| Enzian und Edelweiß für die digitale Sammlung |
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im Lauf dieses Jahres wird eine lange Tradition an der Uni Erlangen-Nürnberg zu Ende gehen. Prof. Werner Nezadal, Leiter der Arbeitsgruppe Geobotanik im Department Biologie, geht in den Ruhestand. Damit dürfte dieses klassische Teilfach der Biologie in Erlangen in der bisherigen Form tot sein. Gleichsam als Abgesang berichtet ein Teilnehmer von einer der letzten großen Exkursionen der Erlanger Geobotanik.
An der Rax, einem der Hausberge Wiens am östlichen Ende der Alpen, begegnen wir zum Beispiel der Alpenpflanze schlechthin, dem Edelweiß. Vom Ottohaus sind wir durch typische Latschenwälder über herrlich blühende Almen zu Kalkschutthängen aufgestiegen.
An den Oberläufen der Bäche stehen artenreiche Grünerlengebüsche, und auf den Matten wachsen ausgedehnte Krummseggen-Rasen. Und nicht zu vergessen die Pilze! Pfifferlinge und Maronen sind in den Wäldern so zahlreich, dass die freundliche Wirtin der Sabathy-Hütte unsere Tagesbeute ins Abendessen einbaut. Zum Glück überleben wir alle.... In Slowenien gilt unser Interesse dem Triglav-Nationalpark mit südlichen Buchenwäldern und verkarsteten Hochflächen. Dann geht es weiter nach Italien. Am Passo Pura, nördlich von Ampezzo in Friaul, hat die Universität Triest die kleine, gut ausgestattete Forschungsstation „Baita Torino“, die wir beziehen dürfen. Als Gegenleistung testen wir einen elektronischen Bestimmungsschlüssel des KeyToNature-Projektes der Triester Botaniker, den uns das Erlanger Institut für Lern-Innovation auf CD und drei PDAs – modernen Mobiltelefonen – zur Verfügung gestellt hat. Statt mit einem Bestimmungsbuch bewaffnet wird der Botaniker der Zukunft vielleicht mit ein Handy mit hoch auflösendem Display die Artenvielfalt erfassen. Das letzte Ziel der Exkursion, der Großglockner, ist in jeder Hinsicht der Höhepunkt der Exkursion. Mit 3798 Metern der höchste Berg Österreichs, hat er neben Murmeltieren und Steinböcken die Alpenvegetation der höchsten Regionen der Silikat-Alpen zu bieten. Vom Glocknerhaus in 2132 Metern Höhe steigen wir hinab zum Vorfeld der Pasterze, dem großen Glocknergletscher. Walter Welß, Geobotaniker mit ebenfalls reicher Exkursionserfahrung, zeigt anschaulich, wie lange es dauert, bis sich nach dem zur Zeit dramatischen Rückzug des Gletschers auf dem zunächst völlig vegetationslosen Boden erste Pioniere ansiedeln können. Dort, wo sich schon seit über 100 Jahren pflanzliches Leben wieder entfalten kann, zeigt sich eine große Vielfalt.
GERHARD BRUNNER
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Zukunft 

Eindrücke von einer Exkursion der Erlanger Geobotanik
Für drei Wochen folgen sie dem Ruf der Alpen und tauschen Hörsaal und Labor gegen bunte Almwiesen, schroffe Felsen und dunkle Bergseen. Ein Tausch, der die Kenntnis vieler neuer Arten und Verständnis für ökologische Zusammenhänge bringt. Im Gelände geschieht das viel intensiver als daheim mit dem Lehrbuch. Immer wieder bleiben wir stehen, wenn uns Prof. Werner Nezadal etwas Interessantes am Wegrand erklärt.
Am Zirbitzkogel, etwa 100 Kilometer weiter südwestlich, treffen wir eine Verwandte unserer in Mittelfranken bekannten Waldkiefer: die Zirbe. Im Gegensatz zur heimischen Kiefer hat sie jedoch bis zu 11 Zentimeter lange Nadeln, die zu je fünf Stück gebündelt sind.
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