"Vom Winde verweht" PDF Drucken

Das sind die Sieger in der jüngeren Altersgruppe (von links): Anemone Marschall und  Astrid Pfeifer (2. Platz), deren Beitrag ihr hier lesen könnt. Beim diesjährigen Schreibwettbewerb von VDE und Nürnberger Nachrichten ging es um „Technik für die Zukunft“

Der Wettbewerb  "Schreib doch!" wird gemeinsam vom Verband der Elektrotechnik (VDE) und den Nürnberger Nachrichten veranstaltet. In zwei Altersklassen (Schüler bis einschließlich 10. Klasse/ältere Schüler und Studenten) waren die Teilnehmer aufgerufen, originelle Artikel zur Frage „Technik - Lösungen für die Probleme der Zukunft?“ einzusenden. Mit dem folgenden Beitrag gewann Astrid Pfeifer vom Platen-Gymnasium Ansbach den 2. Platz bei den Jüngeren.

 

"Auch die schönsten Häuser einer Stadt stürzen einmal ein. Ein erfolgreiches Geschäft verliert seine treibende Kraft. Der Motor eines Autos springt nicht mehr an. Die Buslinie aufs Land wird gestrichen. Ein Fluss wäscht ein Tal in ein Gebirge. Das Gras wird gemäht, die Ernte eingefahren, die Kuh geschlachtet.
Die Kindheit, die Blütezeit der Rose, der Sommer, der Winter. Alles geht vorbei.
Die Bäckereiverkäuferin von nebenan beginnt eine Karriere beim Fernsehen. Der Dorfpfarrer wandert nach Amerika aus. Der dicke Metzger wird Vegetarier. Das kleine Kohlekraftwerk am Ortsrand wird geschlossen und stattdessen wird ein Windrad aufgestellt. Die Nachbarn stehen mit fünf Kindern ohne Arbeit da. Und wer ist schuld?
Na, diese Hippies mit ihren Windrädern, sagt der Nachbar.
So gesehen haben sie sich wieder ganz schön ausgebreitet, die Hippies. Denn die Windräder sind gewohnte Accessoires im Landschaftsbild geworden. Dicke weiße Sockel, die sich in atemberaubender Höhe in gewaltigen Propellern verlieren.
Der Nachbar kann da nur den Kopf schütteln. So was verschandelt doch die Natur. Und dafür soll er so teuer bezahlen?
Die Windkraft ist im Kommen und sie ist effizient. Die Natur selbst erzeugt Energie. Dadurch, dass der Wind den Propeller in Bewegung setzt, wird im Inneren ein Generator aktiviert. Dieser wandelt die Bewegungsenergie des Windrades in waschechten Naturstrom um. Unterirdisch gelangt dieser schließlich zum Verbraucher.
Noch immer ist der Nachbar nicht überzeugt. Naturstrom. Gut. Aber wieso muss man deshalb das Kohlekraftwerk abreißen? Lohnt sich das überhaupt?
Klar, die Einrichtung eines Windrades oder gar -parks kostet Geld. Aber nur einen einmaligen Betrag. Schon nach kurzer Zeit beginnt sich die Investition zu lohnen. Es wird immer mehr auf die Windkraft gesetzt. Der Strom kann gut verkauft werden und schnell stellt sich Gewinn ein.
Der Nachbar schnaubt und dreht sich weg. Hippies.
Doch auch diese Laune des Nachbarn vergeht. Er wird einen neuen Job finden und bald wieder verdienen. Es ist alles vergänglich. Auf Nacht folgt Tag und auf Regen Sonnenschein.
Obwohl.
Es gibt Dinge, die niemals aufhören. Freundschaft, Hoffnung, Liebe.
Sollten wir dafür nicht kämpfen? Sind es nicht solche Dinge, für die die Unterstützer von Windparks kämpfen?
Egal, woher wir kommen und wohin wir gehen, gibt es nicht eins, das uns alle vereint? Die Liebe zur Natur. Zu unserer Erde. Die Hoffnung, dass es noch nicht zu spät ist.
Doch wenn wir so weiterleben wie bis jetzt, vergeht auch diese Hoffnung. Wenn wir nichts ändern, werden wir früher oder später vor dem Scherbenhaufen Erde stehen. Wir haben keine zweite Welt im Keller.
Es ist an der Zeit, etwas zu bewegen und das geht zum Beispiel durch den Umstieg auf erneuerbare Energien wie die Windkraft. Wir haben eine wirksame Waffe gegen den Klimawandel und das ist die Natur selbst. Noch müssen wir nicht aufgeben. Noch gibt es Chancen. Noch ist nichts vom Winde verweht."
 

Extra-Infos:

Folgende weitere Sieger gab es in der jüngeren Altersgruppe. Den 1. Platz holte sich Anemone Marschall vom Platen-Gymnasium Ansbach, auf den 3. Platz (100 Euro) kamen Tobias Henning und Noah Mauthe  vom Gymnasium Eckental. 

Bei den Älteren holte sich den Sieg (300 Euro) Franziska Michler vom Maria-Ward-Gymnasium Nürnberg . Jennifer Hertlein, Abiturientin des Fürther Helene-Lange-Gymnasiums, wurde Zweite (200 Euro).
 

Einen Sonderpreis, nämlich eine Führung durch das Druckhaus des Verlags Nürnberger Presse gewann die Klasse 8a der Oskar-Sembach-Realschule Lauf. Sie hatte die mit Abstand meisten Beiträge beim diesjährigen Schreibwettbewerb eingereicht. 

+/-
Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:
 
:angry::0:confused::cheer:B):evil::silly::dry::lol::kiss::D:pinch:
:(:shock::X:side::):P:unsure::woohoo::huh::whistle:;):s
:!::?::idea::arrow:
 
Please input the anti-spam code that you can read in the image.
+/- Kommentare
Neuer Kommentar RSS

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."