| Feuer und Flamme für Finanzprogramme |
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Ein großer brauner Umschlag wartet heute auf Christina Pavic. Darin: zwei katalogdicke Papierstöße mit den Kontodaten eines Allgemeinarztes. "Ärzte sind meistens die ordentlichsten Mandanten - sie schicken ihre Unterlagen fristgerecht, und Mahnungen sind selten nötig", sagt die 20-Jährige und beugt sich über die erste Seite. Pavic ist Steuerfachauszubildende im zweiten Lehrjahr, eine von sechs bei der Unternehmensberatung Rödl&Partner.
In ihrem zwölfköpfigen Steuer-Team lernt sie, wie man Gehaltsabrechnungen, Steuererklärungen und schließlich auch Quartals- und Jahresbilanzen erstellt. Für die nächsten Stunden muss sie die Bankdaten des Arztes sichten und in ein Programm für Rechnungswesen eintragen. Der Arzt ist nur einer von 40 Firmen und Einzelpersonen, die das Steuer-Team gerade betreut. Pavic holt einen neuen Ordner, beim Gehen klimpern die schwarzen Steine ihrer langen Halskette. Sie trägt eine Weste über dem langärmeligen weißen Shirt, dazu eine enge schwarze Hose und Absatzschuhe. Sie setzt sich wieder auf den Bürostuhl, entfernt die Klammern von den Papierstößen und heftet die Blätter ein. Neben ihr liegt eine Seite mit vierstelligen Zahlenreihen, darauf grüne und rosafarbene Markierungen. Die junge Frau fährt mit dem Daumen die Spalten entlang und schaut in den Ordner mit den Bankunterlagen. "Ich gleiche die Kontonummern mit dem Auszugsschein, den der Mandant zugeschickt hat, ab." Ihr Daumen bleibt bei der Zahl 2610 stehen. Während ihr Kopf noch auf den Kontoauszug links gerichtet ist, schwebt die rechte Hand mit den langen Fingernägeln über die Tastatur. Pavic überträgt die Ausgaben des vergangenen Jahres in den Computer: Miete, Strom und Gas, Schüsseln, Löffel, Toner, ein Buch "Allgemeinmedizin 2006" und Schädlingsbekämpfungsspray. Die Spalte für die Aufwendungen ist achtmal länger als die für die Erträge. Sobald sie eine Abrechnung bearbeitet hat, drückt sie einen Stempel auf die erste Seite des Dokuments: "gebucht" und das Datum in Rot. Steuerfachangestellte zu werden, war Pavics großer Wunsch. "Zahlen begeistern mich." Sie lächelt, spricht deutlich und selbstbewusst: "Bereits in der Grundschule hat mir Rechnen Spaß gemacht, und Mathe war mein Lieblingsfach." Nach der Realschule in Schwabach ging sie auf die Fachoberschule in Fürth und wählte den wirtschaftlichen Zweig. Nachdem sie zunächst keine Lehrstelle fand, gab sie ihr Profil bei der Arbeitsagentur ein. Sie hatte Glück: Das Steuer-Team von Rödl & Partner suchte noch im Oktober 2007 nach einem zweiten Auszubildenden - eigentlich beginnt das Lehrjahr bereits im September. "Im Vorstellungsgespräch war von der ersten Sekunde an klar, dass wir sie nehmen", sagt Gerhard Stiegler, Teamleiter der Steuerberatung, der ihr im Büro direkt gegenübersitzt. In der Ausbildung entdeckte die Tochter kroatischer Einwanderer ihre Liebe für das deutsche Steuersystem. "Natürlich muss man sich ein Leben lang weiterbilden, denn die Steuergesetze ändern sich jedes Jahr." Pavic liest regelmäßig Fachzeitschriften, und manchmal muss sie auch zu einem der dicken, roten Steuergesetzbücher greifen. Am liebsten macht sie Finanzbuchhaltung. "Ich habe schon immer gern gebucht, und Rechnungswesen ist so interessant, das Überprüfen und Beachten der Kleinigkeiten." Suche nach dem Fehler Irgendeine Kleinigkeit hat sie bei dem Arzt jedoch übersehen: Die Zahl auf ihrem Bildschirm stimmt nicht mit der auf den Kontoauszügen überein. Jetzt muss sie noch einmal elf Seiten durchsehen und den Tippfehler suchen. Sie stützt ihren Kopf auf den Arm, direkt auf dem dicken Ordner. Auf Seite acht wird Pavic fündig. Sie streicht ihre braunen Ponysträhnen nach rechts, und sofort fallen ihr die Haare wieder ins Gesicht. Bei Rödl & Partner sind ihre Übernahmechancen laut Ausbildungsleiterin Martina Reckhardt sehr gut. In den vergangenen Jahrgängen habe man fast alle Azubis eingestellt. "Frau Pavic stellt durchdachte Fragen und ist für ihre freundliche, aufgeschlossene Art bekannt. Solche engagierten Azubis wollen wir eigentlich behalten", sagt Reckhardt. Auch die guten Aufstiegsmöglichkeiten lockten Pavic in den Beruf: Das Einstiegsgehalt liegt bei rund 22000 Euro brutto pro Jahr. Ohne Studium kann sie sich ein Jahr nach der Ausbildung zur Bilanzbuchhalterin fortbilden. Oder, mit drei Jahren Berufserfahrung, zur Steuerfachwirtin. Die Wartezeit für die Steuerberaterprüfung verkürzt sich damit auf sieben Jahre. "Das ist mein Traumberuf - Steuerberaterin", sagt Pavic. Dafür muss sie aber noch viele Jahresbilanzen erstellen. Petra Sorge
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Zukunft 


heys und zwar habe ich eine frage...i...
Sehr guter, detailierter, ansprechend...
hmm ich hab da mit gemacht xD war lus...
Hallo Christine und Tina
sehr schönes Konzert gestern Abend! ...