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Ein Beispiel für studentisches Nachtleben in Ansbach: das Café Prinzregent Foto: Christina WalznerDas studentische Nachtleben in Ansbach ist überschaubar

Das Nachtleben gehört zum Studieren einfach dazu. Auch in Ansbach, wo sich allmählich eine Weggeh-Szene für die etwa 1900 eingeschriebenen Studenten etabliert.

Wenn man will, kann man schon weggehen in der Stadt, es gibt halt nicht viel Auswahl“, meint Julia Heide, die in der Studentenvertretung aktiv ist. „Das Nachtleben der Ansbacher Studenten findet daher überwiegend in den WG-Wohnungen statt.“

Um die Studenten wenigsten ein paar Mal im Jahr aus den Häusern zu locken, organisieren die Fachschaften regelmäßig Parties. Im Sommersemester verwandelt sich zum Beispiel der Campus für einen Abend in eine große Feierlocation.

Die Studenten sitzen auf Bierbänken, lassen sich Gegrilltes schmecken oder tanzen vor einer aufgebauten Bühne zu Live-Musik.Bei der „Foyer-Party” im Herbst wird im Vorraum der Bibliothek ordentlich gefeiert. Und im Winter stehen dann etliche Weihnachtspartys auf dem Terminkalender.

 „Zwischendurch organisieren wir auch mal Spontan-Partys, ganz kurzentschlossen”, sagte Julia.
Wenn dazu keiner Zeit und Lust hat - ein paar Orte gibt es doch, an der man vom Erstsemester bis zum Diplomanden jeden finden kann. Ein Beispiel ist das Café Prinzregent, die Studentenkneipe mit Kultstatus.

Wenn man das Café direkt gegenüber der Hochschule betritt, fühlt es sich ein bisschen so an, als wäre man in der WG mit den netten BWL-Studenten von nebenan gelandet. An den Tischen im Hauptraum sitzen kleine Grüppchen bei Bier und Cola, spielen Backgammon oder unterhalten sich über die letzte Vorlesung.

Plüsch-Elche hängen an der Wand, Lichterketten und halb heruntergebrannte Kerzen auf den Tischen sorgen für eine schummrige Atmosphäre und die Zimmerpflanzen, die überall zwischen den Tischen stehen, könnten auch mal wieder einen Schluck Wasser vertragen.

Ich fühl mich hier ein bisschen wie in einem Wohnzimmer”, erzählt Kerstin Spörl, Multimedia-Studentin im 6. Semester. Nach einer Journalismus-Vorlesung ist sie noch mit ein paar Kommilitonen zu einer Spiele-Runde vorbeigekommen.

„Hier kann man mit Kickern oder Gesellschaftsspielen super seinen Abend verbringen”, findet sie. „Außerdem ist das Team echt nett und die Preise sind studentenfreundlich.”

Kneipenbesitzer Harald Weiß, besser bekannt als „Quietschie”, hat das Café 1995 eröffnet. Ein Jahr später wurde dann die Fachhochschule Ansbach gegründet. Seither machen die Studierenden einen Großteil seiner Gäste aus, „besonders unter der Woche, nach den Vorlesungen“.

Am Wochenende merke man schon, dass die meisten nach Hause fahren, sagt Weiß. Das ist das Hauptproblem in Ansbach: Viele Kommilitonen pendeln und fahren jeden Tag oder zumindest jedes Wochenende heim. Zu denen, die lieber eine tägliche Auto- oder Zugfahrt in Kauf nehmen, um in ihrer Heimatstadt wohnen bleiben zu können, gehört auch die 22-jährige Aysel Endres.

Zwei Stunden sitzt sie täglich im Zug von Würzburg nach Ansbach und wieder zurück. Mit ein Grund für ihre Entscheidung im 1. Semester war das Nachtleben.
„Am Wochenende ist in Ansbach nichts los und auch unter der Woche beschränkt sich das Weggehen meistens auf Kneipenbesuche“, meint sie. Außerdem könne sie daheim weiterhin ihren Hobbys nachgehen – und billiger sei es allemal, zu Hause wohnen zu bleiben..

Bei den Studentenpartys ist Aysel aber dann doch regelmäßig dabei: „Es gibt ja zum Glück immer nette Kommilitonen, die noch einen Schlafplatz freihaben

CHRISTINA WALZNER

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