| Durchblick auch im Schneetreiben |
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125 Jugendliche nehmen bei „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“ teil Waschanlagen für Einkaufswagen, künstliche Tsunamis, Skibrille mit Scheibenwischer: Wenn die „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“, ist der Kreativität keine Grenze gesetzt. Gestern fand in der Erlanger Heinrich-Lades-Halle das mittelfränkische Finale der beiden Wettbewerbe statt.
Leben retten! Welt retten! Beides wollen Sebastian Wening (18) und Thomas Kahabka (19) mit ihren Erfindungen: Gleich mit zwei Projekten sind sie gegen andere Schlauköpfe zwischen 15 und 21 Jahren bei „Jugend forscht“ angetreten. Erstes Projekt der Schüler des Paul-Pfinzing-Gymnasiums in Hersbruck: Küstengebiete vor riesigen Wassermassen schützen. Per Hand erzeugten die beiden Wellen auf ihrem künstlichen kleinen Weltmeer in einem Glaskasten — und ließen die Mini-Tsunamis gegen das Ufer prallen. Die Höhe sei dabei nicht entscheidend, erklärt Sebastian: „Schon zwei Meter hohe Wellen reichten, um das Tsunami-Unglück in Thailand auszulösen.“ Um solche Katastrophen zu vermeiden, testeten die beiden, wie das Ufer gebaut sein muss, damit es den Wellen Stand hält. Ausgezeichnet wurden Sebastian und Thomas aber für ihr zweites Projekt: Inmitten ihres Wellenbeckens haben die beiden auch noch Strom hergestellt! Ein kleines Wellenkraftwerk erzeugt regenerative Energien. Eineinhalb Jahre haben die beiden Tüftler an ihrem umweltfreundlichen Kraftwerk und ihrem Tsunami-Schutz gearbeitet. Die Mühe hat sich doppelt gelohnt: Die Hersbrucker sind nicht nur beim Wettbewerb eine Runde weiter, sondern haben ihr Projekt im Januar als Facharbeit abgegeben. Waschanlagen für Einkaufswägen Noch etwas entfernt von seiner Facharbeit ist Thorsten Kniess — aber nicht weniger erfinderisch. Seine Neuerung soll die Hygiene nicht nur in Deutschland erhöhen: Beim Urlaub in Spanien kam ihm die Idee, eine Reinigungsanlage für Einkaufswagen zu basteln. „Die waren dort furchtbar dreckig“, erklärt der jetzt 15-Jährige. „Als ich wieder hier war, habe ich mit einem Nährboden Einkaufswagen untersucht.“ Gefunden hat der Schüler des Christoph-Jacob-Treu-Gymnasiums in Lauf an der Pegnitz Unappetitliches: Schimmel und sogar Schweinegrippe-Bakterien. Klare Sicht für Skibrillen-Träger Durchblick in Sachen Technik bewiesen auch David Hörath (12) und Simon Pommer (11). Durch Davids Cousin inspiriert, erfanden sie eine Skibrille mit integrierten Scheibenwischern. Mit einem batteriebetriebenen Getriebemotor werden die kleinen Schwämme in Bewegung gesetzt, wobei der richtige Drehpunkt je nach Brillengröße genau bestimmt werden muss. Durch einen kleinen Schalter, der sich bequem in der Hosentasche verstauen lässt, können die Schwämme je nach Bedarf über ein Kabel aktiviert werden. Obwohl die beiden selbst nicht Skifahren, haben sie mit ihrer Erfindung wohl allen Schneeliebhabern einen großen Gefallen getan. Insgesamt haben 125 Jungforscher an den Wettbwerben „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“ in der Heinrich-Lades-Halle teilgenommen. Die meisten kamen dabei vom Ohm-Gymnasium aus Erlangen, das gleich elf Projekte vorstellte. Von den 16 eingetragenen Erlanger Erfindungen nutzten immerhin zwei den Heimvorteil zum Sieg. Sie fahren nun mit neun weiteren Teams zu den Landesausscheidungen nach Dingolfing und München. Sieger "Jugend forscht" Mit einem brandaktuellen Thema haben sich Alisa Brandt und Sven Dannhäuser aus Langenzenn den Sieg in der Kategorie Geo- und Raumwissenschaften verdient: Mit ihrem Projekt wollen sie den Leuten klarmachen, dass Klimawandel jeden betrifft und der Einzelne etwas dagegen tun soll. Um das zu schaffen, haben sie versucht, den Klimawandel der vergangenen Jahrzehnte nachzuzeichnen: Für drei ausgewählte Orte in Europa – Oslo, Athen und Möhrendorf-Kleinseebach – haben sie Wetterdaten wie die Temperaturen oder die Niederschlagsmenge gesammelt. Mit Hilfe des Wetterdienstes und ihrer schuleigenen Wetterstation kamen sie zu erstaunlichen Ergebnissen. So ist in ganz Europa die Temperatur stetig angestiegen. Der diesjährige kalte Winter übrigens ist dabei nur als Wetterphänomen einzustufen, wissen die beiden nun. Das heißt, er ist keine Entwarnung in Sachen Klimaerwärmung! Die weiteren Sieger bei „Jugend forscht“ sind Sarah Engel aus Erlangen und Benjamin Lohrer aus Ansbach (beide in der Kategorie Biologie) sowie Jannis Beutel aus Höchstadt/Aisch (Chemie). Sieger "Schüler experimentieren" Gleich mit zwei Erfindungen ging Navid Roux aus Erlangen an den Start. Für seine Automatische Schließfach-Regelung gewann der Zwölfjährige den 1. Preis in der Kategorie Mathe. Dieses von ihm selbst geschriebene Programm soll automatisch die günstigste Schließfachbelegung durch einen bestimmten Such-Algorithmus vorgeben. In seinem zweiten Projekt zeigt Navid, wie beim Inlinerfahren Energie erzeugt wird, wenn sich im Rad der Inliner Magnete an einer Kupferspule drehen. Der gewonnene Strom kann zum Beispiel für „Inliner-Scheinwerfer“ eingesetzt werden, um das Fahren im Straßenverkehr bei Nacht sicherer zu machen. Zu den glücklichen Gewinnern bei den 9- bis 14-Jährigen gehören auch Nico Sievers aus Eckental (Kategorie Technik), Burak Bayir und Banu Hos aus Fürth (Chemie), Fabian Bläse und Gennadiy Golde aus Nürnberg (Physik). Mit einer pfiffigen Idee überzeugten Leopold Hiller und Pauline Weißgerber aus Nürnberg in der Kategorie Arbeitswelt: Sie zeigten, wie man alte Krücken recyclen kann. Dazu zerlegten sie die Gehilfen in drei Teile und bastelten daraus einen Schemel, auf dem man super seine Beine ablegen kann. LAURA BREGULLA und TIMO SCHICKLER
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