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Mona und Debo alias "Sternblut" mischen die Musikszene auf
Zwei Schwestern aus dem Allgäu machen Karriere im Musikgeschäft: Mona (17) und Debo (16) Holzmann (kurze Steckbriefe hier) haben gerade erst ihren Realschulabschluss gemacht und starten jetzt mit ihrer Band „Sternblut“ durch. Ein Plattenvertrag ist unterschrieben; sie veröffentlichen am 29. Januar ihre erste Single „Komm, wir malen uns das Leben“; ihr Lied läuft bereits auf Viva und in einer aktuellen Handy-Werbung. Wir haben die beiden bei einem Auftritt in Nürnberg getroffen.
Mona, du hast mit acht Jahren dein erstes Lied am Klavier komponiert und so den Grundstein für „Sternblut“ gelegt. Kann man das Lied heute noch hören?
Mona: Nein! Wir haben das Lied zwar im Studio unseres Klavierlehrers auf CD aufgenommen – aber die Platte habe ich inzwischen weggeschmissen. Das war ganz peinlich!
Wie kam es überhaupt dazu, dass ihr zusammen Musik macht?
Debo: Eigentlich sind unsere Tanten schuld. Die haben zu Hause immer ihre Ständchen und Instrumente geprobt. Da wussten wir: Das wollen wir auch machen. Allerdings spielen unsere Tanten klassische Musik – wir wollten von Anfang an rocken!
Mona:Unsere Oma war geschockt! Sie meinte: ,Spielt lieber etwas Gescheites. Rock will keiner hören!‘
Auch sonst ist eure Band ja ein Familienunternehmen. Euer Vater ist euer Manager und begleitet euch zu allen Auftritten.
Mona: Ja. Der Papa hat uns ganz am Anfang, als wir Sternblut gründeten, gefragt: Wollt ihr das gescheit machen? Wenn ihr täglich übt, dann hänge ich mich auch richtig rein.
Debo: Papa organisiert fast alle Gigs und hängt ständig am Telefonieren. Er ist da voll in seinem Element!
Ihr habt Sternblut bereits 2005 gegründet. Wie war euer Weg nach oben?
Debo: Es ging langsam und war echt hart, als Nachwuchsband bei jedem Auftritt gegen die Konkurrenz anzuspielen. Und es dauerte ewig, einen guten Produzenten zu finden.
Mona: Die erste Single hinzubekommen, war furchtbar und voll hart! Ein Jahr lang sind wir durch Studios getingelt und haben sie immer wieder neu aufgenommen – aber nie hat uns der Stil gefallen.
Warum?
Debo: Ein Produzent hat voll auf 80er Jahre gemacht, ein anderer hat das Lied in die Hardrock-Metal-Richtung gedreht. Das war übel! Zum Glück sind wir dann zur Plattenfirma Warner gekommen – die unterstützen uns super. Aber auch hier mussten wir Kompromisse machen. Zum Beispiel wollten wir einen Teil unseres Debütsongs nur mit Gesang haben, aber sie wollten unbedingt Streicher dazunehmen. Also haben wir eingelenkt.
Jetzt ist euer Lied „Komm, wir malen uns das Leben“ in einer Handy-Werbung zu hören. Wie kam’s?
Mona: Die Plattenfirma wusste, dass die Telekom einen guten Song für einen neuen Spot sucht und hat unser Lied eingeschickt. Und zwar nur unser Lied! Aber wir wussten gar nichts davon. Man hat uns nur immer gesagt: Da kommt was Großes, was Cooles! Als wir dann erfuhren, dass unser Lied im Werbespot laufen soll, waren wir total platt.
Hat euch das einen Karriereschub verschafft?
Debo: Ja, definitiv. Auf YouTube haben wir innerhalb kürzester Zeit 270000 Klicks gesammelt. Nun drehen auch schon andere Leute Videos zu unserem Song! Und zu Silvester standen plötzlich fünf Jungs aus unserer Grundschule vor uns, die uns den Song komplett auswändig vorgesungen haben. Dabei sind die voll die coolen Skater!
Apropros Schule: Wie habt ihr eure Band mit der Schule vereinbart?
Debo:Zeitweise war es heftig. Die Lehrer waren voll gegen unsere Gesangskarriere, und unser Rektor hat uns das madig gemacht. Für Konzerte hat er uns nie freigegeben. Also mussten wir manchmal krank machen
Stand niemand hinter euch?
Mona: Eins, zwei Lehrer schon. Aber die meisten haben uns das nicht zugetraut. In Musik hatte ich mal eine Vier im Zeugnis, und da sagte die Lehrerin: „Mona, du hast aber noch einen harten Weg vor dir.“ Ein anderer Lehrer wünschte zu Jahresbeginn besonders mir viel Glück, weil ich es bei meinem Berufswunsch nötig hätte.
In ein paar Monaten soll euer erstes Album „Stark“ erscheinen. In den Liedern geht es ganz oft um Gefühle. Habt ihr alle selbst geschrieben?
Mona: Ja. Den Song „Ich brauch’ dich nicht“ habe ich mal geschrieben, als ich voll frustriert war, weil mein damaliger Freund mich betrogen hatte. Das Lied singe ich heute noch, wenn ich traurig bin – und es hilft.
Debo: Mein Lied „Stark“ entstand, nachdem mir im Restaurant ein Mann ohne Gesicht begegnet war. Das hatte er bei einem Unfall verloren – aber trotzdem hat er ganz normal weitergelebt. Das hat mich beeindruckt.
Eine Frage zum Schluss: Mona, du sagst, dein peinlichstes Erlebnis war, als dir in der 5. Klasse ein Junge vor versammelter Mannschaft die Hose heruntergezogen hat. Hat er das bereut – jetzt, wo du Karriere machst?
Mona: Naja, das war Kevin Volland – und der spielt inzwischen in der U18-Fußballnationalmannschaft und bei 1860 München! Heute mögen wir uns und treffen uns manchmal. Und damals haben wir das freundschaftlich geregelt: Er hat eine Weile meine Bücher getragen – da war das erledigt.
Interview: ANNIKA PEISSKER
Im Interview haben Mona und Debo auch noch einiges über sich und ihre Träume verraten:
MONA
Das sagt Debo über Mona:Sie ist ehrgeizig, stur, man kann sie leicht stressen, aber sie ist auch sehr humorvoll.
Berufswunsch als Kind:Mona wollte schon mit 4 Jahren Sängerin werden.
Note im Musikunterricht: 4
Was Mona mit Sternblut erreichen will:Die Single und das erstes Album „Stark“ sollen in die Charts einsteigen und weit nach oben klettern, viel auf Tour gehen
So komponiert Mona ihre Lieder: Ihre Lieder entstehen, wenn sie etwas beschäftigt, „wenn ich voll sauer oder traurig oder fröhlich bin“. So verarbeitet Mona ihre Gefühle – „und danach ist es auch wieder okay“.
DEBO
Das sagt Mona über Debo: Sie ist ziemlich gemütlich und lässt es locker angehen, ist fantasievoll und verträumt.
Berufswunsch als Kind: Debo wollte Reitlehrerin werden.
Note im Musikunterricht: 3
Was Debo mit „Sternblut“ noch erreichen will: Sie möchte gern einmal bei „Wetten, dass..?“ auftreten und auf der Starcouch sitzen; außerdem will sie das Olympia-Stadion in München füllen und vor vollbesetztem Haus spielen.
So komponiert Debo ihre Lieder: Ihre Lieder entstehen meist, wenn sie reitet. „Dann singe ich etwas vor mich hin und nehme es oft gleich mit meinem Handy auf.“ Abends notiert Debo die Akkorde dazu.
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