Extra-Jobs Was macht eigentlich...ein Betriebswirt? PDF Drucken

Dominik Stadelbauer ist als Betriebswirt tätig und hält das für Serie Extra-Jobs: Die vielfältigen Möglichkeiten eines Betriebswirts

Der Stress mit der Facharbeit ist fast schon vergessen. Das Abi rückt unaufhaltsam näher. Und du hast noch keinen Plan, ob und was du studieren möchtest? Unter dem Riegel „Extra-Jobs“ stellen wir in loser Folge Menschen und ihre Berufe nach dem Studium vor. Heute: Dominik Stadelbauer (28) hat an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg studiert und arbeitet jetzt als Betriebswirt.

Dominik, Sie haben Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Steuerrecht und Rechnungswesen studiert und arbeiten jetzt bei der Nürnberger Versicherung. Manche Menschen empfinden die Thematik rund um Wirtschaft als trocken. Knapp formuliert: BWL – etwas Langweiligeres gibt es kaum!
Dominik Stadelbauer: Ich finde, dass BWL spannend ist. Man hat sehr große Chancen: In jedem Unternehmen werden Betriebswirte gebraucht. Die Spannbreite des Studiengangs und der Berufsmöglichkeiten ist sehr groß. Schade, dass die meisten Menschen „Wirtschaft“ nur aus der Schulzeit kennen – als Fach, wo man einfach nur Sachverhalte oder Definitionen auswendig lernen muss.

Manche Menschen wissen schon in der Schule, was sie später studieren möchten oder welchen Beruf sie mal ergreifen wollen. Wann haben Sie sich dazu entschlossen, BWL zu studieren?
Stadelbauer: Nach meinem abgebrochenen Informatik-Studium. Das hat nicht so ganz geklappt. Aber während meines BWL-Studiums habe ich nie das Ziel aus den Augen verloren. Ich war in acht Semestern durch, das lief einfach prima.

Sie sind „Fachberater für betriebliche Altersvorsorge“. Was ist das?
Stadelbauer: Eine betriebliche Altersversorgung ist eine Zusatzversorgung, die ein Arbeitnehmer durch seine Arbeit aufbaut, um im Alter nicht plötzlich mit der mickrigen gesetzlichen Rente dazustehen. Es gibt dafür verschiedene Möglichkeiten, die steuerlich ziemlich unterschiedlich sind. Das macht es nicht immer einfach, die ideale Variante zu finden, aber das macht die Aufgabe ja auch so interessant.

Und was sind Ihre konkreten beruflichen Tätigkeiten?
Stadelbauer: Ich kümmere mich vor allem um Grundsatzfragen bei steuerlichen Angelegenheiten. Im Moment beschäftige ich mich zum Beispiel intensiv mit der Sanierung von Pensionszusagen. Das bedeutet: Vor vielleicht 20 Jahren hat irgendein Unternehmen einen Arbeiter eingestellt und versprochen, dass die Firma ihm später eine Zusatzrente bezahlt. Mittlerweile stellt sich aber häufig heraus, dass die Maßnahmen des Unternehmens nicht ausreichen, um die versprochene Rente auch bezahlen zu können. Außerdem gibt es inzwischen viele neue Möglichkeiten, damit die Versorgung steuerlich attraktiv wird. Dazu entwickeln wir Produkte und Konzepte. Steuern sparen kommt bei den meisten Firmen gut an.

Traumjob oder großer Reinfall? Was gefällt Ihnen am besten an Ihrem Beruf ?
Stadelbauer: Ich bin der Meinung, dass ich den besten Job der Welt habe! Ich bleibe geistig in Bewegung. Denn ein Sachverhalt, zu dem ich vor einem Jahr Stellung genommen habe, kann bereits heute ganz anders aussehen. Gerade im Bereich des Steuerrechts ändern sich die Gesetze sehr schnell.

Sind Sie seit Abschluss des Studiums bei Ihrem heutigen Arbeitgeber?
Stadelbauer: Nein, erst seit kurzem. Vorher war ich zwei Jahre bei einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in München.

Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft? Was ist das?
Stadelbauer: Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sind dafür verantwortlich, dass die Unternehmen in Deutschland ihren Jahresabschluss ordentlich aufstellen. Dafür muss in kürzester Zeit das ganze Unternehmen auf den Kopf gestellt werden. Man lernt dabei zwar in kürzester Zeit extrem viel, aber das ist auch sehr anstrengend. Die Fluktuation in diesem Bereich ist sehr groß.

Wem würden Sie dazu raten, BWL zu studieren?
Stadelbauer: Jedem, der ein gewisses Gefühl für Zahlen hat und ein großes Durchhaltevermögen aufweisen kann. Denn weil BWL sehr breitgefächert ist, hat man auch viele verschiedene Vorlesungen, und da kann es auch mal ein Fach geben, das man nicht so gern mag. Gerade Menschen, die sich für das Berufsleben viele Möglichkeiten offen halten wollen, empfehle ich BWL zu studieren. Ehemalige Kommilitonen von mir sind heute in sehr unterschiedlichen Bereichen tätig: von der Vermögensberatung bis zum Marketing.

Interview: CELINE FISCHER

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