfe-Organisation 1984 gründete, hatte Rock- und Popmusik noch einen schweren Stand in der Öffentlichkeit. Neben den für Musiker zentralen Fragen („Wie komme ich an Auftritte?“, „Wo kriege ich einen Übungsraum her?“, „Gibt es einen Bandbus, den ich mieten kann?“), denen sich die Musikzentrale bis heute annimmt, hatten die Gründungsmitglieder von Beginn an immer auch den Traum von einem eigenen Musikhaus. Doch es sollte bis zum Jahr 2006 dauern, bis dieser Wirklichkeit wurde.

„Ich könnte euch durch die Stadt führen und all die Orte zeigen, die irgendwann mal im Gespräch waren für ein eigenes Musikhaus“, erinnert sich Rick Roth. Der Lehrer war 20 Jahre lang 1. Vorsitzender der Musikzentrale und hat in dieser Zeit viele Projektideen kommen und gehen sehen – und trotzdem (Merke: Das ist Rock’n’Roll!) immer weiter an einen eigenen MuZ-Club geglaubt.

„Mit dem Gelände in der Vogelweiherstraße, wo heute der Hirsch und die Rakete sind, hätte es damals beinahe geklappt. Dicht dran waren wir auch beim Tower des ehemaligen Flughafens in Fürth-Atzenhof, wo jedoch der komplette Keller unter Wasser stand. Für das ehemalige Heizwerk hinter dem Hauptbahnhof stand sogar schon ein komplettes Konzept, das wir dann nach Graz verkauft haben. Und in dem Haus draußen in Almoshof, an dem wir dran waren, ist heute ein stadtbekannter Sex-Club.“

Als 2006 das ehemalige Jugendzentrum Gost hinter dem Rio-Kinopalast in der Fürther Straße frei wurde, war nicht nur Rick Roth skeptisch: Wohngebiet, Nachbarn, Sperrstunde. Doch das neue Musikzentrale-Team um Eva Bär und Steffen Zimmermann nutzte die Gelegenheit und etablierte die neue Bühne von jetzt auf gleich in der regionalen Clublandschaft.

Von Farin Urlaub (Die Ärzte) stammt die Aussage, dass es für ein perfektes Konzerterlebnis einen warmen, dunklen, nicht zu großen Ort braucht. Mit seinem gepflegten Ambiente kommt der MuZ-Club diesem Idealbild sehr entgegen: Eine Rock’n’Roll-Lounge in dunklem Rot, dezent beleuchtet, mit Sofas, Kicker und einer gut sortierten Bar im hinteren Teil. Wenn der kleine Saal nicht gerade aus allen Nähten platzt, dann stören auch die tragenden Säulen mitten im Raum nicht, die beim Umbau wegen der Statik nicht entfernt werden konnten.

Von Jazz und Folk über Elektronik und Singer-Songwriter-Musik hin zu Heavy Metal war hier in den vergangenen drei Jahre so ziemlich alles an musikalischer Vielfalt vertreten. Wobei wir anmerken dürfen: Hart gerockt wird anderswo. Der MuZ-Club ist zwar prinzipiell offen für alle Genres und Spielarten, der Schwerpunkt liegt jedoch klar auf Indie und einem entsprechend jungen Zielpublikum. Und das ist auch gut so.

STEFAN GNAD

www.musikzentrale.com

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