15 000 Bäume und viel Teamwork PDF Drucken

altNürnberger Schüler pflanzen mit Polen und Schotten einen „Comenius Forrest“  

Was wisst ihr über unseren östlichen Nachbarn Polen? Bestimmt geht es vielen so wie uns: Wir, die Comenius-Gruppe des Nürnberger Hans-Sachs-Gymnasiums, wussten nicht viel über Land und Leute. Das hat sich gründlich geändert, seit wir eine Woche im Städtchen Radomsko zu Gast waren. Unsere Comenius-Partner sind eine polnische und eine schottische Schule aus Glasgow. In unserem Projekt geht es um die ökologische Gestaltung von Lebensräumen.

Die polnischen Familien, bei denen wir gewohnt haben, waren sehr gastfreundlich. Als wir ankamen, hatten sie sich alle herausgeputzt und waren ganz aufgeregt. Manche von uns wurden stolz den Großeltern vorgestellt. Unsere Gastgeschwister sind sogar aus ihrem Zimmer zu ihren Geschwistern gezogen, damit wir ein eigenes Zimmer hatten. Außerdem waren wir immer gut mit Essen versorgt! Vor allem mit Suppe, die oft vor jeder Mahlzeit (auch zum Frühstück!) gegessen wird.

Die meisten von uns waren noch nie in einem osteuropäischen Land – aber wir haben uns Polen eigentlich nicht viel anders vorgestellt als Deutschland. Vor Ort sind uns schon Unterschiede aufgefallen: Die Landschaft ist viel öfter unberührt. Die Menschen sind sehr gläubig und überall werden moderne Kirchen gebaut. Die Häuser waren oft heruntergekommen und die Infrastruktur (Löcher in der Autobahn, kaum Busanbindung) ist eher schlecht. Außerdem war die Schule nicht so gut ausgestattet wie unsere: Die Möbel waren älter, es gab weniger PCs und Beamer.
Das Tolle an einem Comenius-Projekt ist, dass man nicht nur Kontakte zu Leuten aus unterschiedlichen Ländern knüpft, wie bei einem normalen Schüleraustausch. Dazu kommt, dass man gemeinsam etwas schafft.

Interessant war, dass man sich auch verständigen kann, wenn man verschiedene Sprachen spricht. Viele Polen lernen Deutsch in der Schule — aber weil sie oft nur eine Unterrichtsstunde pro Woche haben, können sie es nicht so gut. Aber jeder hat sich bemüht, und wir haben mit Händen und Füßen gesprochen.

altDie Aufforstungsaktion – unser Hauptprojekt bei dem Besuch – war eine spannende Erfahrung. Mit den schottischen und polnischen Schülern und Lehrern haben wir in drei Stunden 15 000 Bäume auf einer Brachfläche gepflanzt! Das war zwar anstrengend, hat aber richtig Spaß gemacht.
Die Polen sind sehr an ihren Wäldern interessiert, weil sie viel Holz exportieren, und auch der Umweltschutzgedanke spielte natürlich eine Rolle bei der Aufforstung. Vielleicht fährt ja eine Gruppe unserer Schule in einigen Jahren noch mal nach Polen, um zu sehen, wie sich unser „Comenius Forrest“ entwickelt hat.

 

Comenius-Gruppe des Hans-Sachs-Gymnasiums Nürnberg
 

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