| B wie Bologna, Teil 9: Brisante Studie |
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Einige Erfolge, aber auch noch große Defizite listet eine neue Studie zur die Umsetzung des Bologna-Prozesses in den vergangenen zehn Jahren auf. Erstellt hat den Bericht die European University Association (EUA). Sie ist der größte Verband europäischer Universitäten aus 46 Ländern.
Dreistufiger Abschlusszyklus (Bachelor, Master, Promotion): 95 Prozent aller Hochschulen haben inzwischen das dreistufige System eingeführt (im Vergleich zu 82 Prozent im Jahr 2007).
Einstellung zu „Bologna“: 58 Prozent der Unis sehen die Realisierung eines europäischen Hochschulraumes als „sehr positiv“ an. 38 Prozent geben an, dass die Bologna-Reform zu „gemischten Ergebnissen“ geführt habe. Nur 0,1 Prozent beurteilen die gesamte Umsetzung von „Bologna“ als negativ. Probleme: Schwierigkeiten bereitet die Einführung der Bachelor-/Master-Studienstruktur in vielen reglementierten Berufen („regulated professions“). Dazu zählen Medizin, Jura, Ingenieurwissenschaften und Zahnmedizin. Mobilität: Trotz aller Bemühungen, die Mobilität von Studierenden und akademischem Personal weiter zu steigern, sind bislang nur unzureichende statistische Erkenntnisse zur Mobilitätsentwicklung durch den Bologna-Prozess vorhanden. Qualität der Lehre: „Bologna“ wirkt als Katalysator für die Qualitätsverbesserung in der Lehre und für die Einführung stärker studierendenzentrierten Lernens: 77 Prozent der Unis haben ihre Lehrpläne in allen Fachbereichen umgearbeitet. In 28 Ländern wurde die Qualitätssicherung den Leitlinien angepasst, die 2005 für „Bologna“ entwickelt worden sind. Arbeitsmarktbefähigung: Probleme bestehen laut der Studie nach wie vor bei der Arbeitsmarktbefähigung der Absolventen. Das gilt insbesondere in Ländern wie Deutschland, in denen Bachelor-Studiengängen neu eingeführt wurden. Lebenslanges Lernen gewinnt an Universitäten weiterhin an strategischer Bedeutung. Bislang haben fast 40 Prozent der Unis eine umfassende Strategie dafür, weitere 34 Prozent sind dabei, eine solche zu entwickeln. Mittlerweile bieten mehr als 80 Prozent der Unis berufliche Weiterbildungskurse an. Der EUA-Bericht benennt aber auch deutlich Herausforderungen, die im kommenden Jahrzehnt bis 2020 zu bewältigen sind: Die Informationsarbeit zu den Reformen muss verbessert werden, um allen interessierten Kreisen (Studierenden, Akademikern, Arbeitgebern und der Gesellschaft allgemein) Sinn, Zweck und Vorteile der Bologna-Reformen zu erklären. Anstatt die Bologna-Instrumente nach rein technischen und quantifizierenden Aspekten zu evaluieren, sollte sich der Bologna-Prozess stärker auf die Entwicklung innovativer Bildungskonzepte konzentrieren. Dazu ist unbedingt die stete Beteiligung von Studierenden am reformpolitischen Prozess erforderlich. Um die Reformen weiterzuführen und zu vervollständigen, ist unbedingt mehr Geld auf nationaler Ebene notwendig.. Dies ist vor allem wichtig für die erfolgreiche Umsetzung der studierendenzentrierten Lehre, die mehr Personal erfordert.“ Der europäische Hochschulraum muss enger mit dem europäischen Forschungsraum verknüpft werden, um einen zusammenhängenden reformpolitischen Ansatz zu ermöglichen und das Ziel einer Europäischen Wissensgesellschaft zu verwirklichen. Politische Entscheidungsträger müssen im Hinblick auf die wachsende Bedeutung der Internationalisierung mehr tun, um die Mobilität zu fördern und die Mobilitätshindernisse abzubauen. hlo
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