Kinder dürfen nicht die Karriere knicken! PDF Drucken

Kinder anstatt Karriere? Muss nicht sein – sagen die Initiatorinnen des Programms „women++“ an der Ohm-Hochschule Nürnberg. Foto: dpaGeorg-Simon-Ohm-Hochschule bietet ein spezielles Qualifizierungsprogramm für Mütter
 

Wie sich Akademikerinnen mit Kind zurück in die Karriere kicken können, zeigt „women++“, ein neues Qualifizierungsprogramm an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg. Es richtet sich an Mütter, die in qualifizierte Berufe mit Karriereaussichten oder Führungspositionen einsteigen oder zurückkehren möchten.

 


Es sind große Reden, die manche Politikerinnen da schwingen. „Eine Auszeit für die Familie darf kein Hindernis sein, sondern eine Empfehlung und Visitenkarte für beruflichen Wiedereinstieg und Aufstieg“, sagt zum Beispiel Christine Haderthauer. Bayeerns Ministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen. Kindererziehung sei „kein Trockenkurs, sondern Lebensschule. Mutter werden und Familienmanagerin sein darf deshalb keinen Hemmschuh für den Karriereweg bedeuten, sondern muss zum Beschleunigungsfaktor werden“.


Jeder weiß: Die Realität sieht leider (meisten ganz) anders aus. Und genau an diesem Punkt greift das Projekt „women++“ der Ohm-Hochschule an. Dabei werden Frauen intensiv an der Umsetzung ihres persönlichen Karrierewegs unterstützt – während ihr Nachwuchs vom Ohm-Hochschulservice für Familien professionell betreut wird.


„Wie bringe ich Familie und einen anspruchsvollen Arbeitsalltag unter einen Hut? Wie kann ich mich besser organisieren? Mit diesen Fragen beschäftigen sich viele Frauen. Und wir suchen gemeinsam mit ihnen nach Lösungen“, betont die Projektleiterin Mona Sandner-Abboud. „Dabei wollen wir vor allem Wege in zukunftsorientierte, wissenschaftliche und technische Bereiche aufzeigen, denn hier sind Frauen leider oft noch unterrepräsentiert.“

"Frauen sind anders gut“

Die Teilnehmerinnen von „women++“ werden sich ab September jeden Monat zum Netzwerken beim „Last Friday Talk“ treffen. Außerdem arbeiten sie alle zwei Monate bei einem einwöchigen Seminar an ihrer Karriere und kommen zudem in den Genuss von individuellen Coachings. „Große Pluspunkte des Programms sind die Kinderbetreuung parallel zu den Seminaren und die enge Anbindung an die Ohm-Hochschule“, hebt Prof. Sibylle Kisro-Völker, Vizepräsidentin und Frauenbeauftragte der Ohm-Hochschule, hervor.
 

Gefördert wird „women++“ mit etwa 91000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds sowie mit 30000 Euro von Haderthauers Ministerium. „Die Wirtschaft ist in der Pflicht“, sagt die Ministerin, „kein Unternehmen kann es sich mehr leisten, auf die Kompetenz gut ausgebildeter Frauen zu verzichten.“
 

„Wer veralteten Rollenbildern nachhängt“, so Haderthauer weiter, „muss sich nicht wundern, wenn qualifizierte Fachkräfte zur Konkurrenz gehen, weil dort die Leistung zählt und nicht das Geschlecht. Frauen sind anders gut als Männer, vielleicht gerade weil sie vielfältigere Lebensentwürfe vereinbaren und oft einen umfassenderen Blick auf Sachverhalte und das Leben haben.“

hlo
 

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