"Wir erkannten uns an den Haartollen" PDF Drucken

Ein Sturm des Erfolgs fegt derzeit über sie hinweg: Digger, Sam und Basti von The Baseballs. Foto: PRThe Baseballs bürsten aktuelle Chartsongs auf Rock 'n' Roll um

Rock’n’Roll, der in die Beine geht, die perfekte Haartolle, viel Hüftschwung – das sind The Baseballs! Auf ihrem Album „Strike“ haben Sam, Digger und Basti zwölf aktuelle Chart-Songs im Stil des Rock’n’Roll der 50er Jahre gecovert und damit nicht nur in Deutschland die Charts gestürmt. Am Dienstag, 25. Mai, geben sie ein Konzert im Nürnberger Löwensaal (Beginn 20.30 Uhr) – und vorher hatte Alessandra Brüchner (17) Sam für ein Interview an der Strippe.

Eure letzte Single war eine Coverversion des Songs Hot'N'Cold von Katy Perry. Findet ihr die aktuelle Musik eigentlich so schlecht, dass ihr daraus etwas Besseres machen wollt?
Sam: Nein, das gar nicht! Im Gegenteil: Ein Song muss richtig gut sein, damit wir ihn in ein Rock’n’Roll-Gewand packen können. Wir verarbeiten ihn dann so, dass er auch ohne das Original bestehen kann und die Leute sagen: „Das hört sich tatsächlich wie ein Song aus den 50er Jahren an.“

Was, glaubst du, fasziniert die Leute an diesem Rock’n’Roll-Stil?
Sam: Rock’n’Roll war schon immer Gute-Laune-Musik, die in die Beine geht. Gerade jetzt, wo es so viel Schlechtes wie die Wirtschaftskrise gibt, haben wir – auch wenn es komisch klingt – vielleicht genau den richtigen Zeitpunkt erwischt. Die Leute wollen einfach gute Laune und Spaß an der Musik haben.

Da muss was Wahres dran sein – schließlich ist „Strike“ in Finnland das erfolgreichste Album aller Zeiten und stand auch in Norwegen und der Schweiz weit oben in den Charts. Außerdem erscheint die Platte gerade in Frankreich, Russland, Spanien…


Woher kommt deine große Leidenschaft für den Rock’n’Roll?
Sam: Daran war mein Bruder Schuld, bei dem eine Platte von Elvis Presley im Zimmer stand. Die wollte ich mir als sechsjähriger Knirps unbedingt anhören. Ab diesem Moment war ich dem Rock’n’Roll verfallen. In den 50ern war alles noch ein Stück romantischer als heute. Da ist man mit seiner Herzensdame im Cadillac ins Autokino gefahren, hat einen Milchshake geschlürft und sich gedacht: „Okay, ich genieße die Zeit.“

Welche Musik hört ihr privat?
Sam: Unsere CD-Regale sind schon über die Hälfte mit Rock’n’Roll-Platten gefüllt. Aber für unsere Arbeit hören wir auch andere, aktuelle Musik. Wir können gar nicht mehr normal Auto fahren und Radio hören, weil wir bei jedem Song überlegen, ob man den ins Rock’n’Roll-Gewand packen könnte. Das ist bestimmt echt anstrengend für unsere Beifahrer!

Wie habt ihr drei euch überhaupt gefunden?
Sam: Das war Zufall. Wir waren jeder mit einer anderen Band in einem Berliner Proberaumkomplex unterwegs, haben uns dort in der Küche getroffen und uns an den Haartollen erkannt. In einer kleinen Jamsession haben wir dort alte Klassiker gespielt. Erst ein halbes Jahr später haben wir uns wieder zusammengerufen, um die Band zu gründen.

Sam, Digger und Basti sind derzeit fast jeden Tag in einem anderen Land auf Promo unterwegs. Während unseres Interviews hockt Sam in Belgien – und zwar im Backstage-Bereich der belgischen „Let’s Dance“-Show, wo The Baseballs am Abend auftreten.

Habt ihr zurzeit eigentlich noch so was wie einen Alltag?
Sam: Kaum. Wir sind seit einem halben Jahr ununterbrochen unterwegs und waren gerade mal für einen Tag oder ein paar Stunden zu Hause. Wenn du dann an einem freien Tag alleine im Hotelzimmer oder in deiner kleinen Schlafkabine im Tourbus sitzt, merkst du, wie du Heimweh bekommst. Du versuchst, dir deine Energie einzuteilen, um alles zu schaffen. Das ist manchmal echt hart.

Hast du selbst noch einen großen Traum, den du dir erfüllen möchtest?
Sam: Vor ein paar Wochen wurde mir ein Traum erfüllt, denn da haben wir das Haus von Elvis Presley und die Sun-Studios in Memphis, Tennessee besucht. Das war für mich ein Highlight! Aber für uns war es schon ein Riesending, dass wir das Album aufnehmen durften. Dass es jemals so viel Anklang findet, das hätten wir uns nicht träumen lassen.

Wir haben jetzt fast eine halbe Stunde gequatscht. Sam ist total kumpelhaft drauf – da kann ich ihm auch mal eine frechere Frage stellen...

Ertappt ihr euch selbst manchmal dabei, wie ihr Starallüren entwickelt?
Sam: (lacht) Nein! Keiner von uns meint, wegen all der Erfolge etwas Besseres zu sein. Und sollte das mal passieren: Wir sind zwölf Leute auf Tour, da holt dich immer einer auf den Teppich zurück. Außerdem hat man so viel Arbeit, dass gar keine Zeit bleibt, großartig abzuheben.

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RockaB  - sure...   |IP-178.113.247.xxx |08-06-2010 09:07:27
wir erkannten uns an den Haartollen ? ...selten so gelacht...
Der erfolg sei den
3 gegönnt aber so ein schmarn ... an den Haartollen ...

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