Eine Schule bis zur 10. Klasse PDF Drucken

Wer in der DDR eingeschult wurde, war damit fast automatisch auch „Jungpionier“. Man erhielt eine Mitgliedskarte (Bildmitte) und grüßte sich mit dem Pioniergruß wie das Mädchen rechts im Bild. Auch in der Fibel (unten links) kamen Pioniere vor. In der 9. und 10. Klasse übten die Schüler, wie man Handgranaten (oben links) wirft. Fotos: Giulia Iannicelli, privat / Montage: Bronislav HavaIn der DDR gab es für Schüler so manche Besonderheiten 

Kinder in der DDR wurden mit sechs oder sieben Jahren eingeschult. Dann gingen sie zur Polytechnischen Oberschule, kurz POS. Das war eine Einheitsschule, in der alle Schüler von der 1. bis zur 10. Klasse unterrichtet wurden. Der Abschluss, den man nach der 10. Klasse machen konnte, ist etwa mit der heutigen Mittleren Reife vergleichbar.

Wer in der DDR studieren wollte, musste in aller Regel noch bis zur 12. Klasse auf die Erweitere Oberschule (EOS) gehen. Um dort aufgenommen zu werden, brauchte man gute Noten. Außerdem war es von Vorteil, wenn die Eltern in der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands aktiv waren. Abgekürzt heißt diese Partei SED. Sie hat in der ganzen Zeit, als es die DDR gab, das Land regiert. 

Die Schüler in der DDR hatten ähnliche Unterrichtsfächer wie heute. Als erste Fremdsprache lernten sie aber ab der 5. Klasse Russisch; Englisch konnte man in höheren Klassen dazuwählen. Außerdem fand in der Schule eine sogenannte vormilitärische Erziehung statt. Dabei lernten schon Grundschüler, wie man marschiert, einen Kompass liest oder Verletzte versorgt. Ab 1978 wurde der Wehrkundeunterricht als Pflichtfach eingeführt. Hier lernten die Jungen und Mädchen sogar, wie man Handgranaten wirft und mit Gewehren schießt.

Wer in der DDR eingeschult wurde, war ab dem Zeitpunkt nicht nur Schüler, sondern (fast) automatisch auch Pionier. Die Pionierorganisation war ein politischer Verein für Kinder, bei dem man auf seine späteren Aufgaben als DDR-Bürger vorbereitet wurde. Von der 1. bis zur 3. Klasse gehörte man den Jungpionieren an – als äußeres Zeichen trug man ein blaues Halstuch.

Von der 4. bis zur 7. Klasse war man Thälmannpionier und bekam dafür ein rotes Halstuch. Ab der 8. Klasse traten die meisten Schüler der Freien Deutschen Jugend (FDJ) bei.

Einmal wöchentlich gab es in der Schule einen Pioniernachmittag. Oft wurde dann gebastelt und die Natur erkundet. Aber die Pioniere sammelten auch Flaschen und Altpapier, trafen Arbeiter aus Betrieben oder kümmerten sich um die „Freundschaft“ zu Kindern in anderen sozialistischen Ländern.

ANNIKA PEISSKER

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