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Heftige Kritik an der Bologna-Reform bei einer Veranstaltung des bayerischen Wissenschaftsministeriums
Als Reaktion auf den mehrwöchigen Bildungsstreik vor Weihnachten veranstaltete der bayerische Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch eine Konferenz zum Thema „Gute Lehre im Zeichen von Bologna“. Bildungsexperten, Vertreter der bayerischen Hochschulen und Studierende diskutierten über nötige Verbesserungen bei den Bachelor-/Master-Studiengängen.
Den Vergleich des Tages zieht Prof. Hans-Ulrich Küpper, Leiter des Staatsinstituts für Hochschulforschung: „Michael Schuhmachers neues Auto läuft ja auch nicht sofort optimal, auch wenn es von einem hochprofessionellen Industrieunternehmen hergestellt wird“.
Soll heißen: Dass die Umstellung auf das Bachelor-/Master-System an den bayerischen Hochschulen „alles andere als gut gelaufen ist“, sei nicht weiter verwunderlich. Denn erstens, so Küpper, habe man „viel zu spät angefangen“ und zweiten sei das Ganze „nicht ausreichend vorbereitet“ worden.
Im sogenannten Bologna-Abkommen hatten die Bildungsminister von 29 Ländern vereinbart, einen einheitlichen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Für Deutschland bedeutete das vor allem die Einführung der Studienabschlüsse Bachelor und Master anstelle der traditionellen Diplom- und Magister-Abschlüsse.
1999 wurde das Abkommen unterzeichnet, bis 2010 sollte die Umsetzung abgeschlossen sein. Doch in Bayern „hat sich der damals neue Wissenschaftsminister Thomas Goppel erstmals im Jahr 2003 mit dem Problem beschäftigt“, sagt Küpper, „und bis es bei den Hochschulen wirklich angekommen ist, war es 2006“.
Seitdem wird mehr oder minder hektisch reformiert – um rechtzeitig fertig zu werden. „Mal wieder typisch deutsch“, befindet Prof. Peter Strohschneider, Vorsitzender des Wissenschaftsrates, „wir halten uns zu 150 Prozent an die Buchstaben einer Abmachung“ – und kaum an deren Geist.
Sinn und Zweck von „Bologna“, daran erinnert die Münchner Studentenvertreterin Eva Blomberg, war es eigentlich, „die Perspektive eines Studiums umzudrehen: weg von der Sichtweise der Dozenten, hin zu einer Orientierung an den Bedürfnissen der Studierenden, die sich zu akademisch gebildeten – und nicht nur fachspezifisch ausgebildeten – Persönlichkeiten entwickelt sollen.
So gesehen, sei der Bologna-Prozess hierzulande gründlich daneben gegangen, meint Emily Kuck, Studentenvertreterin von der Hochschule Coburg: mehr Freiräume für den Einzelnen, ein vielfältiges Angebot, das den unterschiedlichsten Lebensentwürfen gerecht wird? Fehlanzeige.
Statt dessen: Zeitdruck, Notendruck, Stress pur. Am schlimmsten, da sind sich die Studierenden auf dem Podium und im Publikum einig, ist die Tatsache, das anderswo erbrachte Studienleistungen im neuen System weniger anerkannt werden als früher.
Der Austausch mit dem Ausland funktioniere gar nicht gut, berichten einige Studenten: Noch am besten anerkannt werden Lehrveranstaltungen, in denen alle ausländischen Erasmus-Studierenden zusammengefasst werden und ein speziell auf sie abgestimmtes Programm bekommen.
Wer diesem Getto entflieht und sich unter die Einheimischen mischt, kann das zu seinem Vergnügen tun – ECTS–Punkte wird es ihm kaum einbringen. Dabei sollte „Bologna“ doch vor allem die Mobilität erhöhen.
Fast noch schwieriger ist ein Wechsel innerhalb Deutschlands. „Die Hochschulen haben nicht miteinander geredet“, sagt Claas Meyer von der Landes-Asten-Konferenz, der bayerischen Studentenvertretung, „jede Hochschule hat ihre Bachelor- und Master-Programme ganz für sich allein umgesetzt.“
Und dabei noch sehr auf Profilbildung geachtet, auf Alleinstellungsmerkmale, auf möglichst exotische Studiengänge, die es so an keiner anderen Hochschule gibt – „kein Wunder“, sagt Prof. Strohschneider, „ dass da die Vergleichbarkeit der Module nicht mehr gegeben ist“.
Deshalb plädiert Claas Meyer für mehr Harmonisierung und mehr Transparenz: „Die Hochschulen müssen sich zumindest auf einen Grundkanon an Stoff verständigen, auf Standardmodule, die überall vergleichbar. Dann können Spezialmodule immer noch von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich sein“.
Ein weiteres Problemfeld: die sogenannte Berufsbefähigung des Bachelor-Abschlusses. „Der Begriff muss völlig neu definiert werden“, fordert Prof. Küpper, und nennt ein Beispiel aus den Ingenieurwissenschaften: „Ein Bachelor nach sechs oder sieben Semestern kann nicht dasselbe können wie ein Diplom-Ingenieur nach zehn oder zwölf Semestern Studium“.
Dass das Ganze eine enormes Umdenken in den Firmen verlangt, weiß auch Melanie Tropp, Referentin für Bildung in der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw). „Die großen Unternehmen haben spezielle Trainee-Programme für Bachelor entwickelt“, sagt sie.
Soll heißen: Die Firmen pushen die Absolventen nach eigenem Bedarf auf Diplom-Niveau. Kleinere Unternehmen können sich solche Programme nicht leisten. Die müssen die Bachelor so nehmen, wie sie kommen. Ob das auch wirklich funktioniert, sagt Küpper, könne man noch nicht sagen. Dazu sein einfach noch zu wenige Bachelor auf dem Arbeitsmarkt.
Spannend zu beobachten ist die Entwicklung allemal – weshalb die Staatsregierung Küppers Staatsinstitut beauftragt hat, „den Prozess zu evaluieren“. Um die Akzeptanz des Bachelors auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, stellt Küpper klar, „ist aber vor allem der Staat selbst gefordert: indem er mit seiner Einstellungspolitik so vorangeht, wie er es von den Unternehmen erwartet“.
hlo
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The Dewey haben echt gerockt
Kann man die Carina aus Stuttgart irg...
also jetzt mal ohne scheiss g8 ist ei...
ihr schafft das ! : ) viel glück! s...
ein dutzend sind immer noch 12. oder ...