| Aus drei Fächern mach’ eines |
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„GSE“ heißt ein Schulfach an Hauptschulen, in dem Geschichte, Sozialkunde und Erdkunde zusammen unterrichtet werden. Doch diese Kombination verursacht ein Problem: für die Lehrer und vor allem für die Studenten, die Hauptschullehrer werden wollen. Ein neues Uni-Seminar soll dieses Problem lösen. Das Studium auf Hauptschullehramt verlangt seinen Studenten so einiges ab: Flexibilität, gute Vorbereitung und fächerübergreifende Kenntnisse. „Jeder Student hat sein Hauptfach, bei mir ist es zum Beispiel Erdkunde“, erzählt Fatos Yildirim, Studentin an der Uni in Nürnberg. „Und dann hat man nebenbei noch drei Didaktik-Fächer. Das sind Fächer, in denen nicht die fachlichen Kenntnisse wichtig sind, sondern die Art, wie man den Schülern etwas beibringt“, ergänzt Stephanie Meyer. Eines der Didaktikfächer muss entweder Mathe oder Deutsch sein und ein anderes entweder Musik, Kunst, Sport oder Religion. Das bedeutet für angehende Hauptschullehrer in ihrem Pflicht-Praktikum während des Studiums gute und lange Vorbereitung – vor allem in den Didaktikfächern. Auch im späteren Berufsleben ändert sich das nicht. Denn die fachlichen Kenntnisse sind in den Didaktikfächern nicht ausreichend. „Ich habe nur in meinem Hauptfach, also in Geografie, mehr inhaltliche Stoff-Kenntnisse als ich selbst in der Schule gelernt habe“, beschwert sich Fatos. Neuartiges Seminar Einen Monat lang haben Fatos, Stephanie und Matthias deshalb zusammen mit 17 anderen Lehramtsstudenten an dem neuen Seminar „GSE-integrativ“ teilgenommen. Es vereint die drei unterschiedlichen Fächer Geschichte, Sozialkunde und Erdkunde. „Damit sind wir einzigartig in Deutschland“, erklärt der Professor für Sozialkunde-Didaktik Armin Scherb, der das Seminar organisiert hat.
In diesem Seminar lag der Schwerpunkt auf dem Thema „Gemeinde/Stadt“. Dabei statteten die Studenten dem Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly im Rathaus einen Besuch ab. „Wir haben erfahren, dass es wichtig ist, Lernenden die Möglichkeit zu authentischen Realitätsbegegnungen zu eröffnen“, erläutert Matthias. Doch was bedeutet das wirklich? Eigentlich nur, dass Schüler außerhalb des engen Klassenzimmers aufnahmefähiger sind und mit mehr Freude lernen. Es geht darum, Schülern eine Stadt historisch, geografisch und gleichzeitig kommunalpolitisch näher zu bringen – und sie bestenfalls auch dafür zu begeistern. Politiker? Unbekannt! Die Politikverdrossenheit der Jugendlichen ist in erster Linie eine Folge ihrer Unwissenheit. Doch Oberbürgermeister Maly gibt auch der „politischen Kaste“ die Schuld. Es sei ein Irrglaube, dass Politiker immer Antworten auf alle Fragen wüssten. Viele Politiker geben aber vor, das zu können. Deshalb wirken sie auf die Öffentlichkeit und somit auch auf die Schüler unglaubwürdig. Um das allgemeine Desinteresse nicht zu verstärken, rät Maly Politikern, mutig zu sein und auch mal zuzugeben: „Das kann ich im Augenblick nicht beurteilen. Darüber muss ich nachdenken.“ Aber wie interessiert man Hauptschüler für Sozialkunde – ein Fach, das seine zwei Schulstunden pro Woche mit zwei anderen Fächern teilen muss? Fatos, Stephanie und Matthias haben da schon eine Idee: BIANCA RITTER
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