Hier heißt es: „Ton läuft, Kamera ab!“ PDF Drucken

Vanessa, Dominik und Rifat sind die Hauptdarsteller. Foto: Johannes KuckMit dem Filmprojekt „Voll ernst, ey!“ haben Schüler aus Spardorf den 1. Preis bei einem Wettbewerb gewonnen

 

Mit einer „Weekly Soap“ namens  „Voll ernst, ey!“ haben Schüler der Ernst-Penzoldt-Hauptschule in Spardorf beim Wettbewerb „Ideen machen Schule“ der PSD-Bank den Hauptpreis gewonnen – 7000 Euro. Die Serie ist bei Youtube und auf der Schul-Homepage zu sehen
 

 

„Ton ab, Kamera läuft – und Action!“: Jeden Donnerstag verwandelt sich das Klassenzimmer 0.105 der Ernst-Penzoldt-Hauptschule (EPH) in Spardorf in ein Filmstudio. Dann drehen die Schüler eine neue Folge ihrer wöchentlichen Serie. Im Mittelpunkt stehen dabei acht Schüler – und das, was sie jeden Tag an ihrer Schule erleben. Welche Probleme sie haben, wer sich in wen verliebt und wer mit wem gerade überhaupt nicht kann.

Auf die Idee, so eine Soap zu drehen, ist Gerald Arp aus Erlangen gekommen. Er arbeitet seit vier Jahre an der EPH, ein normaler Lehrer ist er aber nicht: Im Hauptberuf ist Gerald Arp Filmemacher. Außerdem stand er schon als Schauspieler auf der Theaterbühne und hatte kleinere Gastrollen in TV-Soaps. „Beim Filmemachen kann man eine Menge lernen“, sagt er. Drehbuchschreiben und Schauspielern sind gut für das Sprachgefühl in Deutsch, beim Kulissenbau sind handwerkliche Fähigkeiten gefragt.

Und die Arbeit als Licht- oder Tontechniker, Kameramann oder Maskenbildner gibt die Möglichkeit, interessante Berufe kennenzulernen. Außerdem kommt es bei einem Filmdreh auf Teamfähigkeit, Verantwortung und Disziplin an.

Jede Folge dauert fünf bis sieben Minuten

Das Konzept macht es möglich, dass die Schüler jede Woche sehen können, was sie geleistet haben. Die bisherigen Folgen von „Voll ernst, ey!“ dauern zwar nur zwischen fünf und sieben Minuten. Aber hinter jeder einzelnen Filmminute steckt eine Menge Arbeit. 

Die Produktion ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Die Klasse 6b zum Beispiel, die „Drehbuchklasse“, denkt sich für jede Folge eine Story aus. Ein Drehbuch mit fest vorgeschriebenen Texten gibt es aber nicht. Ihre Texte sollen sich die Schauspieler selbst ausdenken.

Um die Kostüme und die Requisiten kümmert sich die 6a. Die Klasse 8c ist zuständig für Licht, Ton und Bild. Die Maskenbildner kommen aus der Klasse 10m. Regie und Schnitt hat bisher noch Gerald Arp übernommen, aber auch dabei sollen die Schüler der EPH bald mitmachen.

Sogar die Lehrer ziehen mit den Schülern an einem Strang. Hermine Förtsch, Helmut Batz und Frank Didschis zum Beispiel spielen selbst als Schauspieler mit. Schließlich muss es ja auch in der Serie Lehrer geben - auch wenn die Handlung von „Voll ernst, ey!“ an einer frei erfundenen Schule spielt. 

Als Hauptdarsteller steht man unter Beobachtung

Vanessa, Dominik und Rifat aus der 6. Klasse sind die Hauptdarsteller. Im Film heißen sie natürlich anders: Aus Vanessa wird Stefanie, die immer von allen gemobbt wird, Dominik spielt den „Mädchenschwarm“ Christian und Rifat den „Angeber“ Marcel.

„Hauptdarsteller zu sein, ist schon cool“, meint Dominik. Aber eine Hauptrolle zu haben, ist trotz der Berühmtheit auf dem Schulhof nicht immer angenehm. „Manche meckern an mir rum“, meint Rifat, „aber ich sag' dann nur: Mach’s doch besser!“ 

Und Vanessa erzählt, dass der Dreh auch „ziemlich anstrengend“ sein kann, „wenn man zum Beispiel zwanzig mal hintereinander das gleiche Gesicht machen muss.“ Am Ende eines Drehtages jedenfalls „ist man immer ziemlich platt“.

Das geht Alexander nicht anders: „Ich mache Beleuchtung, weil ich mich für Technik interessiere“. Der Job ist manchmal ganz schön anstrengend, „zum Beispiel wenn man einen Leuchter durch mehrere Stockwerke schleppen muss.“ Wie alle anderen Schüler ist auch Alexander stolz darauf, bei der Serie mitzumachen. 

Die 7000 Euro Preisgeld können die Schüler für ihr Projekt gut gebrauchen: Unter anderem soll ein neuer Computer für den Filmschnitt bezahlt und Baumaterial für das neue Filmset gekauft werden.

JOHANNES KUCK

www.ernst-penzoldt-hauptschule.de

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