| Jugend oder Geld – was macht einen Flirt erfolgreich ? |
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„Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“ – das Buch mit diesem Titel machte Furore im Aufzeigen der Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Lassen sich auch im Gehirn geschlechtsspezifische Eigenheiten feststellen? Dieser und anderen Fragen widmet sich vom 1. bis 3. Oktober das Nürnberger Turm-der-Sinne-Symposion zur Hirnforschung, zu dem sich bereits 600 Teilnehmer angemeldet haben. Einer der Hauptreferenten ist der Evolutionsbiologe Karl Grammer. Der Chef des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Stadt-Ethologie in Wien untersucht seit 20 Jahren im weitesten Sinn das menschliche Flirtverhalten, freilich unter wechselnden Schwerpunkten. Seine Studien über Attraktivität und Partnerwahl finden weithin Widerhall.„Wir haben 195000 Verabredungen dokumentiert und wissen von jeder, wie sie ausgegangen ist“, berichtet Grammer. Die Quintessenz dieser Beobachtungen klingt ernüchternd. „Man darf nicht zu lange suchen, sonst sinken die Chancen. Der beste Partner findet sich unter den ersten zehn.“ Was den Erfolg beim Flirten ausmacht, ist das glatte Gegenteil von den inneren Werten, meint Grammer. Bei Frauen zählt Jugend, bei Männern Geld — und diese Regel gelte in 80 Prozent aller Fälle. Furore machte Grammers Bild von der anregenden Wirkung des Körpergeruchs. Bereits beim Symposium des Turms der Sinne 2003 hatte er sich überzeugt gezeigt, dass das Schnüffeln am verschwitzten Hemd eines Mannes bei der passenden Frau einen Eisprung hervorrufen könne. Mangels Datenzugriff sei der Beweis bis heute nicht möglich, bedauert der Forscher. Frauen- und Männergehirn Interessante Perspektiven bringt auch Onur Güntürkün mit, Biopsychologe an der Universität Bochum. Der Professor sieht das Gehirn in gewisser Weise als Geschlechtsorgan. Der Titel seines Vortrags lautet: „Frauengehirn – Männergehirn: Wie die Gehirne beider Geschlechter von Natur und Kultur geformt werden“. Schon das Thema verspricht, dass der Votrrag zugleich einiges über die Mischung im Einfluss von Genen und Sozialisation verrät. Der Neurowissenschaftler Güntürkün erinnert an ein noch berühmteres Buch als das von Mars und Venus, nämlich an „Das andere Geschlecht”. Darin schrieb Simone de Beauvoir im Jahr 1949: „Man wird nicht als Frau geboren, man wird es.“ De Beauvoir irrte sich gründlich, findet Güntürkün. „Tatsächlich werden wir als Frauen und Männer geboren und besitzen vom ersten Moment an ein geschlechtsspezifisches Gehirn. Wenn wir meinen, dass wir unseren Kindern ihre typischen Jungen- oder Mädchen-Spielsachen ausschließlich anerziehen, irren wir uns.“ Denn auch der Nachwuchs bestimmter Affenarten zeige ähnliche Unterschiede. Noch etwas komme hinzu: Menschen ändern ihr geschlechtstypisches Denken und Verhalten unter der Einwirkung männlicher oder weiblicher Sexualhormone. „Doch dürfen wir nicht den Fehler Simone de Beauvoirs in umgekehrter Art und Weise machen und glauben, dass Geschlecht eine ausschließlich biologische Frage sei.“ "Sexhormone sind Teufelszeug“ Rezeptoren für die Sexualhormone finden sich im Hippocampus, die Zentrale für Erinnerungen und Orientierung. Auch die für Gefühle und emotionales Gedächtnis zuständige Amygdala zeigt hier Empfänglichkeiten. Weniger erstaunlich ist, dass drittens der Hypothalamus beteiligt ist. Schließlich steuert er den körperlichen Hormonhaushalt und transportiert Stresssymptome. Alle drei Gehirnteile tragen dazu bei, dass Sexualhormone das menschliche Verhalten mit steuern. ANGELA GIESE 13. Symposium zur Hirnforschung vom 1. bis 3. Oktober im Hotel Maritim. Restplätze sind noch zu buchen unter www.turmdersinne.de oder Tel. 0911/9443281.
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