| "Am Anfang dachten wir, das wird peinlich" |
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Eigentlich ist Alan Brooks Profi-Balletttänzer und hatte bereits Auftritte in Frankreich, Schottland und Malaysia. Doch vergangene Woche war der Brite an der Geschwister-Scholl-Hauptschule in Röthenbach an der Pegnitz zu Gast. Mit Schülern der 7. und 8. Klasse hat er fünf Tage lang eine Choreographie einstudiert. Dabei war das Training kein Zuckerschlecken! Wir haben die Klasse 8b einen Nachmittag lang begleitet. Einen Videoclip über das Projekt könnt ihr euch hier anschauen... Die 16 Jungen und Mädchen, die in der Turnhalle mit Alan Brooks im Kreis sitzen, sind müde. Einige haben Muskelkater. Zwei Tage hartes Training haben sie bereits hinter sich – jeden Nachmittag drei Stunden am Stück, nahezu ohne Pause. Doch Tanzlehrer Alan Brooks lässt nicht locker: „Muskelkater und Müdigkeit gehören dazu, aber ohne Schmerz kommen wir nicht weiter. Gebt mir heute nochmal alles, was ihr habt!“ Das Programm für diesen Mittwoch ist hart. Nach einer Stunde Aufwärmtraining müssen heute alle drei Teile der Choreographie einstudiert werden: das Duett, bei dem zwei Schüler eine Art Zeitlupenkampf vollführen, ein Solo-Auftritt sowie eine Tanzeinlage der gesamten Gruppe. Gloria (15) und Dani (13) arbeiten gerade an ihrem Zeitlupenkampf. Auf dem Boden hockend starren sie sich in die Augen. Dann ziehen sie sich gegenseitig langsam nach oben, bevor Gloria im Würgegriff auf Danis Hals losgeht. Dani jedoch wehrt sich, und Gloria fällt nach hinten über. Zwei Tage haben die beiden geübt, um das Duett kraftvoll hinzukriegen. Denn das Besondere an Alans Training ist: Er gibt kaum Tanzschritte vor; die Schüler sollen sich selbst ausdrücken. „Der erste Tag war katastrophal“, erzählt Rosy (15). „Bei den ersten Übungen dachten wir, das wird total peinlich.“ Manche ihrer Mitschüler sind an diesem Punkt schon ausgestiegen. Für Alan, der bereits seit 2002 Tanzprojekte für Schulen in Bayern anbietet, ist das normal. „Nach jeder Woche hassen mich fünf Schüler, und fünf lieben mich“, lacht der rothaarige Engländer. Eine Choreographie entsteht in fünf Minuten Auch Paul (15) hätte nach dem ersten Tag beinahe aufgegeben. „Dann hat meine Lehrerin gesagt: ,Wenn du weiter so machst, sackst du richtig ab‘, und das wollte ich nicht.“ Jetzt, zwei Tage später, ist er begeistert davon, wie einfach es ist, selbst eine Tanzeinlage auf die Beine zu stellen. „Mein Solo habe ich erarbeitet, indem ich einfach mal fünf Minuten mit Alan rumprobiert habe.“ Sein Kumpel Berkant (15) ergänzt: „Es ist cool, wie hier aus unseren Ideen etwas Neues entsteht.“ Genau dieses Selbstvertrauen ist es, das Alan den Schülern – neben der Lust am Tanzen – vermitteln will. „Am Anfang der Woche machen sie sich klein und verstecken sich“, so Alan. Je länger der Workshop dauert, desto mehr merken die jungen Tänzer: Ich bin etwas wert, andere haben Respekt vor mir. Übrigens üben die Achtklässler nicht nur für sich: Am Ende der Woche sollen sie ihre Choreographien vor der ganzen Schule präsentieren. Um dann richtig professionell auszusehen, fodert Alan beim Training drei Dinge: Energie, Konzentration und Mut. Immer wieder peitscht er seine jungen Tänzer mit Durchhalteparolen an – bis er selbst heiser ist. Doch je mehr Energie er in die Übungen legt, desto mehr ziehen die Schüler mit. Am Ende des dritten Tages kann der Profi-Tänzer deshalb versichern: „Euer Auftritt wird toll! Die einzigen, die noch glauben, dass ihr schlecht seid, seid inzwischen ihr selber.“ Das stimmt nicht ganz. Denn mit Blick auf den großen Auftritt sagt Berkant schon jetzt: „Ich zieh’ mein Ding durch – egal, was die anderen von mir denken!“ ANNIKA PEISSKER
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Achtklässler trainieren eine Woche lang mit Profitänzer Alan Brooks 
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