Vier Jungs sparen sich fürs Besondere auf PDF Drucken

Beschwingter, radiofreundlicher Rock mit viel Gitarre: So klingen die Songs von Three 4 Hundred auf ihrem neuen Album „Äre you still searching“. Ein paar Kostproben präsentieren sie heute auf der MuZ-Bühne. Foto: PRDie Rocker von Three 4 Hundred geben am liebsten vielversprechende Gigs – wie beim Bardentreffen

Zugegeben, die Nürnberger Rockband Three 4 Hundred gibt nicht viele Konzerte. Deswegen ist sie vielleicht auch nur wenigen von euch bekannt. Aber heute spielen die vier Jungs beim Nürnberger Bardentreffen – weil sie ein Online-Voting für sich entschieden haben. Wir stellen sie euch vor.

 

Drei Musiker spielen für hundert Leute? Ein Trio ist besser als eine Hundertschaft? Nach der Bedeutung ihres doch sehr kryptischen Bandnamens fragt man die Jungs von Three 4 Hundred besser nicht – die kennen sie selbst nicht. „Da musst du unseren Sänger fragen, der hat die Band gegründet“, sagt Bassist Sebastian.

 

Der Sänger ist aber nicht da zum Interview – und so wichtig ist es nun auch nicht. Wichtig sind vielmehr zwei Dinge: Der Nürnberger Vierer hat ein neues Album am Start, das zweite nach dem 2005 erschienenem Debüt „Funkytown“. Und: Heute um 17.30 Uhr spielen Three 4 Hundred auf der MuZ-Bühne am Lorenzer Platz beim Bardentreffen.

Rund 100 Bands hatten sich für die Online-Voting-Aktion eines regional ansässigen Geldinstituts beworben, fünf davon wurden für das Wahl-Finale ausgesucht. Und von diesen fünf bekamen die Mainstream-Rocker schließlich die meisten Klicks

. Beachtlich für eine Band, die auf den Live-Bühnen der Region in den vergangenen Jahren eher wenig aufgefallen ist. „Wir spielen viel zu wenig“, findet auch Gitarrist Jojo. „Aber wir geben lieber wenige, vielversprechende Auftritte, als jedes Wochenende in irgendeinem Jugendclub zu spielen.“

Ein echter Longplayer 

Three 4 Hundred gibt es bereits seit 2001. In der heutigen Besetzung mit dem Sänger und Gitarristen Georg Willert, seinem Bruder Jojo an der Leadgitarre, Sebastian Seelig am Bass und Jan Gottschalk am Schlagzeug spielen sie seit den Aufnahmen fürs aktuelle Album zusammen.

Das nennt sich „Are you still searching“ und hat die Bezeichnung „Longplayer“ nun wirklich mal verdient: Satte 18 Songs drängeln sich auf dem Silberling, dessen Fassungsvermögen mit über 73 Minuten fast gänzlich ausgeschöpft wurde.

Eineinhalb Jahre bastelte die Band in Jans eigenem Kellerstudio. Eine lange Zeit, die vor allem durch die entspannte Kostensituation zu erklären ist: „Wenn man ohne Zeitdruck aufnehmen kann“, sagt Jojo, „dann verfällt man leicht in Perfektionismus.“

Stilistisch haben sich Three4Hundred vom Funkrock des Erstlings in Richtung beschwingter, radiofreundlicher Gitarrenrock entwickelt – irgendwo zwischen Mando Diao und dem massentauglichen Riff-Rock eines Bryan Adams. Originalität wird hier eher kleingeschrieben, dafür punkten Three 4 Hundred durch griffige, eingängige Refrains, kompakte Songstrukturen und ein äußerst dichtes, druckvolles Zusammenspiel.

In den englischen Texten durchstreift Sänger Georg meist das holprige Minenfeld der Liebe. Allerdings schlägt er im Song „Why don’t they care“ auch mal beherzt auf die Staatsoberhäupter der G8-Runde von Heiligendamm ein.

Was ihre Ziele angeht, geben sich die vier Mitt- bis Endzwanziger bescheiden. Schließlich steht man ja schon mit beiden Beinen im Berufsleben, oder zumindest kurz davor. „Ein bisschen in Deutschland rumkommen, mehr Festival-Gigs spielen, eine kleine Rolle spielen in der Szene“, skizziert Jojo seine Träume. Vielleicht ist der Auftritt beim Bardentreffen ja ein erster Schritt.

PETER GRUNER

Die aktuelle CD kann man per E-Mail über booking@three4hundred beziehen. Mehr Infos unter www.myspace.com/three4hundred 

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