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Was Nürnberger Schülersprecher über den Amoklauf denken
Vergangenen Mittwoch ist der 17-jährige Tim K. an seiner ehemaligen Schule in Winnenden Amok gelaufen und hat neun Schüler und drei Lehrerinnen erschossen. Wie gehen Schüler hier mit dieser grausamen Tat um? Wir sprachen mit Nadine Mayinger (16) und Nikolai Schnarrenberger (19), zwei der drei Nürnberger Stadtschülersprecher.
Mit welchen Gefühlen seid ihr und sind eure Mitschüler am nächsten Tag zur Schule gegangen? Nadine: Wiir am Maria-Ward-Gymnasium waren schockiert, dass schon wieder so etwas Schreckliches passiert ist! Aber Angst hatten wir weniger, auch wenn ein Mädchen aus unserer Klasse einen Jagdschein besitzt. Nikolai: Bei uns am Dürer-Gymnasium herrschte vor allem Fassungslosigkeit. Ich habe mich immer wieder gefragt: Was muss falsch laufen, damit Schulen zu solchen Hassobjekten werden? Was könnten die Gründe sein? Nikolai: Ein mögliches Problem entsteht dann, wenn die Schule kein Lebensraum mehr ist, in dem ich mich wohlfühle. Wer sich in der Schule nicht ernst genommen und gehört fühlt, staut Aggressionen auf, die irgendwann ausbrechen. Es wird jetzt viel über verschärfte Sicherheitskontrollen an Schulen diskutiert. Eure Meinung dazu? Nadine: Das bringt es nicht. Aggression bahnt sich ihren Weg. Wenn man den Leuten die Waffen abnimmt, fliegen halt die Fäuste. Nikolai: Wenn man Chipkarten und Metalldetektoren braucht, ist es meiner Meinung nach schon zu spät. Man muss früher ansetzen, um Gewalt zu verhindern. Der Amokläufer Tim K. soll ausgegrenzt worden sein. Was kann man gegen Mobbing an Schulen tun? Nikolai: Zuerst müssten die Klassen kleiner werden. Bei mehr als 30 Schülern können Lehrer ja niemanden individuell fördern. Außerdem sollte man Schülern Raum geben, um Probleme untereinander, ohne Lehrer, zu lösen. Spezielle „Zeit für uns“-Stunden wären sinnvoll, in denen alle zusammen Probleme besprechen. Dieser Klassenrat sollte gesetzlich verankert werden. Nadine: Ich denke auch, dass Schüler Konflikte untereinander klären sollten, vielleicht mit Hilfe des Vertrauenslehrers. Man sollte auch den Mut haben, auf streitende Mitschüler zuzugehen und die um ein klärendes Gespräch zu bitten. Zu guter Letzt: An wen können Schüler sich wenden, wenn ihnen jetzt mulmig zumute ist? Nikolai: Wenn man einen tollen Lehrer hat, sollte man sich nicht schämen, das Thema im Unterricht anzusprechen. Es ist wichtig, dass die Klasse darüber diskutiert. Aber auch Gespräche mit Eltern und guten Freunden helfen. Interview: ANNIKA PEISSKER
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