| In Kuba sind Kulis was Besonderes |
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Im Oktober sind 30 Zehntklässler aus Bayern in ein außergewöhnliches Schuljahr gestartet: Im „Klassenzimmer unter Segeln“ schippern sie auf dem Dreimaster „Regina Maris“ durch die Weltmeere. An Bord erhalten sie Unterricht. Immer wieder machen sie aber auch Stopp in fremden Ländern. Hier berichten die Schüler von ihren Aufenthalten in Panama und Kuba. Mittlerweile sind wir fünf Monate unterwegs und haben uns an den Alltag an Bord gewöhnt: Wir gehen regelmäßig Wache, übernehmen die Backschaft (Küchendienst) und lernen an Bord. Unsere Reiseroute hat uns bisher über Teneriffa, Martinique, die kleine Antillen und Panama bis nach Kuba geführt. Busse in Panama? Das sind meist alte Schulbusse aus Amerika – die man kaum wiedererkennt: Sie sind vollgesprayt mit künstlerischen Air-Painting-Malereien, und an allen Ecken und Enden funkelt angeschraubtes Chromzeug. Der Panama-Party-Bus setzte uns mitten im Nirgendwo ab. Die Trekkingrucksäcke geschultert, ging es los, durch die schönste Natur, die wir bisher gesehen haben! Am schönsten war der Wasserfall, zu dem uns unser Reiseleiter Miguel führte. Dort stürzt in einer Sekunde so viel Wasser herunter, dass man damit Hunderte Badewannen füllen könnte. Natürlich haben wir die „Naturdusche“ ausprobiert. Ein unglaubliches Erlebnis! Während der Dschungel-Wanderung waren wir vier Tage in einem Dorf der Naso-Indianer zu Gast. Dort wohnten wir in Hochholzhäusern – selbst geschreinerten Hütten, die etwa zwei Meter über dem Boden stehen. Die Frauen des Dorfes haben für uns an einer einfachen Feuerstelle unter einem Holzdach gekocht. Seit der letzten Flut ist die eigentliche Küche nämlich zerstört. Die Nasos haben uns auch auf zwei Nebelwaldwanderungen mitgenommen, bei denen wir die Bekanntschaft von Pfeilgiftfröschen und Riesenameisen machten. Mit so vielen Naturerlebnissen im Gepäck ging es zurück an Bord der „Regina Maris“ – und auf in Richtung Kuba. Bevor wir dort jedoch an Land gehen durften, mussten wir das ganze Schiff blitzblank putzen – damit die Einreisebehörden grünes Licht geben. Nie vorher hatten wir so viel geputzt! Ganz ehrlich, die Regina war das sauberste Segelschiff der Welt. Zumindest für einige Tage. In Kuba war dann alles ganz anders als in Panama: Eine kubanische Organisation hatte für uns ein lückenlos Programm geplant und begleitete uns auf Schritt und Tritt. Zu Beginn unseres Aufenthalts haben wir drei Tage die Federico-Engels-Schule besucht, ein Hochbegabten-Internat. Um dort aufgenommen zu werden, muss man nicht reich sein, aber talentiert und engagiert – etwa in den Jugendverbänden der kommunistischen Partei Kubas. Sowieso war das kommunistische Schulsystem für uns völlig neu und überraschend. Dort gibt es zum Beispiel ein eigenes Schulfach für militärische Übungen. Am Todestag von Cienfuegos, einem der unzähligen Nationalhelden Kubas, hat die ganze Schule Militär-Spiele veranstaltet. Die Schüler mussten unter Stacheldraht durchrobben, über Hürden springen und sich durch Labyrinthe schlängeln. Eine völlig fremde Welt! Manchmal kamen wir uns in dem Internat wie Filmstars vor – die Schüler wollten, dass wir ihre Bücher und sogar ihre Hemdkragen signieren! Stifte sind in Kuba übrigens Mangelware. Wenn dort jemand einen Kuli besitzt, ist das etwas Besonderes. Abenteuerlich wurde es für uns, als wir Kuba auf eigene Faust erkundeten. In Kleingruppen zu je sechs Schülern und einer Lehrerin ging es in verschiedene Provinzen. Um im Land frei herumreisen zu können, hatten wir eine Art Sonderstatus: Im Pass waren wir als „Freunde Kubas“ gekennzeichnet. Die Planung der Trips lag ganz in unseren Händen: Unterkünfte finden, Finanzen regeln, Ausflüge planen – und das alles auf Spanisch! Am Ende unseres Kuba-Aufenthaltes lernten wir noch die Hauptstadt Havanna kennen und besuchten eine Tabakplantage. Mit Anpacken war dort Pflicht. SILAS BAHR (15), ANNA MAJA FRIEDRICH (15), SOPHIE OERTER (14), MARC BERNREUTHER (15), LARA SOBEZ (15), MAYBRITT HENNIG (15)
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