| Auf ein „pivo“ in die „hospoda“! |
|
|
|
Studenten aus den USA und Japan, aus Deutschland, Frankreich und Venezuela sitzen an einem Tisch. Die Diskussionen über Fußball und Politik, über Studium und Familie sind schon allein deshalb spannend, weil die Gesprächspartner sehr unterschiedliche kulturelle Hintergründe einbringen können. Was sie aber von geschätzten 90 Prozent aller anderen derart internationalen Runden unterscheidet, ist die Sprache, mittels derer sie sich verständigen: Tschechisch. Wir sind in Olomouc (deutsch: Olmütz) im nördlichen Mähren, auf halber Strecke zwischen Brno (Brünn) und Ostrava (Ostrau), rund 240 Kilometer östlich der tschechischen und 190 Kilometer nördlich der slowakischen Hauptstadt entfernt.
Dort findet jährlich, wie in fünf weiteren Universitätsstädten der Tschechischen Republik, eine Sommerschule für ausländische Studierende statt. Das bedeutet: Vier Wochen lang vormittags Sprachunterricht, nachmittags Landeskunde und am Wochenende Ausflüge. Die knapp 100 Teilnehmer sind aus allen möglichen Himmelsrichtungen nach Olmouc gereist. Mit 13 Sprachschülern waren die Deutschen heuer die größte der insgesamt 18 nationalen Gruppen. Dazu kamen zehn japanische und jeweils acht spanische und amerikanischen Studenten, sowie Leute aus Italien (7), Frankreich (6) und Venezuela (5). Überwiegend studieren sie oder haben gerade einen Hochschulabschluss in der Tasche. Aber viele müssen oder wollen auch für den Job oder aus persönlichem Interesse die tschechische Sprache lernen. Wie zum Beispiel der 67-jährige Amerikaner, der vor kurzem eine Tschechin geheiratet hat, und ihretwegen nun noch mal die Schulbank drückt. Oder der Niederländer, der in Mähren einige Gebäude günstig erworben hat, die er nun zu Ferienwohnungen umgestalten will. Oder die junge Japanerin, die eine Karriere im diplomatischen Dienst in Prag vor sich hat. Häufig haben sich auch sudetendeutsche Großeltern, Freunde oder entfernte Verwandte tschechischer Abstammung. Ihre Gründe mögen noch so vielfältig sein, ein stark ausgeprägter Wille, eint die heterogene Gruppe: ausgerechnet die tschechische Sprache zu lernen, von der einige behaupten, sie gehöre zu den schwersten. Mit den sieben (!) Fällen, in denen im Tschechischen nicht nur Substantive, sondern auch Eigen- und Ortsnamen dekliniert werden, kämpfen Japaner und Deutsche ebenso wie Amerikaner und Spanier. Das funktioniert in Olomouc übrigens wesentlich leichter als in der Metropole Prag. Dort erhält man prompt eine englische oder deutsche Antwort erhält, wenn man nicht ganz akzentfrei knedlíky (Knödel) und pivo (Bier) bestellt oder nach dem Weg zum nádraží (Bahnhof) fragt. Dagegen bleibt das Gegenüber in Mähren doch eher beim Tschechischen, selbst auf die Gefahr hin, dass es zu gar keiner Verständigung kommt. Eine geeignete Herausforderung für Anfänger und Fortgeschrittene ist zum Beispiel die Dame, die im Wohnheim die Zimmerschlüssel hütet und Süßigkeiten ebenso verkauft wie Toilettenpapier. Gnadenlos erklärt sie auch dem blutigsten Anfänger zehnmal auf Tschechisch, dass er sein Zimmer am Tag der Abreise um 9 Uhr zu verlassen hat – selbst wenn dieser eigentlich nur eine Packung Kekse kaufen möchte. Doch ein Gespräch mit der hartnäckigen Dame kann ebenso zu einem n Erfolgserlebnis verhelfen wie ein Besuch in der hospoda (Kneipe) und im Kino, ein Gespräch mit Einheimischen oder eine Stadtführung – auf Tschechisch, natürlich. Was die Sommersprachkurse vor allem für Studierende der EU-Mitgliedsstaaten attraktiv macht, sind die Stipendien, die das Tschechische Ministerium dafür vergibt. Sie umfassen sowohl Kursgebühr und Wochenendausflüge als auch Unterkunft im Studentenwohnheim und Verpflegung. In Deutschland ist dafür der DAAD, der Deutsche Akademische Austauschdienst, zuständig, der die Teilnehmer zudem mit einer Reisekostenpauschale unterstützt. Informationen zur Bewerbung stehen unter www.daad.de im Internet. CORINNA ANTON
3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."
|
.gif)





Zukunft 

Eine Erlanger Studentin war zur Sommer-Sprachschule in Tschechien
Hier geht es zu Tutoria http://www.tu...
yo ich bin der typ von dem auch beric...
Hier wird leider eine Falschinformati...
Wenn Du mal Sehnsucht nach good old G...
Hallo "anonym", danke für ...